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Ben Chananja · 1867-01-01 · 1 (1.1.1867) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
1 (1.1.1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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13 ehrliche und fleißige Menschen sind, die obige Unterstützung ihrer Glaubensgenossen in vollem Maße verdienen. Möge dieselben zu Gunsten der Sohler Israeliten der Ausruf des Psalmisteu begeistern: ״Wohl dem der barmherzig ist!" — Mit aller Hochachtung verharrend, Eines löblichen wohlehrwürdigen Kultusvorstandes ergebener An t. Radvättßky M. x., Obergespan des Sohler Komitats. Pest, 10. Dez. 1866." Der ,Ausschuß resolvirte zu dem angedeuteten Zwecke 50 fl. aus der Gemeindekasse, und wird Herr Rabbiner G. hier die wärmste Unterstützung finden. Pnpa, im Dezember. Am 2. v. M. starb hier Herr David Weltner, welcher durch sein administratives Talent als mehrjähriger Vorsteher des Handelsgremiums und der israelitischen Kultusgemeinde sich ein bleibendes Andenken gesichert. Der seiner Zeit von ihm ausgegangene wiederholte Konkurs zur Besetzung der hiesigen jüdischen Kanzel mit einem tüchtigen Manne blieb durch die hier üblichen Widerstrebungen fruchtlos; aber der Selige hatte immerhin das Verdienst, das Gute gewollt zu haben. Durch das Absterß'eu zweier Rabbinatsassessoren, Herrn Jsr. Epstein und Herrn Emanuel Rapoport, wird eine dieser Stellen mittelst Konkurs besetzt, wahrscheinlich wird der hier wohnende, gewesene Körmender Rabbiner Bodänzsky die Stelle erhalten. Bl. Mod, im Dez. Auf den in unserer Gemeinde vakant gewordenen Rabbinerposten wurde der bisher in Siofok thätige Rabbiner M. Händler einstimmig gewählt; seine zwei Probepredigten erfreuten sich des allgemeinen Beifalles. Losoncz, im Dezember. Das Aufrufen zur Thora wird auch in der hiesigen Synagoge fortan nicht mehr beim Namen geschehen. Die Aliothgebühren und Spenden müssen im. Laufe der Woche einkassirt werden, damit sich keine Rückstände anhäufen. Das separatistische Minjam im Hause des sel. Rabbiners besteht nach wie vor. Die Besetzung des RabbinateS wird allgemein gewünscht. Herr A l b. Cohn in Paris hat zum Behufs des Synagogenbaues in Rima- Szombat 40 Frcs. gespendet. Wo gäbe es ein frommes Werk, zu welchem unser berühmter Landsmann nicht spenden wollte? Mohol (Bäcser Kom.), 18. Dezember. Ein hiesiger Vorsteher, dessen Namen ick verschweige, war vermessen genug, einen beurlaubten Soldaten, der sich am Jahrzeitstage seines Vaters zur Thora rufen ließ, nahezutreten, indem der Soldat keinen ״Chawer" habe! Der rohe Herr Vorsteher kann versichert sein, daß mau unter gebilde en Menschen sicherlich keinen ״Chawer" für ihn finden würde. K. Neutra, im Dezember. Von der Begeisterung anderer Gemeinden für die Hebung ihrer Angelegenheiten ist hier leider keine Spur. Die wohlthätigen Anstalten sind von ihrer ehemaligen Höhe herabgesunken. Die Bessern hoffen, daß durch die Neuwahl des Vorstandes und der Repräsentanz, die in Folge obrigkeitlicher Anordnung nicht durch Wähler (BorHim),sondern durch Stimmzettel zu vollziehen ist, eine neue bessere Ordnung der Dinge herbeigeführt werden wird. Möge Gott diese schöne Hoffnung in schönere Wirklichkeit verwandeln! L. Erlau, 12. Dezember. Der allgemein geachtete Herr Stefan Schwarz hat eine sehr geschmackvolle Haussynagoge, die er mit einer h. Thorarolle v-rsah, einweihen lassen. Am verflossenen Sabbath Chanukka fand die Einweihung, Abends fand ein Banquet Statt. An die Armen vergaß Herr Schw. auch bei dieser Gelegenheit nicht. Nerceüi, im Dezember. Die letzte Nummer des ״Educatore" bringt eine statistische Ueberstcht der Juden in Jta« lien. Die Seelenzahl derselben beträgt 43,530, die in 76 Gemeinden getheilt find. Triest figurirt merkwürdiger Weise unter den italiänischen Gemeinden und zwar als die größte Gemeinde (5000). Dann folgt Rom (4560), Livorno (4440), Venedig (2500) und Florenz (2300), Modena und Turin 14 (kaum 2000), Mantua (1900), Ankona (1550), Ferrara (1500), Verona (1400). Die übrigen Gemeinden zählen unter 1000, in Neapel ist eine einzige Gemeinde mit 350 Seelen. Der Gottesdienstder in 108 Gemeinschaften abgehalten wird , folgt zumeist dem italiänischen Ritus, dann folgt der deutsche nnd diesem der sefardische. Zahl der wirklichen Rabbiner: 41. Der älteste italiänische Rabbiner ist Herr Vivanti in Ankona: 76 Jahre; dn jüngste Herr Fla-, minio Servt da Pitigliano in Monticetti: 25 Jahre. Paris, im Dezember. In der hiesigen Gemeinde ist ein Sabbathverein (Schomre Schabbath) im Entstehen, dessen Mitglieder sich die Aufgabe stellen, juuge Leute, die den Sabbath feiern wollen, in solchen Häusern unterzübringen, wo denselben keine am Sabbathe verbotene Beschäftigung zugemuthet wird. Magdeburg, im Dezember. Die seit dem Abgänge unseres Rabbiners Dr. Güdemann nach Wien vakant gewesene Rabbinerstelle , ist nunmehr, durch die Wahl des zei- Ligen Rabbiners zu Thorn, Herrn Dr. M. Rahmer, wieder besetzt. Derselbe ist nach gehaltener Festpredigt von der hiesigen Gemeinde mit Einstimmigkeit gewählt worden, und hat, wie wir erfahren, die auf ihn gefallene Wahl auch angenommmen. Kultus und Schule, die jetzt beide verwaist darniederliegen, werden nunmehr wieder neu belebt und gefördert werden. Wir hoffen, unseren neuen Rabbiner spätestens zu Ostern sein hiesiges Amt antreten zu sehen und versprechen uns, im Hinblick auf dessen Antezedentien, eine gedeihliche Entwicklung unseres Gemeindelebens unter seiner Leitung. M. Breslau, Anfangs Dezember. Schon seit langer Zeit ist das Bedürfuiß nach einer großen Synagoge in der hiesigen Gemeinde ein sehr fühlbares geworden. Dieselbe, mehr als dreitausend steuerpflichtige Mitglieder zählend, hielt ihren Gottesdienst bis jetzt in neunzehn Privatsynagogen und. selbst die große Synagoge, in welcher Geiger nahezu 25 Jahre fungirte, ist nicht Eigenthum der Gemeinde.. Diesem Bedürfnisse soll nun Rechnung getragen werden; man entschloß sich endlich zum Bau einer Gemeinde-Synagoge und fand die feierliche Grundsteinlegung zu derselben im vorigen Monate statt. Vorstand, Repräsentanten und sämmtliche Kultusbeamte der Gemeinde, die Vorsteher aller Synagogen, sowie wohlthätiger Anstalten , waren hierbei erschienen. Nach der Eröffnung der Feier durch einen Choral unter Leitung des Kantors Deutsch sprach Herr Rabbiner Tiktin, vom Gemeindevorstande aufgefordert, ein hebräisches Gebet, welchem eine treffliche Rede des Herrn Dr. Joel folgte. Der um den Synagogenbau hochverdiente Vorsteher, Herr Friebenthal, verlas hierauf die meisterhaft verfaßte und ebenso ausgestattete Urkunde, welche sodann nach einigen erhebenden Worten des Herrn Baumeisters in den Grundstein gelegt wurde. Die herkömmlichen Grundsteinlegungszeremonien wurden hierauf beendet und ein deutscher Choral schloß die erhebende Feier, bei welcher der Magistrat, die übrigen Konfessionen und alle religiösen Richtungen der hiesigen Gemeinde vertreten waren. Der Bau, welcher nach dem Ausspruche Sachverständiger ein imposanter werden wird, ist einem Glaubensgenossen, dem Herrn Baurath Oppler übergeben worden. — Nächste Woche findet die ErgänzungSwahl der Gemeinde-Repräsentanten statt und ist dieselbe gerade dieses Mal für die Gemeinde von hervorragender Bedeutung, weil sich an sie die wichtige Frage knüpft , ob das neue Gotteshaus, das doch Eigenthum der Tiktinianischen, wie der Geigerjetzt JoA'schen Partei zugleich ist, so angethan sein werde, daß die Mitglieder beider Gemeinden sich einmüthig in ihm werden vereinigen können. Bon beiden Seiten ist auch die Agitation eine sehr lebhafte, und hat dieselbe jedenfalls das Gute an sich, daß sie׳ ein reges

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