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Ben Chananja · 1867-01-15 · 2 (15.1.1867) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
2 (15.1.1867)
Date
1867-01-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Kultus uud Kultusgemeiude. Pest, 5. Janev. Während die Inden in manchen Kantonen der republikanischen Schweiz in diesem Augenblicke nicht geringe Anstrengungen machen müssen , um sich die Befugniß zu der, von der Gesetzgebung alö' thierqualerisch perhorreözirten, Schechita zu erwirken, hat letztere bei uns mit Schwierigkeiten anderer Art zu kämpfen. Auf Anregung der Herren Sam. Deutsch und Moriz Fleischner hat der Gemeiudevorstand in letzter Zeit drei Fleischbänke unter die Aufsicht besonderer Inspektoren gestellt, so daß dieselben selbst den skrupulösesten Anforderungen Genüge leisten. L. Szegedill, 9. Inner. „Einer unserer vorzüglicher« und gesuchter» Aerzte, Herr Dr. Moriz Altstädter, verläßt noch im Laufe dieses Monates unsere Stadt, indem er als praktizirender Arzt nach Pest übersiedelt. Herr A. hat durch seine Bescheidenheit, sowie durch sein unermüdliches und eifriges Gebühren, das er seinen Kranken angedeihen ließ, die Achtung-nnd das Vertrauen des Publikums erworben. Auch -hat.der genannte Arzt durch die Erörterung der klimatischen und sanitären Verhältnisse unserer Stadt in einem besondern wissenschaftlichen Werke, und durch die in Pester und Wiener Blättern erschienenen Artikel über die Szegediner sodahältigen Teiche sich verdient gemacht. Unsere Stadt versiert in ihm einen trefflichen, wissenschaftlichen Mann, dessen Abgang sehr viele höchlichst bedauern werden." Soweit das -n'Lssgeäi LirÄäo." Die hiesige isr. Gemeinde bedauert eö aank>,besonders, daß Herr Dr. Altstädter sich von ihr trennt, dMer^eine^Reihe von Jahren als Gemeinderepräsentant an den Angelegenheiten der Gemeinde den. wärmsten Antheil -nahm, und: er! sich, auch in dieser Richtung vielfache Verdienste erwarb." : — LosontZ, 5. Jäner. Herr Alb. Schmied!, der sich als Vorsteher der hiesigen Gemeinde in allen gebildeten jüdischen Kreisen ded^Vaterlandes einen klangvollen Namen 'erworben hat, fand sich bewogen, sein Dorsteheramt nieder- Hulegemu Unser biederer und einsichtsvoller Dr. Schenk gab dem allgemeinen Verlangen nach, indem er jenes Amt Provisorisch übernahm.-' — Preßblirg, 31. Dezember. Wir sind in Gefahr, unfern Fischmann zu verlieren, da die Päpaer Gemeinde auf denselben resiektirt.- Wie ich höre, war Herr F. so unvorsichtig., sich über.die in Papa während der Cholerazeit ans frischen Gräbern veranstaltete Hochzeit nicht sehr beifällig zu äußern, und.: dadurch das in seine Orthodoxie gefetzte Vertrauen zu erschüttern. Es wäre sehr erwünscht, wenn einer der gelehrten Mitarbeiter des „B. CH." sich entschlöße, den Ursprung dieses Aberglaubens zu beleuchten. 1^. R...Neutra, 7. Jäner. Der bisherige Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Zeisel, hat sich um die Gemeinde- Angelegenheiten^ so bedeutende Verdienste erworben^ daß bei der Neuwahl unter 160 Stimmen 143 ihn wieder zum Vorstände verlangten. Er "glanbte jedoch, die Wahl ablehnen-zu müssen. Unsere Hauptschule blüht. An die Stelle des früheren Obmannes der Schulkommission, Herrn Dr. Goldner, ist Herr Dr. Bilitzer gewählt worden. R. Posen, 18. Dezember. Mehrere Blätter, zuletzt „ha- Magid" bringt wahrhaft herzzerreißende Nachrichten über den religiösen Zustand der Juden in Kai-Fuug-Foo in China. Ob die dortige jüdische Kolonie noch für das Judenthum gerettet werden könne, ist, wenn die vorliegenden Berichte mit der Wahrheit übereinstimmen, sehr zu bezweifeln. Zu, den Aufgaben der Alliance gehört es aber jebenfallS, dahin zu streben, daß eö