Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 2 (15.1.1867)
- Date
- 1867-01-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ä Üet Beginn meiner Laufbahn gesteckt Habe: die Erzwingung der Rechte der Inden und die RegelteM-, tioü^der Inj)en^ Währet aber mein Leben noch länger, so. will ich dieses Ziel verfolgen bis zu meinem letztest Athemzuge. (Diese Worte wurden mit allgemeinem .Beifalle ausgenommen). Ms LmtWiläum »es flöcttaßßiticrs Jfaljii in Trier. 15. Hcj. 1866 (Zabb. P. Wa-Äiggasch.) /’/' Schweich bei Trier, 27. Dezember 1866. ׳Verehrtester Herr Redakteur! Ich habe wol nicht nöthig, Näheres über die hohen Verdienste des hochwürdigen Herrn Jubilars zu berichten, tza, .wie Sie selbst in Nr. 43 Sßref geschätzten; .Blattes so sinnig , und richtig bemerken, dieselben. '/hWngjjch bekannt find. Gehen wir daher zum Feste selbst über. ׳ Nachdem durch bas Feftkomits alle Vorbereitungen getroffen waren, fandeu sich am Freilagn Abends um 7 Uhr im-hellerleuchteten, mit Guirlanden und passenden Inschriften festlich geschmückten Gemeindesaale, wo bereits zahlreiche Gratulationsschreib^en und Geschenke auf dem. Tische lagen,; söwöl/aus der Stadt und den Vorstädten, als auch von der > Umgegend Männer und Frauen in dichter Menge ein, um. bei der Ueberreichnng der Ehrengeschenke, anwelchen sich auch die Landgemeinden bethatigt hatten, gegenwärtig, zu sein, und um den-Jubilar in herzlicher und feierlicher Weise zu beglückwünschen. /Bei dieser'Häuslichen Feier war' auch/ der Herr' Re- glerüügSptäfident ׳von^Gäktner 'tiiiwe'senb"'^'׳ V1 Sobald der Jubilar eintrat, stimmtedev Synagogen- Chor, dirigirt von Herrn Kantor Schmal in Trier, einen ergreifenden Gesang an, bestehenb. in einem vpn mir zu.,diesem Feste verfaßten Gedichte , welches der eben erwähnte Kantor Schmal in Musik gesetzt hatte. ' ' Sodann hielt Herr Allmeyr, eines der ältesten Mit- Meder des FestkomitsS, eine mit-allgemeinem Beifalle aufgenommene Ansprache an den Jubilar , in welcher die Resultate der bisherigen Amtsthätigkeit desselben.in anerkennender Weise hervorgehoben würden und worin, zum Schluffe, .mit einer Anspielung, auf das','in vier werthvollen silberneM Leuchtern bestehende Ehrengeschenk, über den Vers : DaS Gebot ist eine Leuchte und die Lehre ein Licht (Spr. 3, 25) gesprochen und darauf hingewiesen wurde, daß: der Jubilar «ns immer iu allem Guten vorleuchtete, -daß er ganz besonders sich für den Bau neuer Synagogen eifrigst bemühte, und stets in klarer, lichtvoller Sprache das Wort Gottes -verkündete. Hierauf dankte der Jubilar untev Thränen der Rührung in herzlichen Worten, anknüpfend an den Tert seiner vor 25-Jahren abgehaltenen Antrittsrede: Ich bin zu gering aller Garmherzigkeit und Treue, die du deinem Knechte erwiesen (1 M. 32, 11), was alle Anwesenden tief ergriff. ES folgte wieder ein Chorgesang, womit dieser Theil der Feierlichkeit geschloffen war. Nun lud der Herr Jubilar die Anwesenden zu Erfrischungen ein, wobei verschiedene Toaste ausgebracht wurden, unter Anderem benützte ich folgendes Chronogramm des lausenden Jahres zu einem Toaste: יחיה אדונינו יוסף הרועה אחיו <ES lebe unser Herr Josef; der Hirte seiner Brüder!) So blieb die Gesellschaft noch mehrere Stunden munter!!und fröhlich:beisammen. Sparer brachte der׳ Chor wieder,eine Serenade. . / Am SamStag Morgens fand in der reichlich mit Bin-!men geschmückten Synagoge und bet dtn brennenden GaS- I lichten, eine entsprechende Feier Statt, bet welcher aüch de?' Herr