Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 43 (15.12.1866)
- Date
- 1866-12-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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845 dige Bibliothek der Geschichte der Juden in Oesterreich, ließ einen Toast drucken, in welchem er auf eine sehr witzige Weise au einen der Vorfahren Kuranda'S erinnert. Der gewesene Minister Schmerling, Präsident des obersten Gerichts- Hofes, hat an Kuranba ein sehr herzliches Briefchen gerichtet. Szegtdin, 2. Dezember. Unter den von den politischeu Blättern verzeichneten Spenden für die südslavische Universität in Agram figurirt der Betrag von zehntausend Gulden, den ein Rabbiner diesem Zwecke zugewendet haden soll. Hier muß offenbar ein Druckfehler oder ein Mißverständniß obwalten. Unseres Wissens gibt eS nämlich auf dem Kontinente keinen Rabbiner, dem eine Summe, wie die in Neve stehende, zur Verfügung stände. Bukarest, Auf. Dezember. Das von A. Levv taktvoll redigirte französtsch-rumäuifche Blatt ״Viiloeulu" findet in immer weiteren Kreisen lebhafte Theilnahme, und eö steht zu hoffen, daß es der jüdischen Sache in den Donaufürstenlhümern treffliche Dienste leisten wird. Die letzte Nummer brachte unter Auderm einen Auszug des Artikels ״die holländischen Juden" auS dem ״B. CH." Kultus und Kultusgemkill-e. N. Pest, 28. November. Ihr Korrespondenz-Artikel in Nr. 41 d. Bl. aus Baja rief bei mir die Bemerkung hervor, daß die Bajaer Gemeinde in neuester Zeit drei tüchtige Theologen in die Welt geschickt hat: Perles in Posen, Kohu bei uns, Nascher in Berlin. Ehre der wackern Gemeinde zu Baja! Nur sollte dieselbe, indem sie den Jugendlehrern die gebührende Sorgfalt schenkt, den Lehrer der ganzen Gemeinde nicht außer Acht lassen. Sapienti pauca! Fnnflrircheu, 5. Dezember. Nachdem mau mich für den Verfasser des Artikels ״die Fünfkirchner isr. Gemeinde" in Nr. 42 des ״B. CH." hält, finde ich mich um so mehr veranlaßt, gegen diese Beschuldigung Verwahrung einzulegen, da hier in den betreffenden Kreisen von einer Rabbinerfrage nichts verlautet und da man nicht im Entfern testen daran denkt, einen Prediger-Nabbiner anzustellen. '.״ י Gutmau n. S. Hh. Prag, Ende November. Die-von den hiesigen Tagesblättern gebrachte Notiz, Herr Prof. Kämpf sei auch zum Prediger der Pinkas-Synagoge ernannt, bestätigt sich insoferne, als Herrn Prof. Kämpf diese Stelle ebest angeboten wurde, die er jedoch wegen der Amtsthätigkeit an der Tempelgemeinde, die seine Zeit zu sehr in Anspruch nimmt, refusiren mußte. — Von den Hörern der Filosvfie und den hiesigen RabbinatSkandidateu erging an Herrn Prof. Kampf ein Gesuch, er möge außer den an der Universität gehakteneu Vorlesungen über ״Koheleth", noch einen andern in das homiletisch-didaktische Fach einschlägigen Privatvortrag halten; Herr Prof. K. war so freundlich, dem Gesuche Folge zu leisten, und wird schon nächste Woche diese Privatvorträge beginnen. S. Berlin, 25. November. Ihr Leitartikel ״über Grabschriften" hat Friedhofgedanken in mir wachgerufen. Dies veranlaßte mich , auf dem hiesigen jüdischen Gottesacker eine kleine Rundschau zu halten. In der ersten Reihe, der sogenannten Ehreureihe, fand ich Sach's und Holdheim's Denksteine, auf welchen die Frontseite die hebräische, die Rückseite die deutsche Inschrift zeigt. Doch findet sich in derselben Reihe Veit'ö Grabmonument mit deutscher Inschrift auf beiden Seiten der Pyramide. So verhält eS sich mit den Grabsteinen aus der jüngsten Zeit. Wie eö sich damit, verhielt in früheren Zeiten, wo man die Erbbegräbnisse und' den Lurus der gegenwärtigen Leichenseierlichkeiten noch nicht kannte, — darüber behalte ich mir spätere Mittheilungen vor. In der Synagoge der ״Schochare Tob" wurde eine Art Konfirmation