Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 4 (15.2.1867)
- Date
- 1867-02-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Theil anachronistische Annektirung zu Gunsten des karaitischen Gebietes vollzogen wurde, wie diess Schon• in Bezug auf den Dichter Moses Darai handgreiflich gezeigt hat. Dagegen wurde es durch die Untersuchung gen Pinskers nur zweifelhaft, ob der von Munk den Karaiten beigezählte Reiigionsfilosof David b. Merwan Almokammez sich wirklich entschieden zum Karaismus bekannt habe. Da der Verewigte selbst in seinen Wissenschaft^- chen Arbeiten zuweilen Bemerkungen und Wünsche über die bessere Gestaltung der inneren jüdischen Verhältnisse einfliessen lässt, kann es nicht überraschen, dass er die edleren Bestrebungen der Zeit mit warmer Theilnähme verfolgte, wie dies namentlich in Bezug auf die noch immer nicht genug gewürdigte Alliance israälite der. Fall war, für welche er die lehafteste Sympathie empfand, und deren Leiter manchen weisen Rath und Wink aus seinem Munde vernahm. Dies verhinderte ihn jedoch nicht, die am 29. November v. J. auf ihn gefallene Wahl zum Präsidenten unter Hinweisung auf seinen Gesundheitszustand, seine wissenschaftlichen Aufgaben und seine ämtliche Stellung im Zentralkonsistorium und unter Anerkennung der glänzenden Verdienste Crömieux’s, bescheiden abzulehnen. Ich kann diese Zeilen nicht beschliessen, ohne dem verewigten Munk für die freundliche Aufmunterung zu danken, mit welcher er in Gemeinschaft mit meinem gelehrten und edlen Freunde, Herrn Albert Cohn, die Gründung und die Bestrebungen des wissenschaftlichtalmudischen Vereins begrtisste, und ohne es mit geziemender Ehrerbietung vor den Manen des grössten Kenners der jüdischen Religionsfilosofie und ihrer Geschichte in unserer Zeit, auszusprechen, dass nur der Wunsch und die Pflicht, auf sein frisches Grab einen Kranz zu legen, mich bewog, ihm vorliegenden Nekrolog zu widmen. Fachgenossen werden natürlich seine Verdienste als Schriftsteller besser zu würdigen verstehen, als es meine schwache Feder zu thun vermag, sowie ich auch die Schilderung seines Wirkens als Sekretär ]und Mitglied des französischen Zentralkonsistoriums einem Kundigen und in die bezüglichen ,Verhältnisse Eingeweihten überlassen muss. Eine andere Welt hat den Vollendeten aufgenommen. Aber auch unter uns wird er auch uach seinem Tode in seinen Werken foitleben. Seine Schriften werden immer ein theures Vermächtniss an die Nachwelt bleiben, und die darin herrschende Klarheit, die überzeugungstreue und würdevolle Darstellung der auf dem Wege gründlicher Forschung gewonnenen Ergebnisse, und die imponirende filosofische Ruhe in der Verthei digung der Lehre und Mission Israels werden Allen zum Muster dienen, die sich unter dem Beistände Gottes zu ähnlichen Bestrebungen werden berufen fühlen. Das Licht .verliert sich nimmer! Wenn die Sonne zu Rüste gegangen, tritt der Mond mit seinen Sternen auf, bis wieder eine Sonne erscheint. Ich rufe dem Verewigten in der Sprache, von der seine Studien und zu deren Literatur sie 80 oft zurückkehrten, nach: ' 1$־ — לנורדית לגינים׳ חלש - כגבור בשדה מדע קמת, גר — פה אזו־ח דובר צחות לך ■שמת, י חוקר - רקת ריב ת1ךת אל שמים! . מגפונים חד1ת מקדם גלית, שדי קרא אותך - חקך בלית! ת נ צ ב ה. '11. Paris, 6. •Februar-1867.. ־• Ein gekrönter Fürst, ein Hoherpriester ist gestorben! Vor einigen Stunden verschied plötzlich in seinem 65. Lebensjahre Salomon Alunk, der gelehrte scharfsinnige Filosof und Sprachforscher inmitten einer Laufbahn voll Erfolg und Ehre, inmitten gediegener Arbeiten für eine lange Nachwelt: er war ein gekrönter Fürst der Wissenschaft, ein edler Priester der Menschheit! , Ich bin in dem trüben Augenblicke nicht gefasst genug, um über die vielseitigen Verdienste Munk’s zu schreiben, und ich überlasse es lieber Ihren gewöhnlichen Korrespondenten, kompetenten Männern des Faches, die Bedeutung und den Werth der filosofischtheologischen Arbeiten dieses seltenen Gelehrten abzuschätzen. Nur Ein Moment will ich hervorheben, das mir nach jeder Unterredung, die ich mit Munk hatte, nach jeder Seite, die ich in seinen Schriften gelesen, überwältigend schien: er besass eine mcrkwürdige, beispiellose Klarheit und Tiefe. Welchen Gegenstand er immer zu behandeln hatte, er kam unmittelbar auf die Sache selbst, und er ging geradezu auf den Grund. Von seinen Jugendarbeiten an, die sich in seinem Buche ״Palestine“, in Cahens Bibel, im ״Journal Asiatique“ und im ״Dictionnaire des Sciences• philosophiques“ vorfinden, bis auf seine ״MClanges de phi7 losophie juive et arabe“ und das letzte Riesenwerk. ״Le Guide des Egares par Molise ben Maimoun“ ist überall, trotz aller abstrusen Gelehrsamkeit, die freundlichste Klarheit und eine lieblich dahinfliessende Sprache, die die klaren Gedanken klar wiedergiebt. Welch originaler Fund ist sein Avicebron - Ibn Gebirol! Wie scharf zersetzt er dessen ״Fons Vitae!“ Und doch liest man die gelehrte Abhandlung wie eine unterhaltende Lebeysbe Schreibung. Wie er schrieb, so sprach er auch in allen Mundarten, die er kannte, und wie viele waren ihm geläufig! Allein, ich vergesse über den Verlust für die Wissenschaft den für die Menschen. Ist ja die Leere, die der Verblichene in unserer Umgebung zurücklässt, so gewaltig fühlbar. Gestern noch hatte das College de France an ihm einen der gelehrtesten Lehrer, die Akademie ihren fleissigsten Forscher, das Zentralkonsistorium eines seiner umsichtigsten Mitglieder, die Al-