Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 2 (15.1.1867)
- Date
- 1867-01-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«ach diesem Gesetze Mann und Frau nicht gleichberechtigt, da eS doch das rührende Gesetz auSspricht: ehre Vater und Mutter! Und wie sollen denn Euere Kinder ihre Mütter ehren, da sie doch im Hause des Vaters die Gattin zurückgesetzt sehen?" Ich will Ihnen, meine Herren, nicht meine ganze Ansprache wiederholen, Zhnen, die Sie doch den Frauen mit innigerSHuldtgung begegnen; nur sei erwähnt, daß sie merkwürdiger Weise Anklang fand. Die Worte desjenigen, dem eS ^ben gelang, Mehmet Ali zu bestimmen, seine Glaubensbrüder in Freiheit zu setzen , die verleumderischer Weise angeklagt waren, ihr Peßachbrod mit dem Blute des P. Thomas gebacken zu haben,— diese Worte betrachteten meine Glaubensbrüder als heilige Worte und am folgenden Tage, am Sabbathe, bemerkte ich, als ich in die Synagoge trat, daß die Frauen, mit den Männern vereint, ihre Andacht verrichteten. Ja wol, meine Herren, wir gründen im Oriente Schulen für Knaben und Mädchen; doch wir können diese Institute nur auf Grundlage der gezeichneten Beisteuer unterstützen. Als unser Kassier seinen Bericht verlas, bemerkte ich, daß der Bericht ein Apell an unsere Mildthätigkeit ist; eS. sei. hier noch einmal darauf hingewiesen. Geld bedürfen wir; Geld und Mitglieder; fünftausend zählen unsere Mitglieder, ich möchte deren zehntausend, ja noch viel, viel mehr zählen. Vornehmlich wende ich mich an die Einwohner von Paris. Sollte Konstantinopel, Amsterdam, Livorno, Kopenhagen verhältnißmäßig ein größeres Kontingent von Mitgliedern stellen-, als Paris? Sollte sich Paris nicht beeilen, und sollten sich nicht in großer Anzahl Mitglieder einfinden? Sie rn'ögen zu uns kommen und unS unterstützen mit ihrer Mildthätigkeit : die Reichen, denen Gott vergelten wird die Hilfe, die sie unserem Vereine angedeihen ließen; und auch die Armen mögen sich betheiligen mit ihren milden Gaben, die sie durch ihrer Hände Arbeit erspart haben; der Gott gefälligste Weihrauchs ist der Pfennig, den der Arme für Almosen erspart. Findet Euch als Mitglieder ein und dann sei jedes Mitgled beflissen, einen Genossen für unfern Verein zu gewinnen; bilden wir'eine Kette, deren erstes Glied im Himmel ist! Steuern wir bei zur Befreiung, zur Sicherung unserer Brüder. Saget, welch schönerer Beruf könnte uns beschicken sein? Und glaubet nicht, daß unsere Unternehmung scheitern könnte. War doch so gering, als wir anfingen, und wie ist sie groß geworden bis zum heutigen Tage! Wissen Sie, was sie mir eigentlich darstellt? das jüdische Volk selbst. Stellen Sie sich inmitten der Massen, die diese Erde bevölkern, inmitten der Millionen, die sie bedecken, einen Stamm von 600,000 Menschen vor, — beschuldigt man uns doch, die Zahl zu hoch angegeben zu haben, stellen Sie sich inmitten der Königreiche und Kaiserreiche, die sich in den verschiedenen Gegenden ausbreiten, ein kleines Königreich in einem Winkel der Erde vor — dieser Stamm wächst zum jüdischen Volke heran, dieses Königreich ist das Königreich Juda. 'Unter David und Salomon entfaltet und entwickelt es sich , wie seine Flüsse, die aus unscheinbaren Quellen hervorfließend, zu großen Strömen anwachsen, die wüste Gegenden fruchtbar machen. Wie ist ihm aber fei« wundervoller Beruf geworden? Meine Herren, seine Mission ist ihm geworden, weil Israel allein den MonotheiSm auf sän Banner geschrieben hat. Ja Israel allein, und es ist sein unsterblicher Ruhm, den einig einzigen Gott angebetet zu haben. Unsere Väter, meine Herren, und wir können daS mit Stolz sagen, unsere Väter haben den Völkern der Erde den Monotheismus gelehrt. Wissen Sie denn, was die Erde war, als Moses die Lehre unseres Gottes verkündete? Als die Israeliten aus Aegypten zogen, herrschte frech die schmählichste Vielgötterei, die wildesten uud die lächerlichsten Götter theilten sich untereinander in der Herrschaft der Welt. Der. Stier Apis war noch das edelste Thier, vor dem die Mensch^ heit sich auf das Knie warf. In dem aufgeklärtesten Lände hatte jede Leidenschaft ihren Gott und diese Religion war auch die am wenigsten bejammernswerthe, da sie milde Götter und anmuthige Göttinnen zuließ. Welche Schamröthe he,dfskt unser Antlitz, wenn wir unS erinnern, daß die erhabeNsteys.^ Geister des Alterthums sich vor diesem unendlichen lSchwäriO' von Göttern niederwarfen. Aber welche berechttgte und'.süße! .Freude erhebt uns, wenn wir unö sagen", , unsere Väte^ haben Gott den einig einzigen verherrlicht- Oh, Me -könnet', Ihr denn die Nachkommen dieser Menschen verfolgen!, Me, die Welt mit der erhabensten Wohlthat, mit-dermnendlichieU Quelle der reinsten, des Menschen würdigsten Moral beschenkt haben? Wenn sie sich auch zeitweilig — dem^Aberglauben des Alterthums unterliegend —dem Baal-züwendeten, welche Reue folgte der Sünde!, Und als d'arM/hie bösen Tage kamen, durch welche Leiden, durch welche? Verfolgungen, durch welche Opfer haben die Nachkommen ^dev, egyptischen Flüchtlinge daS geheiligte Banner des Monotheismus bewahrt und erhalten, das Banner desemigeinMen Gottes, der da ist eine einzige Person — doch ich entheilige seinen Namen, unser Gott ist keine Person , man'kann ihn nicht kennen, nicht därstellen, er ist nur Geist und Licht und er selbst offenbart sich in. den Worten : Ich bin , .'der Ich bin! . " . Unendliche Erhabenheit unserer Lehre, die du nimmM vergehen konntest! Verkünden dich doch jetzt diejenigen-, Me dich einst verfolgt haben. Uud welche Lehre! Der Dekatög enthält sie, und nie und nimmer hat sich ein Gesetz über he-n Dekalog erhoben. Ich halte inne, meine Herren. Unterstützen Sie/uns, die Kinder Israels zu erheben, die noch unter dem Drucke seufzen. Was mich betrifft, so habe ich während der drei letztverflossenen Jahre mit ganzer Hingebung , meinem Berufe nachgestrebt, auf Seiten des neuen Präsidenten/ der-meinen Platz einnehmen wird, will ich dasselbe thun; wie lange noch? das weiß Gott (Rufe!: noch sehr lange). Meine Herren, die Jahre, die uns über chie,, M geschenkt werden, sind Jahre der Gnade, ich will fie Maschen rechts und links (Heiterkeit). Schlägt meine Stunde^'solscheide ich mit dem Bewußtsein während eines halben'Jahrhunderts daS Ziel unermüdlich angestrebt zu haben, das ich mir