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Ben Chananja · 1866-12-01 · 42 (1.12.1866) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
42 (1.12.1866)
Date
1866-12-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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821 Thor», den 16. Oktober. Bereits im Februar 1864 theilte die hiesige Handelskammer dem Herrn Handelsminister mit, daß von hierorts ansässigen Geschäftsleuten mofalscher Consession durch Synagogengemeinden in Polen jährliche CorporationSbeitrage eingefordert , resp. mit Unterstützung der städtischen Behörden, erecutivisch beigetrieben worde» sind. Die Handelskammer ersuchte den Herrn Handelsnünister, die Abstellung besagter ungerechtfertigter Steuer ungerechtfertigt, weil die diesseitigen Geschäftsleute die Polnischen Synagogegemeinden in keiner Weise in Anspruch nehmen und jenseitige Inden diesseits der Grenze, von ihren Glaubensgenosson nicht besteuert werden dürfen — bewirken, zu lasten. Auf das betreffende Gesuch erfolgte im. März 1865 ein abschlägiger Bescheid, weil nach einer Verordnung vom 3/15. April 1857 sämmtliche Juden ohne Ausnahme, (alfo auch die Preußischen), die in Polen Geschäfte irgend welcher Art: treiben, auch wenn sie sich nur vorübergehend an einem andern, Orte aufhalten, zw Abgaben herangezoge u werden können. Die Consequenz dieser Verordnung möge 'aus einer cönstatirten Thatsache erhellen. Ein hiesiger Geschäftsmann, welcher hier einen Corporationsbeitrag von 20 Thalern zahlt,/mußte in d. I. der Synagogengemeinde zu Plock 60 Rbl. Corporationsbeitrag entrichten. Die!Gemeinden zweier andern-Städte, welche der Besagte zeitweise besucht, haben ihm angekündigt, daß sie ihn,gleichfalls besteuern werden, was mit demselben ’, Rechte noch Gemeinden / in. mehreren Städten/ wo sich der Besagte kürzere Zeitsristen anfhieltthnn dürfen.׳ Für ihn, einen Erporteur, - Ist somit Polen geschäftlich verschlossen, aber mit ihm in Wirkung jener''.Verordnung allen jüdischen Geschäftsleuten ans Preußen. Ein solcher abnormer, den Mischen' Preußen und Nuß-, 4and bestehenden!Verträgen widersprechender Zustand, kann gerechterweise nicht aufrecht! erhalten werden, und,die .hiesige Hand'elskaMnwrHat gestern beschlossendem Herrn Handelsminister' die .'in. Rede stehende' Angelegenheitmit der Bitte um Äbhülfe-abermals vorzulegen. In Warschau, das' sei noch nebenbei bemerkt, zieht die Synagogengemeinde keinen Corporationsbeitrag von ausländischen jüdischen Geschäftslenten ein. -;;■■■־•< •־׳•׳ - ■ ■׳• י ־.* Kopenhagen, im November! Der König hat mit be-! , sontierer. Gnade best, Oberstlieutenättt W 0׳ l fff ׳aus-Sff-Tho-! '.!m'as .auf «den dänischen׳ AnNllen!emWstgen- -welcherwiewol! .',M: Jahre alff!!/diö weite 'Reise unternahm, Um, dein Könige! /für die pielfachen, ihm' zu ' Theil gewordenen Änszeichnnngen!'persönlich zu dankeU. Seine- Gattin begleitete ihn, und '!!Mn kam!'dem! Ehepaare /auf der ganzen Reise mit vieler!Hochächtung entgegest. /' '! ' ' .' /!!''''".׳ י Florenz, im' November. Herr Art om!/der zu der Friedenskommission in!Wien!'gehörte, ist zu dem höhen Raq'ge -eines-Großoffiziers.