eingeführt, bei welcher Dr. Nascher au ( 8 m den Bar Mizwa eine paffende Ansprache hält. Die Gemeinde zollt dieser Neuerung ihren Beifall. -m. Aus dem Regierungsbezirke Trier, 1. Dezember. Am 15. d. M., am Sabbathe Par. Wajigasch wird Ihr gelehrter und beredter Mitarbeiter, Herr Obere. Jos. Kahu, einer der tüchtigsten Vorkämpfer für Licht und Fortschritt, sein 25jähriges Amtsjubiläum feiern, wozu in seinem RabbinatSsprengel bereits Vorkehrungen getroffen werben. Ueber den Verlauf des Festes werden Sie ohne Zweifel ansführliche Mittyeilungen erhalten*). Schulwejeil. 8. E. Temesvar, im November. Zehn Jahre werden es nun, seitdem die ׳hiesige königliche Musterhauptschule besteht. Wenn auch dieselbe aus Siatsmitteln erhalten wird, so fehlte es ihr bis jetzt denn doch nicht an manchem harten Kampf. — Daß aber diese Lehranstalt trotzdem sich der wärmsten Anerkennung und Würdigung von Seite der Gemeinde erfreut, beweist nachfolgende Adresse des hiesigen Vorstandes an den Direktor der Schule, Herrn A. Kohn, beim Beginne des laufenden Schuljahres: Nr. 49. Sr. Wohlgeboren dem Herrn A. Kohn, Schuldirektor hier. Mit dem nächsten Schuljahre beginnt die Ihrer Leitung unterstehende königl. Musterhauptschule hier bas zehnte Jahr ihrer Wirksamkeit. —Der gefertigte Kultusvorstand ergreift mit Vergnügen diese Gelegenheit, um Ihnen seine herzlichsten Glückwünsche darzubriugen, und Ihnen im Namen der hiesigen isr. Kültusgemeinde und insbesondere im Namen jener Eltern, deren Kinder der Wohlthat des Unterrichles^.an dieser Lehranstalt theilhaftig sind, für die ausgezeichnete Leitung, sowie für Ihre vorzügliche Wirksamkeit als Lehrer an dieser königl. Mnsterhauptschule den wärmsten Dank und innigste Anerkennung auszusprechen. Wir hegen die Ueberzeugung, daß Sie auch in Zukunft in Ihrem Eifer für das Gedeihen des Jugendunterrichtes nicht erkalten werden und schließen mit dem Wunsche, daß es Ihnen noch lange gegönnt sein möge, an der benannten königlichen Lehranstalt segensreich zu ׳wirken. Temesvar, 30. Oktober 1806. Der Vorstand der Temesvarer isr. Kultusgemeinde. " (Sig.) Samuel Scharmann. 8. E. Temesvar, im November. Bis zur Besetzung des vakant gewordenen Religionslehrerpostens hat Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiuer Dr. M. Hirschfelb den Unterricht in der Religion und hebräischen Sprache in der 4. Klasse der Knabenschule und den Religionsunterricht in der Mädchenschule übernommen, ein Faktum, welches gewiß alle Anerkennung und allen Beifall verdient. Z. S.-A.-Ujhely, **) 9. November. Auch an der hiesigen Musterschule nahm der Unterricht mit dem 1. d. seinen Anfang und haben trotz der mittlerweile überhand genommenen Winkelschulcn die einzelnen Klassen nachfolgende erhebliche Zahl von Schülern. Unterklasse 4, 1. Kl. 10, 2. Kl. 12, 3. Kl. 14. 4. Kl. 18, 1. Mädchenklasse (obere und untere Abth.) 18, 2. Mädchenki. 14, 3. Müdchenkl. 18. Der strebsame Direktor hat es dahin gebracht, daß die Armen *) Der verehrte Jubilar braucht sich nicht, wie sein Namensbruder in dem Schriftabschuitte des Jnbeltages, seinen Brüdern erst zu erkenne» zu geben. Er ist nicht nur den nahen, sondern auch den entfernten Brüdern als einer der edelsten Lehrer des hcntkgen Israels bekannt. ״Lehre der Wahrheit ist in seinem Mnnde. und Unrecht ward nicht gefunden auf seinen Lippen; friedlich nnd redlich verkehrt er init mir, und Viele hält er zurück vom Vergehen. Denn die Lippen dieses Priesters bewahren die Wissenschaft, und Belehrung sucht man aus seinem Mnnde, denn er ist ein Bote des Herrn der Heerschaaren (Mal. 2, 6. 7)." Möge es ihm unter der Obhut Gottes gegönnt sein, noch eine lange Reihe von Jahren der treue Hute seiner gebildeten Heerde zu feint L ö w. **) Durch Zufall verspätet. ־•׳',