Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 2 (15.1.1867)
- Date
- 1867-01-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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38 32.-' dt?'die'Mehrzahl der Volksvertreter gegen unsere Glaubensgenossen nährt, und die sich auch in der Kundgebung jener Jünglinge Rumäniens äußert-, denen di? nächste Zukunft gehört. Wahr ist es, der Geduld darf man-sich in menschlichen Dingen nicht entäußern. Doch welches andere Volk hat so viel Geduld betätiget, als das jüdische? hat doch Gott selbst ihm das schönste Beispiel der Geduld gegebenindem er die Schöpfung in sechs Tagen vollzog, da er doch die Weltwie daS Licht hätte erschaffen können, sprechend: es werde die Welt! Wie würdige Nachkommen sind wir doch Israels! Unglückselige, verfolgungssüchtige Jahrhunderte sind über uns dahingebraust, und wir sahen nichts als Schutt und Peiniger; verfolgt, verkündeten wir die Einheit unseres GotteS; vernichtet, fingen wir ungebrochen wieder an, an ttnserm Glücke zu arbeiten; tzie Tobten vererbten ihren Nachkommen---die sie beweinten, das Svmbol der Einheit Gottes »nssd, diese setzten das Werk fort. Die Juden, frei und^niachtig in ihrem engen Vaterlande, waren der niedrigsten Knechtschaft verfallen: doch geschaffen im Ebenbilde-Gottes- Vorfahren der Christen, deren Verfolgungen sie aüSzüstehen halten, war nichts an ihnen, das sie der Verachtung'Werth' gemacht hätte. Und in der That, meine Herren! rwer> von uns/Christen und Juden, wäre im Stande, iw^dieser Gesellschaft Juden und Christen zu unterscheiden und die Einen auf die eine, die Andern auf die andere Seite zu stellen .('Allgemeine Heiterkeit)? Meine Freunde, man muß uns endlich Anerkennung zollen; hören Sie-mich! Die Inden müssen sich bestreben, die ersten, die besten-Bürger zu werden; unser Losungswort sei:' Arbeit, Ehre! Die Arbeit ist das Leben des Menschen, sie ist sein schwerstes, aber auch sein ruhmvollstes . LrbenSelement. In der Schöpfungsgeschichte heißt es: Du sollst dein -tägliches Brot im Schweiße deines Angesichtes offen; unterlegen Sie diesen Worten keine falsche Erklärung, ohne Arbeit keiN>!Genuß; nur die Arbeit schafft Brot, Nah-' vung für den 'Korper, Nahrung für den Geist. Seien wir arbeitsam, und' 'inÜem'wir Bewunderung zollen der Macht deö-mensch ichen Genies unserer Tage, ehren wir die Arbeit, die der-Erde die-Ernte, der Seele die geistigen Eingebungendem Künstler die Wunder abringt und die dem fleißigen Arbeitet Vas»'tägliche Brot verschafft. Die Ehre! Nimmer -weiche dieses geheiligte Wort vor unfern Augen. Enthält es doch Alles, waS den Menschen erhebt und edelt. Die Ehre, sie besteht nicht nur in dem Ruhme des Schlachtfeldes, worauf sich daS Blut der Juden mit dem ihrer christlichen Nebenmenschen in der Verteidigung des Vate^andes vermischt hat; auf ihrer Brust sehe ich das Zeichen, daö meine Aussage bestätigt und wie viele sind unter uns, alte, ergraute Kämpen oder junge Krieger, die uns in Erinnerung bringen, jene die Siege des ersten Kaiserreiches, diese die würdigen Seiten stücke des letzter», demselben Stamme entsproffend (Beifall)! Wahrlich,-keinerlei Art des Ruhmes mangelt uns und doch zählt-unsere bürgerliche und politische Existenz