Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 40 (1.11.1866)
- Date
- 1866-11-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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127 128 neu, wie sie immer in unauslöschlicher Anhänglichkeit sich schaarten um Jada’s Fahne, die sie nie verliessen. So möge denn auch diese neue Institution zu Nutz und Zier unserer Gemeinde erstehen und an sie noch manche zweckmässige Einrichtung sich schliessen. — So wollen denn auch wir Alle vereint friedlich und einträchtig daran arbeiten, dass unser Gemeindeleben immer schöner erblühe, unsere Gemeindeinstitutionen immer herrlicher emporwachsen, dass תירה, die Pflege der jüdischen Wissenschaft, dass עבורה , die Verehrung unseres• Gottes, dass גמילות הסדים, die sich bethätigende Liebe immer mehr in unserer Mitte gehegt und gepflegt werde. Mit diesen Vorsätzen lasset uns denn aus der Festeszeit ins Alltagsleben hinübertreten. Auf uns selbst wollen wir achten, dass das Bessere in uns sieh immer mehr entwickle und nicht unterdrückt werde durch den Hang zum Bösen, den Gott zu seiner Bekämpfung in uns gesenkt. In unsern Familien wollen wir unausgesetzt Liebe und Treue pflegen und unsere Kinder erziehen zu wackern, gottesfUrchtigen Israeliten. In unserm Gemeindeleben wollen wir ununterbrochen friedlich und einträchtig das Gute und Schöne fordern und anbauen und zu allen Zeiten wollen wir eingedenk' sein unseres Wahlspruches: ״Durch Lässigkeit sinkt das Gebälk, durch Schlaffheit der Hände.dringt Kegen in das Haus.“ Du, himmlischer Vater, aber wollest uns hierzu Kraft verleihen und mit Mutli uns erfüllen! Amen. Tranerworlc, gesprochen am Särge des Herrn Markus löw in Neu-rausnitz, am 21. Jäner 1866 *). Von Hermann D u s c h a k, Rabl), in Austerlitz **) Auch ich stehe hier an diesem Sarge, um das Andenken des theuern Entschlafenen zu feiern, dessen edles Herz mir in inniger Liebe zugethan £war. Zwanzig Jahre hin¬ ' *) 8. B. 011.• Nr. 5- 8p. 97. 98. ־ **) Seit dem ist auch der Redner hiniibgestiegen zu den Ruhenden im Grabe (B. Ch. Nr. 37. 605—667). Die auszugsweise Mittheilnug .dieser Rede möge als ein Abt der Pietät gegen den Betraue!ton und gegen den Redner betrachtet werden. Red. durch konnte ich mich der warmen und aufrichtigen Freundschaft des trefflichen Mannes rühmen. Ja, mit Stolz werde ich mir'8 immer sagen, dass R. Mardecbai Löw mein Freund war! — Er, der die Trauerhütten des menschlichen Elends aufsuchte, um sie in Wohnungen der Freude zu verwandeln; — dessen Pilgerschaft auf Erden kein anderes Ziel zu haben schien, als die Aufgaben der Religion zu lösen und deren Förderungen zu verwirklichen (הליכות עילם לי א״ת! הלכות אלא הל^ת);.— der nicht nur den Seinigen, solldern Allen, die seines. Käthes und seiner Fürspräche bedurften, oder seinen Beistand in Anspruch nahmen, Helfer, Retter, Vater war; — dessen Name von so Vielen ,mit Liebe und Verehrung genannt wird; — und dem euer Herz, theure Brüder, mehr denn ein halbes Jahrhundert hindurch so oft dankbar entgegenschlug! ״Unsere Lebenszeit währt siebenzig Jahre, achtzig ist ihr fernstes Ziel (Ps. 90, 10).“ Dir, 0 theurer Entschlafener, hat es Gottes väterliehe Barmherzigkeit gegönnt,, diese Grenze zu überschreiten. Und dennoch hat die Trauerbotschaft deines Hinseheidens mein Herz mit Trauer, mit namenloser Betrtibniss, mit unaussprechlichem Schmerze erfüllt. Wie David seinem Freunde Jonathan nachrief, so rufe ich dir nach: ״Mir ist weh um dich, mein Bruder! gär theuer warst du mir, unbegrenzt war deine Liebe zu mir (2 Sam. 2, 26)!“ Darum mischen sich meine Thränen in den Thränenstrom deiner geliebten Kinder. Darum errichte ich dir in meinem Herzen ein Denkmal, wie dir solches im Herzen deiner Augehörigen und deiner Gemeinde errichtet wird, für welche du zwei Menschenalter hindurch gewirkt hast in Liebe und Treue, mit Ausdauer und Beharrlichkeit. So nimm denn, unvergesslicher Freund, meinen letzten Absehiedsgruss! — Als Mose das Gebein Josefs aus Aegypten, mitnehmen wollte, um dasselbe im heiligen Lande zur Ruhe zu bestatten, rief er, wie unsere alten Weisen erzählen, aus: ייוסף הגיעה השעה Josef, die Zeit und Stunde ist gekommen (Schein. R, 20)! So rufe ich auch;dir zu: ־ מרדכי הגיעה השעה theurer, inniggeliebter Mardechai! Die Stunde hat geschlagen, in welcher du dich trennest von deinem einzigen Sohne, von dei-