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Ben Chananja · 1867-01-15 · 2 (15.1.1867) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
2 (15.1.1867)
Date
1867-01-15
Page
– (sequence 26)
Language
German
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zum Bruche gekommen zwischen dem alten, aber bescheidenen Schulhaupte und dem jungen aber stolzen Schüler. Ehrgeiz oder Kraftgefühl, womit man heute noch so manche Usurpation statsmännisch entschuldigt, bewegten wol R. Gamliel, das Heft des States an sich zu reissen, den Patriarchentitel wieder an- oder aufzuuehmen, und den Sohn Sakkais gütlich oder gewaltsam aus Jabneh zu entfernen. Allerdings mochte es R. Jochanan an der nöthigen Kraft fehlen, den Unabhängigkeitssinn eines R. Elieser und so manches Andere zu brechen, und die Kämpfe, welche R. Garnliel trotz seines energischen Auftretens durchzukämpfen hatte, mögen es als ein Glück erscheinen lassen, dass so die Einheit und Eintracht in Israel erhalten wurde. Ferner scheint R. Jochanan seinen ganzen Einfluss seiner eigenen bedeutenden Persönlichkeit verdankt zu haben, während Gamliel auf seine berühmten Ahnen pochen konnte. Denn waren dieselben auch keine Patriarchen , so hat doch die Geschichte den Kamen Hillels, Gamliels des Alten und Simon’s, des Sohnes dieses Gamliel, mit besonderem Ruhme umgeben. Aber dennoch muss die Erhebung des Hilleliten bei Lebzeiten seines alten Lehrers für diesen empfindlich gewesen sein und gereicht jedenfalls dem zweiten R. Gamliel nicht zur Ehre. Wir haben eine Spur der Intervention der Römer bei der Gründung^ des Patriarchats in der Familie Hillels, und die weltliche Macht scheint R. Gamliel zur Seite gestanden zu haben '). Aber die Schüler R. Jochanans, die sich später an verschiedenen Orten nieder- Hessen, haben denselben nicht verlassen und sind bis zu seinem Tode in Berur Chajil bei ihm geblieben 2 *). ׳) Sanh. 11, a. ומעשה בר״ג שהלך לטול רשות אצל הגמון וכוי• Diese נטילת רשות kann doch woi nichts anderes, als die Berechtigung von Seite der Römer, r/.ur Ausübung der dem Patriarchen zustehenden Macht gewesen sein 5j Midrasch zu Koheleth 7, 7 : *,ה׳ תלמ׳די׳ הי לריב״י כ״ז שהי־ קיים היו לפניו כשנפטר הלכו ליבנה והי ראב״ע לאמאום מקום מים יפים וכוי Siehe auch Abot Rabbi Nathan c. 14 Ende. Von R. Josua insbesonders wird gesagt, dass er R Jochanan nach Berur Chajil gefolgt sei. j. Demai 3, 1 <23, b); Maseroth 2, 3 (49, d); Tossifta ibid. c 2. — Berur Chajil wird als Lehrort R. Jochanans neben Jabneh, dem Lehrorte R. Gamliels, genannt, Sanhedrin 32, a. Bei Berücksichtigung der Zejt, welche die an dieser Stelle genannten Gelehrten angehören, wird man vielleicht אחר רבי (יוה׳ בן טרי) לבית שערים lesen müssen: R. J. b. N. hat bekanntlich im Bet-Schearim seinen Sitz gehabt, während R Jehuda Hanassi dort begraben wurde, aber doch nie an diesem Orte golehrt hat Aufmerksame Talmudleser haben oft ein רבי gefunden, hinter welchem der Name zu fehlen scheint. Wo lag dieses Berur Chajil? welchem! Orte entspricht dieser geographische Narfte?£ Diese Frage ist schwer zu beantworten. Der Name kömmt sonst nur noch als der eines heidnischen Ortes vor, wo eine Beschneiduug durch das Anzünden eines Lichtes den Juden kennt-1 lieh gemacht wurde, wie anderswo durch das Geräusch der Handmühlcn, die zur Bereitung der Mahlzeit in Bewegung gesetzt wurden a). Er mag wol nicht ferne von Jabneh, auf dem Wege nach Emaus (Nikopolis) gelegen liaben.; Nach dieser Stadt zog sich bekannter Weise Eleasar ben Arach nach dem Tode R. Jochanans zurück4). Zu Emaus halte Vespasian die fünfte Legion zurückgelassen, um sich den Weg zwischen Jerusalem und der Meeresküste zu sichern 5). Sollte in dem בריר das griechisehe qonvQiov stecken? Eine solche Vereinigung eines griechischen Wortes mit einem hebräischen (היל) sagt mir selbst wenig zu, und es soll mir lieb sein, wenn die verehrten Mitarbeiter an diesen Blättern etwas Besseres über diesen räthselhaften Namen Vorbringen׳ wollten Im Allgemeinen ist es mir bei den Bemerkungen, die ich den .,Forschungen“ übergebe, am meisten darum zu thun, belehrt zu werden. Ernste, urbane Besprechung der unzähligen Schwierigkeiten, welche besonders1 die sogenannten Realien des Talmuds bieten, und die bis jetzt so vernachlässigt wurden, kann nur förderlich sein, wenn sie von der; Liebe zur Wissenschaft und zur Wahrheit getragen wird, wenn jeder dabei seine Ansicht offen und frei an das Licht der Oeffentlichkeit bringt, aber auch ohne Eigensinn mit Freuden gegen eine andere vertauscht, sobald diese durch Gründe schlagend belegt wird. 3) j. Ketuboth 1, 5 und Sanhedrin 32, a, mit offenbarer Anspielung auf קול רהים ו^ור נר in Jeremias 25, 10. An 1 tzter Stelle findet sich.auch ein Ort בורני) ist er identisch mit בורן j. Deiuai 2, 1? Dieser scheintim hohen Norden gelegen zu haben. יי) S. Note 2. Es handelt sich gewiss um das Emaus in der Nähe Jabnebs, wo keine heissen Quellen, aber eiu sehr heilsames Wasser sich befand (/r?/y7/ tig sGti ötutrjfjiog, sagt Sozomen in seiner hist, eccles. V, 21), und wohin sich R Gamliel aus Jabneh auf den Markt begab, um einen Ochsen bei Gelegenheit der Hochzeit seines Sohnes zu kaufen (Sifra 16, b; m. Kerithoth 3, 8 und Maccot 14, a). s) Jos. B. J. IV, 8, 1. Bemerkung. Aus Mangel an Raum müssten mehrere werthvolle Arbeiten für die nächste Nummer zuriiokgelegt werden. Xnlialti Neu beigetretene Mitglieder. — Historische Skizzen aus dem Talmud. Von Dr. M. Zipser. — Notizen zur Geogra* phie Palästinas. Von Dr. N. Brüll. — Rabbi Jochanan ben Sakai in Berur ,Chajil. Von Dr. J. Derenbpurg. -׳־- Bemerkung. Druck von Sigmund Burger in Szegedin 1867.

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