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Ben Chananja · 1866-11-01 · 40 (1.11.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
40 (1.11.1866)
Date
1866-11-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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759 760 und Kenntnisse ausstellt. So ist schon Mancher bitter enttäuscht worden und hat sich sagen müssen, daß er die besten Jahre seines Lebens nutzlos verloren. Er konnte Niemand freilich anklagett, als seine Leichtgläubigkeit, die einem Gerächte mehr als gebührend vertrante. Aber die moralische Verantwortlichkeit trifft doch die Urheber deS Gerüchts. Dieses sollte hiermit hervorgehoben werden, um den Leitern der Talmud Thora zu Prag anö Herz zu legen, was noth thut, wenn daö schöne Ziel, das der selige Obmann dieses Instituts mit להחזיר העטרה למשנה in seinem letzten Berichte bezeichnete, erreicht werden soll. — Von dem hochachtbaren Amtsnachfolger desselben steht zn erwarten, daß er die Welt darüber ausklaren werde, ob daö Ziel über- Haupt, oder wieviel davon mit den zn Gebote stehenden Mitteln und Kräften zu erreichen sei. NekrologLe. Der Mensch stirbt und seine Hülle decket das Grab; aber, was er des Guten gethcm, lebt fort und ruft mit der That seinen Namen laut über die Nachwelt hin. Attofttt, im Oktober. Ist es Bedürfniß für ein /ratterndes Herz, das den Verlust eines theuern Hauptes beweint, durch Mitkheilung seiner Empfindungen feinen Schmerz zu lindern; so ist es nicht minder eine heilige Pflicht, dem Andenken eines Manneö allgemeine Theilnahme und Anerkennung zu gewähren, der den größten Theil seines Lebens der leidenden Menschheit mit Liebe und Aufopferung gewidmet hat. Unaufgefordert übernehme ich daher heute die traurige Pflicht, den Tod eines edlen biedern Mannes öffentlich anzuzeigen, der allzufrühe seinem Berufe, und wir dürfen hinzusetzen, der hiesigen Gemeinde entrissen wurde. Doktor Horte Jftnuovite, Mitglied mehrerer in- und ausländischer gelehrter Gesellschaften, Primararzt im israelitischen Spitale hier u. s. w. wurde am 15. d. ein Opfer seines Berufes, indem er den großen Mühseligkeiten, welche er in Folge der herrschenden Epidemie zu bestreiten hatte, erlag; ein Choleraanfall, dem der Typhus folgte, löschte nach zehntägigem Krankenlager dieses Leben ans. Dieser berufstreue wackere Mann starb, umgeben von seiner trauernden Gattin, seinen unmündigen Kindern und seinen treuen Brüdern, in einem Alter von 57 Jahren und hinterlaßt seinen zahlreichen Freunden und Verehrern die wehmüthige Erinuernng, daß seine Seele immer klar und rein, nur daö Wahre suchte und stets das Gute wollte. Nebst seiner unermüdeten Thatigkeit und seinen geistigen Vorzügen verband auch Dr. Jannovitz am Krankenbette Geduld, Sanftmnth, Leutseligkeit und andere treffliche Eigenschaften des Gemütheö, die ganz dazu geeignet waren, dem Arzte daS unbedingte Vertrauen des Publikums zu verschaffen. Er stand nie Zurück, wenn ihn seine Pflicht in die Wohnstätten der Armuth, in die Hütten des Elends und der Dürftigkeit rief; denn er war nicht nur Arzt, sondern auch Mensch in -cheS Wortes schönstem Sinne. Edelsinn und Biederkeit, Sanftmuth und Herzensgüte, Leutseligkeit und Liebe krönten seinen Charakter, sein Leben. Wie segensreich wirkte Dr. Jannovitz im hiesigen isr. Spitale; mit welcher unermüdeten Thatigkeit wurden von dem Verblichenen 30 in dem letzten unheilvollen Kriege schwer verwundete österreichische und sächsische Krieger behandelt! Daß Dr. Jannowitz allgemein geliebt und hochgeachtet wurde, bewies das feierliche Leichenbegängniß, an welchem sich der löbl. Kultus- und Chevra Kadischa-Vorstand, sämmtliche Mitglieder deS Kranken- und LeichenvereineS, deren Arzt er war, die Schuljugend mit ihren Lehrern, (alle in schwarzer Kleidung), der löbl. Magistrat, mehrere Offiziere der k. k. Montnr-Oekonomiekommisston, viele Beamte der Schiffswerftc und ein unübersehbarer Zug von Verehrern und Freunden aus Nah und Fern, betheiligten. — Einen tiefen erschütternden Eindruck brachte auch der wohleiugeübte Chor unter Leitung des verdienstvollen, rühmlichst bekannten Oberkantors Herrn A. S. Wahrmann hervor. Dr. Jannovitz hinterlaßt wol seiner Familie keine» großen Reichthum an irdischen Gütern; doch der größte Schatz ihres Erbtheils wird dauerhaft bleiben, sein Name und die Erinnerung an sein segenreiches Wirken als Gattes Vater, Bruder und Familienhaupt, als Jude, Bürger und als Mensch im edelsten Sinne des Wortes. Schließlich erinnern wir noch der geist- und gemüthvollen Rede unseres hochgeehrten Oberrabbiners Hrn. M. Hirsch, die er beim Sarge des Dahingeschjedenen hielt, in welcher er die großen Verdienste des nun in Gott ruhenden edlen Mannes hervorhol׳. Thranen der Rührung glänzten in den Augen Aller; denn ״was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen." ״Sanft ruhe sein Körper und sein Geist labe sich an dem Lichte, das denen zn schauen vergönnt ist, die da selig sind!" Friede seiner Asche! Leopold Braun, ding. .Ober- und Mustertehn׳,׳. Lostttlcz, 25. Oktober. Unser Rabbiner, Herr .Jakob Singer, ist leider einem schweren Leiden, für das er in Wien Heilung suchte, erlegen. Friede seiner Asche!. Und möge auch in unserer Gemeinde, welche den Hinterbliebenen ihres vollendeten Seclenhirteu liebevolle Sorgfalt widmen wird, bleibender Friede seinen Wohnsitz anfschlagen. A. J. Laildslierg a. d. Warthe, im Oktober. Unsere Gemeinde hat einen herben schweren Verlust erlitten. Minna iiurchanlt, die Gattin unseres durch seinen Gemeinsten und Edelmuth weithin gekannten und verehrten ersten Vorsteherö, Benny Burchardt, (Ritter des Adlerordenö, Stadtrath und Leiter aller gemeinnützigen Vereine unserer Gemeinde), wurde am ersten Nenmondstage (9. Oktober) ihren langen Leiden durch einen sanften Tod entrückt. Die Vcrewigte war ein Biederweib im Vollgewichte des Wortes — schlicht, einfach und anspruchslos nnd allezeit geneigt, zu spenden und zu helfen, zn geben und zn leisten. Die Verehrung, deren sie sich im Leben erfreute, gab sich untrüglich kund bei ihrer Bestattung. ES war eine Leichenfeier, wie sie unsere Gemeinde noch nicht gesehen. Sammtliche christliche

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