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Ben Chananja · 1867-01-01 · 1 (1.1.1867) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
1 (1.1.1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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15 Interesse an den Gemeindeverhältnissen erweckt. Hoffentlich werden die Wahlen, wie eö bei dem gesunden Geiste, der in der hiesigen Gemeinde vorherrscht, zu erwarten ist, in versöhnlichem Sinne ausfallen; das Gegentheil wäre der Same 'zu unendlicher Zwietracht. Schnlmcscu. -y. Pest, 24. Dezember. Der Bau eines SchulhauseS ist beim Gemeinde-AuSschusse neuerdings zur Sprache gebracht worden. Man wird die Angelegenheit nunmehr nicht wieder fallen lassen, und wird wahrscheinlich nächstens eine Subskription zu Gunsten des Schulbaues eröffnet werden. Z. Pest, im Dez. Lehrer und Schulfreunde machen wir auf die soeben erschienenen 50 ungarischen und 50 deutschen Lieder für Kinderstimmen, komponirt von Samuel Kohäuyi, Musterhanptschullehrer, aufmerksam. Wir können beide Hefte bestens empfehlen und bemerken, daß die bereits vvr mehreren Jahren erschienenen Lieder desselben Verfassers hohen Orts zum Schulgebrauche anempfohlen wurden. : 5. Pest, im Dezember. Der Lehrer Bauer ha! von dem Vorstände der Araber Gemeinde für die demselben zugesendeten Druckschriften ein sehr schmeichelhaftes Dankschreiben erhalten. q. Ofen, 15. Dezember. Belm Statthaltereirathe werden Berathungen über die Reorganisirung der Muster- Hauptschulen gepflogen. Das Resultat derselben soll, wie ich höre, im Jäner k. I. bekannt gemacht werden. — Ofen, 23. Dezember. Die Gemeinden zu Waitzen und׳ Komorn werden zur Subvention ihrer Schulen je 500 fl. jährlich ans dem isr. Schulfonde erhalten. Brünn, im Dezember. Von dem wackern Lehrer Samson Vogel in Eibenschütz ist eine kleine Flugschrift er- ׳schienen, die aller Beachtung und Verbreitung würdig ist. 'Dieselbe enthält zwei Aufsätze: 1. Worte eines Lehrers an ׳die Eltern der ihm anvertrauten Kinder; 2. Aphorismen für Schule und Haus. Die Aufgabe des letztem wird besonders mit Einsicht und Geschick besprochen. Möchten doch viele Eltern das hier Gesagte, lesen und beherzigen! J. S. 3lfa, im Dezember. Die mißverstandene Gemeinde-Antonomie hat leider wieder ein Opfer gefordert. Die Gemeinde zu Szolnok hat ohne allen zureichenden Grund dem braven Lehrer Schrank gekündigt, zu dessen Unterstützung nunmehr eine Spendensammlung veranstaltet werden sollte. Z. S.-A.-Ajhcly, 20. Dezember. Der Besuch unserer . Musterschule hat sich in letzter Zeit gehoben; er ist aber im Verhältniß zur Gemeinde noch immer dürftig genug. Bei uns wird auf der Bahn der Autonomie schwerlich das Ziel einer besseren Volkserziehung erreicht werden. Die Autonomie der Gemeinde muß einen Bildungsgrad derselben zur Basis haben, der hier nicht vorhanden ist. Wohlthätigkeit und Mohlthätiglleitsanstalten. B. Pest, 20. Dezember. Folgende Stiflungsurkunde .verdient wol auch in weiteren Kreisen bekannt zn werden. Dieselbe lautet wörtlich: ״Nachdem ich Endesgefertigre Babette, Witwe des gottseligen Herrn Markus Pollak und Tochter des verewigten Herrn Jakob Herz mit wahrer Freude von der Bildung eines wohlthätigen israelitischen Frauenvereinö in. unserer Gemeinde Keuntniß genommen, demselben als Mitglied beigetreten bin, und nun in Ersahrung gebracht, daß dieser Verein mit der edlen Absicht umgehe, ein Waisenhaus zur Erziehung armer israelitischer ,Waisenmädchen ins Leben zu rufen, ein Institut, welweS in unserer so ausgedehnten Gemeinde dringend Noth thut, und welchem ich meine volle Theilnahme und warme. Spinpathie zuweude; so habe ich mich entschlossen,, zur Förderung dieses wahrhaft wohlthätigen Institutes mein Schärflein bei- ,zütragen, indem