Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 40 (1.11.1866)
- Date
- 1866-11-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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129 130 11en Kindern und Enkeln, die deinem treuen Vaterherzen so theuer waren. Aber auch die freudenreiche Stunde hat geschlagen, in weleher du deine treue Gattin und deine geliebte Tochter, die dir vorangegangen sind, wiederfindest, und begrttsst wirst von den frommen Vorfahren, die hier auf Erden zu den. schönsten Zierden Israels gehörten. Die Stunde hat geschlagen, wo du reichen Himmelslohn ernten wirst für deine guten Werke, für. dein frommes Streben, für deine uneigennützige Bereitwilligkeit zu dienen, zu. helfen, zu retten, Mensclienelend zu vermindern und Menschenglück zu vermehren. So ruhe sanft, theurer Vollendeter,־ und erwache wieder mit all den Frommen, deren Tugend ihnen vorangeht, und deren Wohlthun ihnen nachfolgt. Gottes Herrlichkeit umgebe dich und beschütze dich, dass du der ewigen Seligkeit theilhaftig wer- (lest. Amen.; Pädagogische Grundsätze der alten Hebräer. (Eine erziehungskündliche Studie.) ' Von Ignaz Reich, Verfasse!• des rBof־EI.“ .. f Fortsetzung) ■ ׳ , Iridess wollen wir durchaus nicht in Abrede stellen, dass es auch — zumal in den Dörfern — viele Ausnahmen d. h. auch solche gab, die nicht schreiben und lesen könnten (des. 29—12. ״Komm Freund mit hinaus auf's Feld, lass dort in den umnachtoten Dörfern uns ruhen!“ will der Midrasch auf die daselbst herrschende. Unschuld und Unwissenheit deuten... ״Vormals las derjenige, welcher lesen konnte die im V. M. 26. 3—10 vorgeschriebenen Verse selber, und wer nicht lesen konnte, dem las man sie zum .Nachsprechen vor; da jedoch Mancher sich schämend, deshalb keine Erstlinge brachte, so wurde verordnet: sowohl denen, welche des Lesens kundig, als auch Jenen, die dessen unkundig sind — 'vorzulesen“ (Bikurim. III. 7). Allein dass selbst der Landmann sich schämte, nicht hebräisch lesen zu׳ können, zeigt auf das Ungewöhnliche, auf eine Ausnahm e hin.... Dabei darf ja nicht ausser Acht genommen werden, dass derzeit die, diesbezüglichen Anschauungen von den unseligen himmelweit abwichen, d. h. dass die Kenntniss des Hebräischen nicht als S c h w er p u n k t des Glaubens galt; erklärt doch der grossg Maimouides, dass •*במצוד• קל•־ mit den erläuternden Worten בשמחה הרגל ולמידה לשון הקדש (Abot II.)! Nicht durch das דונן, sondern durch den religiösen Geist, der das alfcjüd. Haus durchwehte — konnte der ehrwürdige Väterglaube uns gewahrt bleiben. II. Häusliche Erziehung; Die Freude, womit ein neugebornes Kind — als Zeichen einer gottgesegneten Häusliebkeit — begrüsst wurde, macht die ebenso verschiedenen als liebenswürdigen Benennungen desselben erklärlich, als: ״Rosenkrone“ (Sab. 152. a), ״ Cherub-Engel eben “ (Chägigali 13. b.), ״junges Pflänzchen“ (Pess. 87. a.)..: Kein Wunder, dass auch die fisische Pflege des zarten Bürgers eine wahrhaft mustergiltige war und verdient sie es wohl, dass wir ihr einige Augenblicke weihen. — Wenn eine gewisse Vorsorge selbst schon, vor der ehelichen Umarmung stattgefunden (Kethub. 60. b; Schwout 18. b); während der ganzen S c h w a n g e r s e h a ft aber die Mutter einen gegen Frühgeburt dienen sollenden ״Schutzstein“ אבן הקומה um ihren Hals gewunden tragend, auch einer strengen D i ä t sich unterzog (Rieht. 13. •4; Sab. 66. b.) — so war die elterliche, Sorgfalt für den geliebten Sprössling eine vollends aufopfernde. Nachdem unmittelbar nach der Geburt von der Hebamme (״ (הבמה ׳ מילדהdem Kinde der Nabel abgeschnitten, dasselbe in Wasser gewaschen und behufs Härtung des zarten Leibes mit Salz bestreut“, gder wie es heute noch Sitte im Oriente ist, in׳ Salz was 8er gebadet wurde (Ezech.;16, 4) übernahm die Mutter ״das junge Pflänzchen“ unter ihre al•!einige Obhut (Sab. 147, b). Das Kind, das . gewöhnlich 24 Monate und bei schwächlicher Leibesbeschaflenhfeit auch etwas länger gesäugt wurde, durfte, einmal, der Mutterbrust entwöhnt, nicht wieder an dieselbe gelegt werden (Kethub. 60, a; Gittin/70, b). Der Mutter allein kam die diesfällige Entscheidung zu: ob sie selber ihr Kind säugen, oder dasselbe einer Am me, Er z ie.h 6vi 11 (מינקת אומנת) überlassen will (Kethub. 61, a). Stillte sie selber ihren Herzenssprössling, so bestrebte sich ihr Mann, Fleisch und Wein ihr niemals mangeln' zu lassen (ibid 65, b). Die Wiege wurde durch ein Kinderbettchen oder vielmehr durch einen ״Trog“ (עריסה) ersetzt, der so wie das sorgfältige Einfaschinen des zarten Leibes bis selbst auf das Köptchen — "diesem eine zierliche Rundheit zu verleiben, die schwachen Glieder aber gegen jegliehe Ausrenkung zu׳ schützen geeignet — von den verständigen Hebammen nachdrücklichst empfohlen wurde (Aboth des R. Nath. Abschn. 15). Bei der Entwöhnung wurde ein inniges Familienfest gefeiert und nicht selten Dankopfer dargebracht (I. M. 21, 8; I. Sam. 1,, 24). (F 0 r 18 0 r 7. x\ ,1 ״folgt).