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Ben Chananja · 1867-02-01 · 3 (1.2.1867) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
3 (1.2.1867)
Date
1867-02-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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M Neue Organisation der Talmud- Thoraschule in Prag. 8. Ld. Prag, 4. Jäner 1867. Rückblick, und Rückschau , das war in den letztverflossenen Tagen daS Losungswort aller TageS-, Wochen-, Monat- und sonstiger Zeitschriften; Rückblick und.-Rückschau in ein entschwundenes Jahr, daS so reich war an getäuschten Hoffnuugen, zu Nichte gewordenen Erwartungen, traurigen Erfahrungeu und argen Heimsuchungen. Dies ist im allgemeinen die Stimmung, die unsere Journale zum Eingänge des neuen JahreS beherrscht und dieser Stimmung wird vielfach und allenthalben in trüben und düstern Worten Ausdruck verliehen, so daß man sich versucht fühlte, Jenen, die sich diesen traurigen . Erinnerungen zu sehr hingeben, zuzurufen: ״Hör' auf, mit deinem Gram zu spielen, der wie ein Geier dir am Leben frißt!" — Darum fort mit diesen trüben Bildern einer kummervollen Vergangenheit und muthig in die Zukunft geblickt—doch nicht vergessen der. Gegenwart! Erschrick nicht, lieber Leser, ich will mich nicht in die brausenden Wogen der ״hohen Politik" mit meinem schwachen Fahrzeuge wagen; ich weiß sehr wohl , daß ich mich innerhalb der friedlichen Marken des ״Ben Chananja" zu halten habe und darum will ich dir schlicht und recht erzählen, was des Bemerkenswerthen in unserer Gemeinde seit kürzestem sich ereignete. — Ein bis jetzt fast absichtlich zurückgesetztes und vernachlässigtes Kind wurde durch die energischen Schritte seines unermüdlichen Gevatters, des hochgeachteten Professors Wessely, wieder in seine Rechte eingesetzt; dies Kind, die Talmud-Thoraschule, fand denn doch Berücksichtigung und Aufmerksamkeit. Von kompetenter Seite wird unS nämlich die Mittheilung gemacht, daß für diejenigen Kandidaten des RabbinatS, welche bis jetzt keine-Gelegenheit hatten, den Gymnastalsttzdien obzuliegen, Privatunterricht in den Gymnasialgegenständen ertheilt wird, und sind bereits von der hiesigen Kultusgemeinderepräsentanz für den Unterricht in den klassischen Sprachen, der deutschen Sprache und Literatur Herr S. Heller, und für den in den,Realwissenschaften und filosofischen Disziplinen Herr Dr.. I. Rosenaner engagirt worden. Herrn Prof. Dr. Wessely wissen wir nicht genug Dank für diese seine thatkräftigen Bemühungen. Wie wir hören, sollen bereits Schritte gethan sein, um die behördliche Sauktionirung, für unsere Talmud-Thoraschule zu erhalten und hoffen wir, daß dieselben von dem /besten Erfolge gekrönt sein werden. Nur wünschen wir, daß auch für jene Kandidaten, die sich bereits an, der Universität befinden, etwas mehr , geleistet Würde. Ich habe bereits früher berichtet, daß der Vorstand der Pinkassynagoge einen Prediger aufzunehmen gewillt war, der Wille ist bereits zur That geworden. (Herr Dr. Hoff aus Neutra hielt am verflossenen Samstage daselbst eine Probepredigt, gefiel und wurde auf genommen. Das rasche Handeln deö Vorstandes ist sehr lobenSwerth, da Herr Dr. Hoff, ein. vielseitig gebildeter Mannden Anforderungen dieser, die orthodore Richtung vertretenden Synagoge entsprechen wird. Rorrelpondenz. Emanzipation und bürgerliche Verhältnisse. D. E. Wien, 15. Jäner. Mit dem Ende deS abge> laufenen Jahres erlosch in der hiesigen Handelskammer die׳ Würde eines Präsidenten, und alle Stimmen vereinigten sich in der Wahl des bisherigen Präsidenten, Herrn Winterstein. Der Wiedergewählte ist aber auch in jeder Be- Ziehung des Vertrauens würdig, daS eine so hervorragend intelligente Körperschaft in ihn setzt. Er verdankt dieses Vertrauen seinem Hellen, praktischen Verstände, seiner Sacbkenntniß, seiner unverdrossenen Thätigkeir, seiner parteilosen Gere chtigkeitSliebe und seinem für alles Gute und Edle glühenden Herzen. Möge'er sich noch lange der Früchte seines gemeinnützigen Wirkens freuen! ף• Wktt, 19. Jäner. Nachdem der Kriegsminister daS Gesuch der Gemeinde und des jüdischen HilfskomitöS aus finanziellen Gründen zurückgewiesen hatte, erbot sich der jüdische Feldprediger, Herr Jos. Szänto, seine Stelle unbesoldet zu verwalten. Allein auch dieses Ansuchen wurde zurü ckgewiesen. Die Angelegenheit müßte auf einem andern Wege, nämlich auf dem der Legislatur , betrieben werden, wozu aber in diesem Augenblicke die Gelegenheit fehlt. Paris, im Jäner. Unser Landsmann, Eduard Horn,׳- e hemaliger Prediger der Reformgenoffenschaft, in Pest, ist zumsu pplircnden Professor der Nationalökonomie am College'de France ernannt worden. Sein neuestes Werk: ״Die Freiheit der Banken" hat ihm den Weg zu dieser Ernennung gebahnt. Z. Kronstadt (Siebenbürgen), 20. Jäner. Da ״Den C Hananja" auch unsere Angelegenheiten ans Tageslicht zieht, wird eS hoffentlich ihm willkommen sein , nachstehende simtliche Schriftstücke in weiteren Kreisen bekannt zu machen: I. Z. 9793—866. An den Herrn Vorstand der israelitis chen Kultusgemeinde Löbel Aronsohn Wohlgeboren hier.. Laut hohen Comitial-Erlaffes vom 19. Juli l. J. C. Z. 921 hat das h. k. sieb. Gubernium über hierämtliches Einschreiten vom 18. April I. I., M Z. 3158 zu genehmigen befunden, daß aus der hiesigen Stadt-Allodialkasse für die V olks- und Elementarschulen snmmtlicher Konfessionen folgli ch auch für die der isr. Kultusgemeinde, die Subvention v on jährlichen 5250 fl. ö. W. durch drei nacheinander folgende Jahre, d. i. 1866, 1867 und 1868, daher im Gesa mmtbetrage von 15,750, sage fünfzehn tausend stebenhundert fünfzig Gulden ö. W. erfolgt werde, daß die Vertheilung dieser Summe nach der mit dem Erlasse der bestandenen k. k. Statthalterei vom 26. Mai 1860 , Z. 3757. 1528 festgesetzten Art und Weise stattfinde und hiervon werden Euer Wohlgeboren mit dem Beifügen in Kenntniß gesetzt, daß über Antrag der hiesigen Stadt-Kommunität vom 18. Aug. l. I., Z. 570 auö der jährlichen Subventions- Gesammtsumme pr. 5250 fl. für die Volksschule der hiesigen isr. Kultusgemdinde zur besseren Dotirung ihres Lehrers der verhältnißmäge Antheil mit jährlichen 100 fl., schreibe einhundert Gulden in ö. W. ausgeschieden, und dieser unter dem heutigem zur obigen Zahl bei der Stadt-Allydialkaffe in vierteljährigen dekursiven Raten gegen klassenmäßig ׳

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