ich, hierfür als Gründerin desselben den Bietrag von zehntausend Gulden in fünfperzentigen StatS- 16 Metalliques Nominalwerth widme und stifte. Diese 10,000 fl. Metalliques bin ich bereit, dem lobl. Äusschuffe deS besagten wohlthätigen israelitischen Frauenvereins auf jedesmalige Aufforderung derselben zu übergeben, mit der Bestimmung, baß mein Name als Stifterin und Gründerin deS israelitischen MädchenwaisenhanseS hier, in den Vereinsprotokollen eingetragen, und mir hierüber eine Bestätigung übergeben werde. Ich überlasse eS ganz dem Ermessen des gedachten löbl. FrauenvereinsausschllsseS dieses Stiftungskapital als Fond zu verwalten, und die Interessen zur Bestreitung der Jnstitutskosten zu verwenden, oder auch dasselbe, in dem Falle, wenn zum Zwecke des Waiseninstitnts ein Haus gekauft wird —־ zu diesem Hausankaufe verwenden zu können. — Möge hierdurch dieses wohlthätige Waiseninftitut baldigst ins Leben treten und mir noch die Freude gegönnt sein, aus demselben wohlerzogene, und in echt religiösem Sinne herangebildete israelitische Waisenmädchen hervorgehen zu sehen. Pest, am 13. Dezember 1866. Babette Pollak, geb. Herz. §. ÄafchllN, im Dezember. Herr Jos. Adler hat nach Ankauf des Besitzthums Forro-Encö den dortigen Israeliten angezeigt, daß er die Ausscheidung von passenden Grundflächen zu einer Synagoge und einem Gottesacker bereits veranlaßt habe. Die Erbauung der ersteren und die Umfriedüng des letztem wird auf seine eigenen Kosten geschehen. Gottes Segen möge auf dem edlen Greise ruhen! —n, TcmcsvUl.׳, im Dezember. Auch in diesem Jahre hat Herr Vorsteher Scharmann dreißig armen Schülern vollständige Winteranzüge gespendet. Der Akt frommer Wohlthätigkeit wurde durch eine Schulfeier verherrlicht, bei welcher Oberrabbiner Dr. Hirschfeld und Direktor Kohn treffliche Reden hielten,, und zwei Schü er auch der Dankbarkeit der Jugend in ungarischer und deutscher Sprache Ausdruck gaden. Gott erhalte und segne uNsern Scharmann! Das-ist der Segenswunsch unserer Gemeinde.' - - v 7. Paris, 30. November. Die gestern abgehaltene Generalversammlung der Alliance war sehr zahlreich -besucht. Die vorgelesenen Ausweise haben dargethan, daß sich der Verein in einem sehr blühenden Zustande befindet. Crsmieur hielt eine fulminante Rede (Wir werden dieselbe mittheilen. Red.). e 11 01 0 g i e. B. Wien, 13. Dezember. Heute wurde Hirsch Kolisch, der Gründer der jüdischen Taubstummenanstalt, ein in allen Schichten der Gemeinde sehr geachteter Mann, zu Grabe getragen*). Dr. Jellinek gab der allgemeinen, aufrichtigen Trauer beredten Ausdruck. Ein Zögling der Taubstummenanstalt sprach das Kaddischgebet. London, im Dezember. Die Familie Rothschild wurde von einem sehr schmerzlichen Schlage getroffen. Die Gattin des Barons Ferdinand v. Rothschild, Tochter des Pariamentsmitgliedes B. Lionel v. Rothschild, starb am 4. d. P!> in Folge einer Aufregung, die sich ihrer , gemeisterte, als sie während ihrer Geburtswehen erfuhr, daß die Aerzte entschlossen sind , das Kind preiszugeben , um das Leben der Mutter zu rettet. Sie war davon kaum unterrichtet, als ein Andrang deS Blutes gegen das Herz statlfand, ,ein Gefäß berstete, und sie dem Tode in die Arme sank. Der Schwager der Entschlafenen, Herr Alfons v. Rothschild und ihr Kousin, Herr JameS-Nathaniel v. Rothschild, begaben; sich sogleich von Paris hieher, wo daS Leichenbegängniß am 7. d. M. staltfand. Die Eltte der hiesigen Gesellschaft wohnte demselben bei. Die Armen beweinen eine ihrer, edelsten Wohlthsitkrinuxn. (Arch... Isr.).' . . *) Ä»ch ich enfe dem edlen, mir seit vielen Jahren befreundeten Manne mein letztes Lebewohl nach׳.! Sein Gedächtniß mird-ein gesegnete bleiben. L.

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