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Ben Chananja · 1867-02-15 · 4 (15.2.1867) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
4 (15.2.1867)
Date
1867-02-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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liance israölite einen ihrer weisesten Rathgeber. Des Abends gegen 10 Uhr wurde er von einem Gehimschlag getroffen und starb heute früh gegen 1 Uhr in den Armen einer vernichteten Witwe , umgeben von seinen zwei unverheirateten Töchtern und einem minderjährigen Söhne. Die Wissenschaft und die Welt, seine Familie und seihe Freunde erleiden einen gleich herben, unersetzlichen Verlust. Möge die allgemeine Verehrung und die allgemeine Trauer ״ der gebrochenen Familie einigen Trost gewähren. Möge insbesondere der junge Munk, der beim Leben seines Vaters meinem Rathe hie und da folgen wollte, den Ausdruck meines eigenen Schmerzes in diesen zerstreuten Zeiten als Huldigung der edlen Manen hinnehmen! Möge er, in geistiger und,moralischer Rücksicht seinem grossen Vater gleichen. Salomon Munk war in Glogau, in Preussen geboren; er kam jung nach Paris, um an den reichhaltigen Quellen der Wissenschaft zu forschen. Er erblindete durch unausgesetzte Arbeit — er starb an der Wissenschaft. Julius Roscnfcld. III. D. Paris, 8. Februar 1867. Die Zeitungen haben Ihnen schon die traurige Nachricht von dem herben, von dem unersetzlichen Verluste gebracht, den das Judenthum und die jüdische Wissenschaft erlitten. Salomon Munk ist uns am 5. d. M. entrissen worden. Wie ein Donnerschlag aus hei• term Himmel traf uns dieses entsetzliche Ereigniss. Donnerstag Abend war die Kommission für die Fusion der beiden Riten bei ihm vereinigt; er nahm wie immer thätigen Antheil an der Berathung. Nie schien sein Geist heller, nie sein Gemüth heiterer. Um halb eilf Uhr ver- Hessen ihn die Mitglieder und eine Viertelstunde später war er nicht mehr. Denn, wenn er auch erst um I Uhr Morgens den letzten Athemzug that, so lag er doch seit 11 Uhr vernichtet auf seinem Lager. Sein längst erloschenes Auge Hess ihn nicht einmal mit dem Blicke die Lieben suchen, die in banger Erwartung ihn umstanden, dieser Trost, war dem Sterbenden versagt. Ich komme eben mit gebrochenem Herzen vom Gottesacker zurück, wo Herr Albert Cohn, sein ältester und wärmster Freund, im Namen seiner Freunde, Herr v. Longerier für das Institut, Herr Professor Frank für das College de France und der Oberrabbiner Isidor für die Gemeinde das Wort nahmen. Es gehört mehr Geistesruhe und Fassung dazu, als die meinige im Augenblicke, um Salomon Munk vollkommen zu würdigen. Aber es ist eben ein . unermessliches Wissen, und einer der edelsten ,Charaktere zu Grabe getragen ,worden. Diese Vielseitigkeit und Tiefe setzte mehr als einmal das Institut in Staunen; diese fast kindliche Naivetät und Einfachheit, diese grenzenlose Bescheidenheit musste: jeden, der ihm nahte, jmit Bewunderung erfüllen, diese harmlose Herzensgüte und Heiterkeit, die von seiner Blindheit keineswegs erschttttert wurde, hatte etwas Hinreissendes. Salomon Munk war wol eine, der Gerechten, deren Tod der Zerstörung eines Heiligthums gleichkömmt! Met Me MoiupattöiCitäl bet VetMitMllW Sei RMiitak-XEeM*). I. Anfrage. Sr. Hochwürden Herrn L e o p o l d< L ö w, Oberrabbtne r zu " Szegedin. Durch das Hinscheiden des Hierortigen zweiten Rabbinats-Ässessors, Herrn Emanuel Rappoport, ist die vakant gewordene Stelle mittelst Konkurses bis 15.'Jäner l. I. von Seite des Vorstandes zu besetzen bestimmt worden. Nachdem aber unter den eingelaufenen Kompetenten ein vou einem Hier- ' orts Gebürtigen mit den genügenden Belegen versehenes Gesuch vorfindig gemacht wurde, selber aber mit dem hier Mon postirten Rabbinats - Assessor in naher Verwandtschaft steht; so erlaubt sich ergebenst Gefertigter als Präses dieser Kultusgemeinde an Ew. Hochwürden das höfliche Ansuchen zu stellen, Ew. Hochwürden mögen — nachdem gegenwärtiger Gesuchsteller mit der Gattin deS postirten Rabbinats - Assessors als Kousin in Verwandtschaft steht -- Ihr rabb i-. nisches Gutachten mir darüber schriftlich ziikommen lassen, ob die fraglichen zwei Personen-, bei einem RabbinatSgerichte über Geld-, Scheidungs- und wichtigere Angelegenheiten^ gemeinschaftlich ein endgültiges Urtheil fällen dürfen, ohne dadurch die darauf bezüglichen rituellen Gesetze'׳ zu verletzen. Der Zweifel über die obwaltende Frage erwächst dadurchM^ in mir, da doch der Bewerber, dies etwaige Hinderniß kennend, dennoch in die Reihe der Konkurrenten ausgenommen zu sein wünscht. Nachdem ich schon im Vorhinein für die gütige Bemühung meinen ergebensten Dank abstatte, stelle ich nochmals das höfliche Ansuchen, daß Ew. Hochwürden das bezügliche Gutachten, versehen mit darauf bezüglichen talmubischen Zitaten, mir postwendend übersenden' die :Güte haben wollen. ES zeichnet mit der gebührenden Hochachtung Dero ergebenster Beruak Neumann. ׳ Papa, am 13. Jäuer 1867. II. Gutachten. Ueber die vorliegende Frage bin ich im Jahre 1857 von der ehemaligen StatthaltereüAbtheilung zu Ofen ' befragt worden, und ist das hierauf bezügliche Gutachten, im zweiten Jahrgange des ״Ben Chananja" erschienen (2dL— 2J5). Da aber in der Anfrage des Herrn Gemeindepräses die Rückstcht auf die rabbinischeZivilgerichtSbärkeit ausdrücklich hervorgehoben ist, während sie in der Anfrage der Statthalterei-Äbtheilnng entschieden ausgeschlossen wurde; so nw.jl t *) Zugleich Fortsetzung der eherechAichett Studien': B. CH. HL 209.-317. 529. IV. 111. 257. 271. V: 69. 93. 195. 211. .219. 263. 26z,' 385. 301. 309. 363. 373. 391. 399. 408. VI. 525..^Ü. 4S.;7?. VUL 397. 413.

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