Regierungspräsident, der׳ Herr Landrath und׳ der Herr׳ Bürgermeister zugegen waren. Nach dem Etnheben der Thora.' g stimmte der Chor einen herrlichen Festgesang an, worauf, Herr Lehrer Levy aus Ottweiler, ein langjähriger alter. Freund des Jubilars, die Kanzel bestieg und eine höchst ge-' diegene Festrede hielt über Jes. 9, 1. Redner sprach in ein- / gehender Weise über die Bedeutung des Festes, schilderte׳ J sodann den Beruf eines jüdischen Priesters und zeigte in. | beredter Sprache, wie der Jubilar diesen seinen Berns bisher immer so treulich erfüllt habe, wie Synagogen, Gemeinde und Schulwesen, Dank den Bemühungen desselben, in schönster Blüthe dastehen, und knüpfte zum Schluffe die / herzlichsten Wünsche für denselben an. Hierauf dankte der Jubilar wieder in gemüthlicher und ergreifender Weise, anknüpfend an den Vers:׳ Auch bis zum Alter und grauen Haare, Gott verlaß mich nicht (Ps. 71, 18). Ein Schlußgesang beendigte auch diese Feier. Im Laufe deS Tages fanden sich noch viele Gratulanten'in der Wohnung des Jubilars ein und kamen noch zahlreiche Briefe Und Telegramme von Nah und Fern an. - : , Und so schließe ich denn diesen meinen Bericht , mit dem innigen Mansche, daß alle die Segnungen auf hem Haupte des Jubilars ruhen möchten, die für denselben M seinem Ehrentage Mündlich und schriftlich ausgesprochen wor-» den sind. Möchte derselbe noch lange, lange zum Heile und Wohle wirken! Der Segen Gottes ruhe auf dem Haupte» Josefs und:auf dem Scheitel deS Geweihten seiner Brüder. (5 M. 33,16) Amen. Michael Levy, Lehrer zu Schweich/ Mänile in pafällina, Z. Jerusalem, Auf. Dezember. Das Elend hat leider unter der hiesigen Einwohnerschaft nur in sehr geringem. Maße abgenommen. Im vergangenen Jahre haben sich mehrere Kalamitäten vereiniget, die Lage., zu einer wahrhaft, traurigen zu machen. Ich brauche nur die von den Heuschrecken angerichteten Verheerungen zu erwähnen, durch welche eine Theuerung aller Lebensmittel herbeigeführt wurde. Hier hat man wirklich einen herzzerreißenden praktischen Kommentar zu der Beschreiburlg, die der Profet Jo6l von den Heuschrecken gibt.,. Hier..sieht und empfindet/Man. es: ״Kor ihm her frißt Feuer/, und hinter ihm her .fegt Flammen; gleich dem Gar^yWdens das. Land vorihm, und chmde? ihm Wüstenei Dazu kam noch!/ , daß die! hiesige Garnison-zur Unterdrückung deS .in :der Gegend, von Gaza ausgebpochenen Aufstandes verwendet werden mußte, wodurch, die Straßen, in״der Umgebung,der. hiesigen Stadt unsicher gemacht würden', so daß die Zufuhr von Lebensmitteln abnahm.'׳ Auch Wassermangel macht sich hie und da wieder fühlbar; ׳döch gibt eö zwei Punkte, an denen Wasser geholt werden kann. Die englische Regierung hat nämlich eine Wasserleitung von der Etam-Qnelle (ץ# OVW) *) nach Jerusalem geführt, zu welchem Behufe auch Sir Moses Montefiore dreihundert Pfund Sterling beigesteuert hat. Ueberhaupt kam der edle Montefiore mit .den treff-- lichsten Und reinsten Intentionen. Er versäumte nichts , um sich über, die vorhandenen Zustände zuverlässige Jnforma- *)Diese iim Talmud öfters genannte Quelle wird von Raschi , (Joma 31, ») für das biblische Me Naflhoach (Jos. 15, 9) gehalten״ waSK Schwarz (H. L. 225) übersah. Beide Quellen sind nach-ihm identisch mit; der Quelle,' die jetzt den Namen Bnmköqnellc führt. Robinson schreibt fälschlich (Zthain (Pal. 2, 157). Jos. Alterth. VIII. 7. 3 schwanken die Lesearten. Die Restart ist irrrthümlsch. :quü dem biblische. □1איר § geflossen. ' 1! N'ed. > >