Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 2 (15.1.1867)
- Date
- 1867-01-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Forschungen des wisseiischaftlich-talimidisclien Vereins^ Nr. 12. 1867. (Beilage zu ״Ben Chananja“ Nr. 2). " ‘ ׳% Dem Vereine sind neuerdings Mgetreten: | ׳ Herr Dr. D. Brüll in Wien. j Herr Rabbinats - Assesor Lichtschein | in Gr.-Kanizsa. 1 Historisclie Skizzen ans dem Talmud. Von Oberrabbiner Dr. M. Zipser. Eine Mischna (Edloth YIII. 7) überliefert• uns im Namen des R. Joch.• ben Sakkai Folgendes: ״Eine Hauptaufgabe des Profeten Elias wird darin bestehen, jene Familien aus dem Verbände Israels zu entfernen, die un. geachtet ihrer Unzulässigkeit (ססול וחוס) demselben gewaltsamer Weise sind einverleibt worden, und jene anzuschliessen, die man durch Gewalt entfernte. So gab es jenseits des Jordan eine Familie, das Haus Zeripha genannt, die ein Zionide (בן ציון) gewaltsam entfernte, und eine andere, die derselbe unrechtmässiger Weise einverleibte. Solche wird der Profet Elias ein verleiben oder ausschliessen.“ Dass die zweite unrechtmässig aufgenommene Familie anonym geblieben, sucht schon Maimonides in seinem Kommentar zu erklären: es geschah deshalb, damit dieselbe nicht dem schlechten Rufe preisgegeben werde. R. Salomon Lurja jedoch erhebt dagegen den Einwand, dass gerade desshalb die Familie hätte namentlich erwähnt werden müssen, um andere Familien vor der Vermischung mit diesen Eindringlingen zu bewahren (GA. Nr. 12). Er stellt daher die Vermuthung auf, dass wahrscheinlich die Blossteilung dieser Familie mit Lebensgefahr verbunden gewesen (בני ציון אנשי זרועי היו ואימת מלכות ריחה עמה□ שולטת על חכמי ישראל להמית ולהחיות). Jedenfalls geht;, aus obiger Mischna hervor, dass diese beiden Familien zur Zeit des R. J. b. S., d. h, gegen Ende des zweiten jüdischen Reiches, existirt haben. Wie aus einer anderu Stelle (Kiduscb. 71, a) zu ersehen, gab es noch eine dritte, ebenfalls anonym gebliebene, Familie, die dem Judenthume durch Gewalt einverleibt wurde, deren Name jedoch die Weisen nur im Verlaufe eines Jahrsiebends (ס|א בשבוע) ihren Nachkommen und Schülern mitzutheilen sich erlaubten. Wer waren also diese drei Familien, j die, wie es jedenfalls scheint, in hohem Ansej hen gestanden und von grossem Einflussegej wesen sein mussten? Wer ist ferner obiger | Zionide gewesen, der eine solche Gewalt über j das damalige Judenthum und dessen Schriftgelehrte ausgettbt? — Wir wollen es versuchen, einiges Licht über diese dunkle Stelle zu verbreiten. Herodes der Gross״ oder der Aeltere hatte sich einer sehr zahlreichen Familie zu ״erfreuen; er besass nicht weniger als ,10 Frauen, die ihm alle, bis auf zwei, einer Schwester und eines Bruders Tochter, Kinder erzeugten (Jos. Aut. XVII.; 1, 3. XVIII. 3, 4. Bell. I. 28, 4). Nicht so versüsst jedoch war ihm das Leben durch diese seine Hausgenossen; ־ sein Hof war der Sitz der abscheulichsten Familienintriguen, so dass er sich gegen Ende seines Lebens hinreissen liess, einen Theil seiner Familie hinrichten zu lassen. An. der Spitze dieser Hingemordeten stand die edle Mariamne, der letzte Sprosse des Has: monäerhauses nebst ihren beiden Söhnen, Alexander und Aristobul. Sie hatte dem Herodes;- auch eine Tochter, Namens Salampsia, erzeugt; , diese letztere heiratete ihren Oheim, Herodes Bruder, Phasalus, dem sie die Zipros, naclimalige Gattin von König Agrippa I und Mutter von Agrippa II., gebar. Agrippa I., wie auch seine Schwester Herodias, von der noch weiter die. Rede sein wird, waren Kinder des eben erwähnten hin gerichteten Aristobul. Eine andere Frau des Herodes, ebenfalls Mariamne genannt, war Tochter des Hohenpriesters Simon (des Boetus Sohn) aus Alexandrien. Sie gebar ihm einen Sohn, Herodes genannt, den der Vater anfangs, nach Ermordung obengenannter zweier Söhne, zum zweiten Nachfolger, d. h. nach dem Ableben seinös Sohnes Antipater von der Doris, ernannte, später aber, als auch Antipater hingerichtet wurde, aus seinem Testamente streichen liess (Jos. Bell I. 29, 2. 30, 7). Dieser jüngere Herodes war erster Gemal der oberwänten Herodias, mit der er als Privatmann in Rom lebte. Eine dritte Gemalin von Herodes dem Aeltern war Malthaka, eine Samaritanerin , die ihm den Archelaus, der dem Vater als König folgte, und Antipas, der Tetrarch von Galiläa wurde,