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Ben Chananja · 1866-11-01 · 40 (1.11.1866) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
40 (1.11.1866)
Date
1866-11-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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7.78 774 strebsamen Gelehrten um die ungarischwiffenschaftliche Literatut׳, um bk leidende Menschheit »nd um die ungarische Judenschaft rühmlichst hervorgehoben und anerkannt werden. Die Herren Gebrüder Deutsch, Eigenthümer und Verleger dieses Blattes ergreife« jede Gelegenheit, ihre verdienstollen Glaubensgenossen auSzuzeicbnen, weswegen wir auch ihr Unternehmen unfern geehrten Lesern gerne empfehlen. St. Petersburg , im Oktober. Von dem gelehrten und fleißigen Magistranten der hiesigen Universttätsschule, Herrn JonaS Gurland, erschien bei Sibert in Lyck: Neue Denkmäler der jüdischen Literatur, 3 karaitische Reisebeschreibungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Preis: 1 Thlr- <Wir werden dieselben ausführlich anzeigen. Red.) Als 2. Heft dieser Denkmäler erschien hier in der Druckerei der kais.. Akademie der Wissenschaften: Kurze Beschreibung der mathematischen, astronomischen und astrologischen hebräischen Handschriften der Firkowtzsch'schen Sammlung in der kais. öffentlichen Bibliothek -n St. Petersburg. Beide Hefte verdienen die Aufmerksamkeit der Freunde jüdischer Literatur. Im Jahre 1863 wurde von der hiesigen Universität folgende Schrift desselben Verfassers gekrönt: ״Ueber den Einfluß der Filosofie der Araber, nämlich der Mutakalimen', Mntazalah und. Ascharer auf die ReligionSfilosofie des R. Moseö b. Maimon (in russischer Sprache erschienen). Im Jadre 1864 erschien von H. Gurland eine hebr. Bearbeitung der Chwolsohn'schm Abhandlung ״Ueber Tamuz und Menschenverehrung bei den alten Babyloniern" (Lyck, Siebert). Kein Bibelforscher sollte diese Abhandlung ungelesen lassen. B. Triest, 24. Oktober. Von unserem verehrten Oberrabbiner, Herrn Marco Tedeschi, sind zwei Gedenkreden auf den sel. Luzzatto erschienen. Die-eine enthält eine ausführliche Charakteristik des Verewigten. Die zweite ist eine eigentliche Grabrede. Beide Reden sind sprechende Zeuguisse für den edlen Geist und die hohe rhetorische Begabtheit des Herrn Verfassers. Padua, im Oktober. Von Prof, della Torre ist eine treffliche Predigt erschienen, welche der beredete Verkünder des göttlichen Wortes am vergangenen Versöhnungstage in Moncalieri bei Turin gehalten, wo die dortigen jüdischen Villegianten zu einem gemeinsamen Gottesdienste zusammenkamen. Der Gottesdienst wurde im Landhause des Herrn Emanuel Levi abgehalteu. ...... ß. Padua, 21. Oktober! Von Luzzatto'S Jesajas ist soeben daS sechste Heft erschienen. Dasselbe beginnt mit dem 38. und schließt mit dem 49. Kapitel. Die zahlreichen Freunde der Luzzaito'schen Eregese werden also das treffliche Werk in nächster. Zukunft vollständig besitzen. (Wir werden daun dasselbe ausführlich besprechen. Red.) Q. Königsberg, 11. Oktober. Der rühmlichst bekannte Dr. H. Jolowicz hat folgende Pränumerations-Einladung versendet: Einladung zur Pränumeration auf Geschichte der Juden in Königsberg in Preußen, nach archivarischen Quellen bearbeitet von Dr. H. Jolowicz. — Ein Beitrag zur Sittengeschickte des Preußischen Staates. — Der Verfasser hat bei Bearbeitung dieses BncheS, außer einer großen Menge gedruckter Werke und U>künden, noch besonders sämmtliche Jüdeuakten