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Ben Chananja · 1867-01-01 · 1 (1.1.1867) · page 17

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Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
1 (1.1.1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Forschungen des wissenschaftlick-tainiudischen Vereins. N110 .־. , (Beilage zu ״Ben Chanaoja“ Nr. 1). Dogmatische und dogmeageschichtliche Studien *). n. Die Aussprache des vierbuchstabigen Gottesnamens. A. Die biblische und talmtidische Zeit. Während Aegypter , Babylonier, Inder, Chaldäer, Aethiopier und Sabäer ihre heiligen Gottesnamen hatten, die sie sich auszusprechen scheuten (d^Qijzora), findet sich keine Spur, dass diese Scheu auch bei clen Israeliten der biblischen Zeit einheimisch gewesen wäre. Die Psalmisten der Hasmonäischen Epoche bedienen sich des vierbuchstabigen Gottesnamens in einer Weise, die keinen Zweifel darüber aufkommen lässt, dass man im heiligen Lande damals noch keinen Anstand nahm , diesen Namen auszusprechen. So kann׳ Es. 118, 26. keinen andern Sinn haben, als: Gesegnet sei, der da kommtf mit dem Namen miT? d. i. mit dem Segen, bei dessen Ertheilung der heiligste Gottesname ausgesprochen wird; worin zugleich ein feierlicher Protest gegen die Anerkennung des Jupiter Olympius liegt, dessen Anbetung an dieser Stelle die syrischen Gewalthaber oktroyirt hatten. Die angeführten Bibelworte wurden häuüg missverstanden. Noch Ewald übersetzt, einen doppelten Irrthum begehend: ״Sei gesegnet, der im Namen Jahve’s kommt!“ Einen Irrthum vermied Mendelssohn. Er übersetzt: ״Willkommen im Namen des Ewigen!“ Auch in Bunsens Bibel wird unter Einweisung auf mehrere Bibelstellen (4 M. 6, 27; 5 M. 21, 5; Ps. 129, 8) bemerkt, dass בשם zu ברוך zu gehören scheint. Das 1111״ Namen“ wird aber auch hier beibehalten. Allein בשם ה׳ heisst im biblischen Hebraismus nicht in, sondern mit dem Namen Gottes, d. i. mit Nennung des göttlichen Namens. קרא בש□ ה׳ bedeutet: anrufen oder beten mit dem Namen miT» sieh beim Gebet dieses h. Namens bedienen, ein monotheistisches Gebet verrichten. Der Segen Davids z. B., von dem der ') 8. Nr. 6 der Forschungen. Beil, zu ״B. Ch.“ v. J. Nr. 35. Chronist erzählt (1 Chron. 16, 2), geschah mit dem Namen Gottes, also auf die feierlichste und wirksamste Weise; von einem Segen im Namen Gottes (divino mandato, divinä autoritäte) ist daselbst keine Bede. Die Worte יהללו אה שם יהיה (Ps. 148, 13) liefern den evidenten Beweis, dass noch die jüngsten Psalmendichter das Tetragrammaton ausgesprechen haben *). Eine hierauf bezügliche pro־ hibitive sadducäisch - zadokitische Anordnung (Geiger, Urschrift 263) war also zu jener Zeit nicht vorhanden, da nicht abzusehen ist, weshalb die Verfasser der Siegeslieder Opposition gegen dieselbe gemacht hätten. Auch erhellt aus den Quellen, dass rücksichtlich der Pronuntiation des Gottesnamens keine Meinungsdivergenz zwischen Pharisäern und Sadduzäern vorhanden war, weil dieselbe sonst bei Beschreibung der Versöhnungstags-Funktionen (Joma 1, 5) nicht unerwähnt geblieben wäre. Der in der Bibel bezeugten Thatsache steht aber eine andere, derselben scheinbar widersprechende Thatsache gegenüber. Die Septuaginta, die ihren älteren Bestandtheilen nach früheren Ursprungs ist, als die Hasmonäischen Psalmen, übersetzt bekanntlich das Tetragrammaton mit Herr (xi>Q10g). Dies ist wol ans dem Umstande zu erklären, dass es den griechisch redenden Juden weder sprachlich, noch sachlich angemessen schien, den vierbuchstabigen Gottesnamen zu gebraueben; und dass in Aegypten, wo die Septuaginta entstand, die auch anderswo beliebte Geheimhaltung göttlicher Namen am Entschiedensten hervortrat (Grünebaum in der Zeit- Schrift der DMG. 16, 401). Da nun in der Bibel auch אלגי öfters vorkommt, wählte man diesen Namen als Substitut für das Tetragrammaton. Als Folge, nicht als Grund des Alexandrinischen Usus muss es daher an- *) Das Buch Enoch spricht von einem ,verhör-, genen Namen“ fäthiop. חבוא—הבלא) und dessen Erwähnung beim Schwure (69, 14); da aber die Entstehungszeit dieses Buches noch nicht eruirt ist, und dasselbe viel jünger zu sein scheint, als bisher angenommen wurde; so bann aus der angeführten Stelle in Bezug auf den Gegenstand unserer Untersuchung äein Schluss gezogen werden.

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