den. versprengten jüdischen Kolonieen ermöglicht werde, sich die Kenntniß der väterlichen Religion in Ihrer bezüglichen Muttersprache anzueignen. Miskolc), 6. Jäner. Der RabbinatSkandidat, Dr. Jakob Kohn, hat in beide» Synagogen mit allgemeinem Beifalle gepredigt. Wissel, 2. Jäner. Unser ehrw. Rabbiner, Herr Astruc, hat vor Kurzem in Ar.l.o m (Luxemburg) eine Synagoge eingeweiht, zu deren Erbauung die dortige Gemeinde nur ein Drittheil der Kosten beigetragen hat. Die anderen zwei Drittheile wurden vom Departemement und dem State bestritten. Die Baukosten beliefen sich auf 36,000 Franken. Wohlthiitiglmt und WohltlMigkeitsanstaltm. 'U. L. Iiltofen, 7. Jäuer. Die durch ihre Großherzigkeit bekannte Familie Goldberger hat den hiesigen Armen 450 fl. vertheilen lassen. Die Frau Jeanette Goldbeeger, verehelichte Auspitz, hat diesen Akt der Mildthätigkeit mit liebenswürdiger Leutseligkeit'persönlich vollzogen. Gottes Segen ruhe auch fortan auf dem Goldberger'schen Haus! o Irak, 29. Dezember. Die Generalversammlungen der hiesigen Gemeinde und ihrer wohltätigen Vereine, der parlamentarische Takt, der dabei herrschend ist, und die. Reden, die gehalten werden, sowie die musterhafte administrative Ordnung, von welcher die Jahresberichte Kunde geben, — alles dies muß dem Fremden eine» wohlverdienten Respekt für die hiesige Gemeinde einflößen. Vater Chorin hat also nicht umsonst gelehrt und gewirkt! Sein Name - wird auch bei jeder Gelegenheit mit Ehrerbietung genannt.. Letztlich geschah dies bei der Generalversammlung ^des,,Hninanitätsvereines. Derselbe entstand 1830, war,ab,er Aon 1835 in Gefahr, aufgelöst zu werden. Nachdem-Chönns ErmM nung die Gefahr abgewendet hatte, wurde der Verein^dirHA die Vorsteher Wolf und, Jak.. Steinitzer, Moses Hirsches und Leop. Epstein konsolidirt. Jos. Herz gründete 1846 den- Vereinsfond, und wurde 1860 zum lebenslänglichen Fonds,- verwalter gewählt. In eine neue Bahn lenkte 1853 den Verein der Gemeindevorstand Ignaz Deutsch, der mit seiner edlen Großherzigkeit einen ungewöhnlichen Scharfblick verbindet. Der Verein erhielt in dem in der hiesigen Stadt sehr geachteten Paul Wallfisch einen eigenen Präses und ein neues Statut. Ihm folgte der treffliche Heinlich Blan, dem das Gedeihen des Vereins eine heilige Herzensangelegenheit ist. Ich entnehme diese Notizen dem Vortrage' des . Gemeiudepräses Jos. Hirschmann, der den Verdiensten.Blaus, sowie denen des Oberrabbiners Steinhardt, der Vereinsmitglieder Moriz Klein, Sigmund Schwarz und und dem ,'.gewandten berufseifrigen Sekretär Leopold.Rosenberg in warmen Worten Anerkennung zollte. Der . Ehrenpräsident Jgn. Deutsch wohnte der Sitzung bei, und chatte ,die Freude, seine gemeinnützigen Bestrebungen so erfolgreich ' förrgesetzs zu sehen. Gewiß ist nicht jede Gemeide so glücklich, eine Reihe chon Jahren mit der Vorsteherschaft eines Ignaz Deutsch. gesegnet zu sein; es ist aber auch nicht jeder Vorsteher , wie Ignaz Deutsch, so glücklich, einen Nachfolger, wie Jos.,Hirschmann -zu haben. ' Für den in hiesiger Stadt herrschenden Geist der Toleranz ist es gewiß charakteristisch, daß der Verein auch von christlichen Mitgliedern und Wohlthätern unterstützt wird. Schließlich erwähne ich noch,, daß der Redakteur des „Ben Chanauja" und Hermann Herz in Pest zu Ehrenmitgliedern deS Vereins gewählt würden. . , Nekrolog Le. . U. Gonyhäd, 26. Dezember- Der begabte und.tüchtige MoiÜL der seit sechs Jahren , an der Hiesigen Schule mit gesegnetem Erfolge wirkte, hat heute im 27. Lebensjahre seine LMbahn auf Erden geschlossen. Die Achtung Aller, die ihn kannten/ folgt ihm in die bessere Wels. Friede seiner Asche!

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