Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 3 (1.2.1867)
- Date
- 1867-02-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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gestempelte Quittung zahlbar angewiesen worden sind; schließlich kann die Stadtkommune nicht umhin auch bei dieser Gelegenheit, sowie dieses auch im Jahre 1860 mit h. amtlicher Zuschrift vom 6. Juni 1960, Z. 4066, gelegenheitlich der ersten Erfolglassung dieser Subvention gethan hat,'darauf aufmerksam zu machen, daß sie im Hinblick auf die Unzulänglichkeit ihrer Einnahmsquellen, zum Nachtheil der ihr gesetzlich obliegenden Pflichten oder aber ohne Belastung der Gemeindeglieder über die bezeichnete Periode von drei Jahr en d. i. 1866, 1867, 1868 hinaus nicht mehr im Stande sei n wird, die Subvention zu leisten, — Volksschulen zu errichten und zu erhalten gehört nicht nur nach der Natur der Sache, sondern nach dem Wortlaute diesbezüglich erfloffener allerhöchster Vorschriften zu den Obliegenheiten der betreffenden Kultusgemeinde und es möge die löbliche Kultusgemeinde dessen eingedenk, bis zum Ablauf der Periode, für welche die fragliche Subvention gebilligt worden, dafür bedacht sein, wie und woher sie den Ausfall derselben in der Folge leisten kann. Kronstadt, am 28. November 1866. Der Stadt- und Distriktsmagistrat. Jakobi m. p., Sekretär. II. 10,252-1866. Bescheid. Im Einvernehmen mit der löbl. Stadt-Kommunität werden der bittstellenden Kul - tusgemeinde sechs Klaft-r hartes Scheitholz bis zu einer etwa zu treffenden Abänderung jährlich aus dem städtischen Holzmagazine bewilligt und ist wegen Verabfolgung dieses Holzquäntums Vas Nöthige verfügt worden. Kronstadt, am 29. Oktober 1866. Der Magistratsrath durch Jakobi m. p., Sekretär. Die Initiative zur. Erreichung dieser Begünstigungen ist von unserm verdienstvollen Vorsteher, Herrn Löbl Aronsohn, ergriffen worden. Möge das hiesige Beispiel auch anderswo Nachahmung finden! S.-A.-Mtiy, 15. Jäner. Zu den hier stattfindcnden, die Gründung eines Obergymnasiums betreffenden Konferenzen sind von Seiten der Stadt auch Juden ermittirt worden. -Es haben aber anch Inden nicht unbeträcht - liche Summen zu diesem Behufe gespendet. Serlin, 27. Dez.*) lieber den seit 1864 hier bestehenden Ungar. Verein glaube ich Ihnen deshalb berichten zu müssen, weil derselbe unter 50 Mitgliedern 10 Juden zählt. Auch der' hier fungirende Rabb. Dr. Nascher ist Vereiusmitglied. Der Verein ist von dem edelsten Geiste der Brüderlichkeit beseelt; der Unterschied zwischen rezipirten und Nichtrezipirteu Religionen, den das ung. Gesetz leider noch kennet, ist im Vereine auf keinerlei Weise wahrzunehmen. Mau weiß übrigens auch hier, daß es zu den nächst bevorstehenden Akten der ungarischen Gesetzgebung gehören wird, diesen Unterschied aufzuheben. Mögen nur recht'bald die Hindernisse beseitigt sein, die der legislativen Thätigkeit in unserm Vaterlande jetzt noch entgegenstehen! Dies ist das tägliche Gebet auch derjenigen Ungarn, die an der Spree leben. ' In Ansehung der Berufung Geigers ist ein Milschtvung eingetreten, den man vor Jahresfrist nicht ahnen konnte. Die Wahl ist in der letzten Plenarversammlung mit r ' *) Durch Zufall verspätet und nur im Auszüge mitgetheilt. Red!׳ 18 genen 3 Stimmen abgelehnt: worden/! I« Folge dessen erschien eine Flugschrift: Kol Kore**), deren Beurtheilung Sie mir erlassen müssen.. Das Verdienst, kein Werk, wie Geigers Urschrift geschrieben zu haben, besitzen freilich viele jüdische Theologen der Gegenwart. Die Zahl derer, die dies thun könnten, aber wegen-ihrer konservativen Gesinnung nicht thun wollen, ist wirklich sehr gering! Die Talmud-Gesellschaft (חברת הש״ס) hat vor Kurzem eine Sium Feier begangen ,- bei welcher der Talmud mehrseitig glorifizirt wurde: natürlich nicht im Geiste Lebrechts, nicht einmal im Sinne Rapoports! Am Sabbathe Par. Wa -Era feiert die Gemeinde Schochare Ha-Tob'ihr statutenmäßiges Stiftungsfest durch Gottesdienst und Predigt. Das gedruckte Programm ist bereits vertheilt. Die Statuten werden einige Modifikationen erfahren. Der projektirte Synagogenban geht seiner Realisirung entgegen. J. Königsberg, 21. Jäner. Die Schlacht von Königgrätz scheint endlich auch die bisherigen zähen Vertheidiger des §. 105 unserer Uuiversitätsstatuten besiegt zu haben, wenistens hat der Minister des Kultus - und der geistlichen Angelegenheiten den Universitätsknrator aufgefordert, das 60n6ilium g6v6raI6 zu veranlassen, die unbedingte Beseitiguug des ganzen Paragraphen, nach welchem bekanntlich Katholiken und Juden von den akademischen Lehrämtern ausgeschlossen blieben, auszusprechen. Bis jetzt hatte das Concilium immer nur unter gewissen Bedingungen und Beschränkuugen für die Zulassung der Nichtevangelischen gestimmt und Höhen: Orts wurde seit 1861 auch diesem halL den Fortschritt kein Gehör geschenkt. Jetzt will man von ministerieller Seite mit einem Male liberaler sein, als das Concil, und verlangt die unbedingte Streichung des ganzen Paragraphes. Die theologische Fakultät ist entschieden d agegen, die medizinische durchaus dafür, und in der juristischen und filosofischen werden nur wenige Gegner sein, so daß wol in nächster Zeit die hiesige Hochschule Pröfesoren und Dozenten aller religiösen Bekenntnisse zählen wird. Kultus und Kultusgemeinde. 61. Men, 16. Jäner. Die Reform ist bei uus ambulant. Früher hatte sie ihren Sitz im Tempel der Leopoldftadt, dort unterblieb die Lektion der Kethuba; jetzt wohnt sie im Tempel der inner» Stadt, dafür wird die Kethuba in der Leopoldstadt pnblizirt. Hier wurde am verflossenen Hoschana Rabba die in der Stad't ganz beseitigte Zeremonie mit einem Lärm und Getöse vollzogen, daß man sich wirklich nach Mattersdorf versetzt glaubte. Hier nennt man dies die Theilnahme des Individuums an den Kultusakten! Alles dies hängt allerdings mit den vorhandenen Kulturzuständeu zusammen; die Rührigkeit der Preßburger Hat eben dadurch ein so günstiges Terrmn! -m״ Pest, 16. Dezember. In den französischen Blattern wird, vielfach die Angelegenheit eines Herrn Cernay besprochen, welcher vor Kurzem vom Katholizismus zuifl' ' Judenthume übertrat Und eine schöne Jüdin heiratete. Das **) Äch bitte, mir diese Brochttre, sowie den ,Be״ Jechiel" zukommen zn lassen. Red.