der hiesigen städtischen und königlichen Behörden benutzt und gibt eine umständliche, möglichst vollständige Darstellung der äußern und innern Geschichte der Juden KönigSberg von ihrer ersten Anstedlung im heutigen Ostpreußen bis auf die Gegenwart. Das Werk ist von keinem Parteistandpunkte aus, daher auch für keine besondere Partei geschrieben. Sämmtliche Thatsachen sind den Quellen gemäß erzählt; ihr Ursprung und ihre weitere Entwickelung werden aus dem je zeitweiligen Culturzustande der Provinz, Stadt und des Gesammtstaates erklärt und das Ganze bildet einen nicht unwichtigen Theil der reichhaltigen Sondergeschichte der Hauptstadt Altpreußens. Sehr viele neue, bisher unbekannt gebliebene Thatsachen liefern werthvolle Beiträge zur Geschichte des städtischen Handels, des Verhältnisses der städtischen zu den StatSbehörden u. s. w. Andere beleuchten in eigenthümlicher Weise manche Partieen der örtlichen religiösen, statsbürgerlichen, gesellschaftlichen und literarischen Zustände) während wieder andere vielerlei Stoff liefern zum Nutzen der Statistik, der Volkwirtschaftslehre und der Charakteristik geistig hervorragender Personen. Da werden selbstverständlich die wichtigen preußischen Judengesetze vom 14. Jahrhundert an bis auf die neue Zeit in Erörterung gezogen, Lebens-, skizzen von Männern wie David Friedlander, Medizinalrath Josef Hirsch, vr. L. Jakobson, vr. Fraucolm, vr. Johann Jacoby, vr. Saalschutz, vr. Kosch, vr. Falkson u. a. m. gegeben, die Entstehung und die allmälige Entwickelung deS Gemeindewesens, der jüdischen Wohlthätigkeitsinstit-ute, des deutschen Gottesdienstes besprochen, woran sich eine Reihe von Beilagen.und eine statistische Tafel über die Venne hrung der Inden anschließen. — Das Bnch wird 16 bis 18, Druckbogen umfassen und ist der Preis für Pränum'eranten auf einen Thaler festgesetzt, während der spätere Ladenpreis 1 Thlr. 15 Sgr. sein wird. LiterSrische Äiyeigen. Dankpredigt und Danklieder von Moses Mendelssohn. Eine Reliquie. Znm ersten Male herausgcgeben von Dr. M. Kayserling. Berlin, 1866. Louis Gerschel's Verlagsbuchhandlung. Besprochen von H e r m a ll n B r i l l. Nach der Schlacht bei Leuthen (6. Dezember 1757) wurde von dem israelitschen Gemeindevorstand zu Berlin ein allgemeines Dank- und Freudenfest in der Synagoge veranstaltet. Der damalige Ober-Landrabbiiler D avid Hirschcl Frankel, der Verfasser des ״Korban Hasda" und Mendelssohn's Lehrer ') im Talmud, hielt am daranffolgenden Sabbath eine ״sehr bewegliche" Rede; der eigentliche Verfasser dieser Predigt war kein geringerer als Mendelssohn. Der achtundzwanzigjährige Moses ans Dessau schrieb kurz) darauf seinem Freunde Lessing: ״Ich kann nicht umhin, Ihnen eine Neuigkeit mitzntheilcn, die Ihnen ihrer Seltenheit halber vielleicht nicht) unangenehm sein wird. Ich will nnnmchr für nichts jin der Welt mehr ') ״Als im Jahre 1743 der kleine, blaß und schwächlich anssehende vierzehnjährige Moses nin Einlaß in die preußische Hauptstadt, und^dcr als legitimer Beamte der jüdischen Gemeinde die Kontrole führende Thorschrcibec ihn nach dein Zwecke seines AnfenthalteS in Berlin fragte, antivortete Moseü: ״Lernen.'" Als aber der ernste Beamte auch über seine Eristenzmittel Anskttnst haben wollte, sah ihn der schwache Knabe scheu und verlegen au. und wußte nichts zu erwiedcrn, als: ״Rabbi David Frankel!" Stern, Geschichte des Judeuthnms 58.

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