-des.Mäuritmö-Ordens erhoben worden! In den neuen Munizipälrath zu Padua sind folgende Juden gewählt worden: H.' H. Dr. Sacerdoti, Dr. Morpnrgo! Dr..Dazara , Jäestr Moses Vita, Josef und Jakob Treves, Corinaldi.!In' Venedig wurden vom Könige! Viktor Emänüel ernannt: Jakob 'Treves bei' Bonfilff zum Kommandeur, Dr. Giacinto! Namias,! Präs, des Venetianischen Athenäums, zum Offizier, Josef Diäüchini, Al! Blumen thal, Dr/ Maurogonate, Adv. Sstcerdote, zu Rittern des' Maüritiusördens. (Ed. Jsr.) 822 London, im November. Dem Lordmayor., Herr» Philipps, ist vom Könige der Belgier das Kommandeurkreuz des LeopoldordettS verliehen worden. chff Prag, Ende November. Zur Würbigung des Nachfolgenden muß voransgeschickt werden,!daß die Bergstädte Böhmens Pflanzstätten eines scheinbar nicht auszurottenden Judenhasses waren, in denen die Intoleranz so zu sage» systematisch genährt wurde. Der Grund hievon ist darin zu suchen, daß in diesen Städten selbst der Aufenthalt, (von einer Niederlassung gar nicht zu reden), den Inden gesetzlich verboten war. Die Bergstadt Joachimsthal, vereint mit Kallsbad, gab einen schönen Beweis ihrer Aufklärung, indem sie für den/nächstenS zusammentretenden Landtag als Deputirten- Candidaten den kais. Rath, hiesigen Großhändler rc. Herrn Wolfgang Löwenfeld aufstellte, und au ihn auch einen ehrenden Ruf ergehen ließ. In dem Berufungsschretben heißt eS, daß es sich die Stadt zur Ehre rechnen würde, wenn er die Interessen derselben am böhmischen Landtage vertreten wollffe. Eö ist im Interesse seiner jüdischen Gsaubensgestoffest sehr zu bedauern, daß Herr Löwenfeld in seiner Bescheidenheit die Candidatur abgelehnt hat. Er würde in der׳ Reihe' de r übrigen LandtagSdeputirten jüdischen Glaubens seinen Platz würdig ausgefüllt haben. — Die Wähler in Joachimsthal, die Herrn Löwen selb kandidirten , haben sich 'bei der am 15. in Karlsbad stattgehabten Wahl aüch gar nicht betheiligt, da ihnen, nachdem Herr Löwenfeld die ׳Candid atur abgelehnt, jeder Candidat gleichgültig sei! Es wird Ihren 'Lesern nicht unangenehm seist,׳-die Namen der jüd. Landtäg'sdeputirten zu erfahren; es sind dies die Herrn: M ä x>" D o r- Witz e r, ' Präsident der Hänvelskämmer; Fabrikant I äse f ׳ M. Fürt h, Mitglied der Pilsener Handelskammer; Banrquier J osef Lippmann, Mitglied der Präger Handelskammer; D ä v i d Kuh,׳ Eigenthümer des- -,Tägebstten aus Böhmen", Vertreter deff Landgemeinden Brür- Görkan und Katharinaberg-; med. Dr. Ludwig Todes ko und 'Dr. Hw i׳dö'i^ch^-W-׳ß e n'e-PVertreter der! Josefstädt. Herr ׳ Dr.-Wiener ist/' unentgeltlicher ''Anwaltder -Stadtgemeinde in ihren Rechtssachen,-- und hat sich um dieselbewesentliche ׳Verdienste erworben. Seine Wiederwahl' steht in sicherster - Aussicht. ' - יי י י Solechow, im Oktober. Wieder ist ein Jahr in der 'Ewigkeit M'e'e'r!hinabgesunken un^ zwäö hin süt ünser Land' '׳MraüS destkivürdigesdestn׳ wir'hattest alle SchreÄen'!eine r - bösen Zeit,' als Hüstgersnöth, Krieg und Epidemie' zu'orMden, wozu sich noch die Stockung asten Handels, gesellte. Was Wunder also, daß in einer solchen Zeit nichts von einem geistigen Aufschwünge daselbst zu registriren ist? Wi r müssen' für dieses Jahr׳ in ' den Annalen der jüd. ' Gefchicht e einen Rückschritt.der׳ galiz. Juden ans! dem flachen Land e insbesondere verzeichnen, in welchem die Anhänger der Rebbe's auf allen 'Pimkten Sieger wären, und die Fähne ihres ' Pr'ofeteü ' selbst' ist" den sonst von ihnen verschonten /Synägo - 'gen anfpflanzten mit allen Zuthäten'ihres', chässidäischen!Ritus, zum Aerger aller örthodoren Jsraelitest. Um! nicht"vor!'den,.. Äugest des geschätzten -״B. CH." eist zu/tränriges' Äld 'unserer Zustände! entrollen zu müssen,!wist ich dieselben der

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