kaum sechs Jahrzehnte. Ueberall sind wir zu finden, jede Laufbahn betreten wir. Durch den Tod' HalevyS hat das Institut eine Stütze seines Ruhmes verloren: die Trauerest,n ihn wurde eine allgemeine, öffentliche und noch zählt däS Institut zu seinen Mitgliedern Munk und Frank. — Doch Namen darf ich nicht nennen, sind ja ihre Träger in meiner nächsten Nähe-und ich muß mich bescheiden , sie mit Stillschweigen zu übergehen. Die Ehre, sie hat ihr? Stätte auch im Innern unserer Häuser anfgeschlagen. Betrachten sie doch unsere Franem Wie fühlen sie sich doch glücklich im Glücke ihrer Ehegatten/ in der Erziehung ihrer Kinder! Wie ist doch ihre Tugend so anmuthig und rührend! Welch süßes Vorbild für unsere Töchter! Welch köstliche Stütze für die wunderliebliche Reinheit des Herzens! Ja, ja, die jüdische Frau ist noch in unfern Tagen für diese Welt eine neue Erscheinung/das Gefäß der Reinheit , von welcher die heilige Schrift spricht: (Allgemeine Bewegung und Beifall). ' : Arbeit und Ehre, sie seien unsere Lösung ^immerdar-, denn niemals dürfen wir von dem Wege weichen, s der! Uns vorgezeichnet ist. Bald wird der Augenblick' gekommeMNeiN) wo die Bezeichnung nach Religionen — erlanbett-Sie'-Mir, mich dieses Ausdruckes zu bedienen ,— nur in-der-ErinneL rung fortleben wird, wo jeder Franzose in - den Augen Aller nur Franzose sein wird. - ' / l : Wie viel hat sich doch, meine Herren, in so. kürzör Zeit geändert! Als ich noch Knabe war, es isk freilich-'-schon lange her (Heiterkeit), bin ich doch schon 71 Jahre'alt'-— was ist denn aber diese Spanne Zeit in der Ewigkeit dieser Welt? — ich sage, als ich noch Knabe war, konüter ich» nicht über die Straßen meiner Vaterstadt gehen, ohne Beleidigungen zu ernten. Wie viele Kämpfe-müßte^ich mir.meiner Faust auskämpfen! (Allgemeine Heiterkeit)s -'Ein ige'Hahre späterals ich meine Studien beendet hattet ulld 1817-Mach- Nimeö zurückgekehrt war, nahm ich meinen Platz: als Advokat ein, ohne im mindesten in meiner'Eigenschaft , als Aude behelligt zw sein. Ich sah dann, wie die Inden immer höhere und höhere Stufen erklommen, und meine Freude ttvuchs'von Tag zu Tag. Ja, meine Herren, ich-will oS-Ihnen gerne gestehen, daß ich stolz auf die Juden bin,-und stö-dürfen^mir dieses eitle Gefühl nicht für ungut haltess. ^Zählten doch die Juden, als ich noch Knabe war, nichts, gar MichtS- und nun ich alt gemorden, sehe ich sie voll glühenden Strebens/ Eifers und MntheS als arbeitsame gute Bürger / als nützliche Menschen; ich habe gesehen, wie sie sich auf jeder Laufbahn eine geachtete Stellung erzwangen; ich habe ihre! Ndmert nennen gehört unter den Namen, die den Rnhm unseres Vaterlandes ausmächeM Muth, meine Freunde, verdoppeln Sie Ihren Eifer! wenn es sobald .und so gut -gelangdie Gegenwart uns dienstbar zu machen, wie herrlich wird-nNs die Zukunft sein (Anhaltender Beifall).' » - . ' - Meine Herren, der MiavoM iuraöMs ist in dieser Aufgabe des Fortschrittes > eine wichtige Rolle gefallen. Ein doppeltes Ziel hat sie sich gesteckt muss sie verfolgt dasselbe mit grenzenloser Hingebung und mit 'dem glücklichsten Erfolge. Und dieses doppelte Ziel lst: die Juden gegen Verfolgungen und-Ungerechtigk eiten z-u schützen/und die rRe generatio-n/der Juden