Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 40 (1.11.1866)
- Date
- 1866-11-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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749 750 snltatc hcrvorgcbrncht, nnd daß sie sich als treue und loyale Unterthanen, zumal iu feen schwierigste» Verhältnissen, in welchen sich das Kölligreich der Niederlande befand, attögezeichiiet haben. -c. Nochnsse». 3) Schreiben des Iiistizministers. Haag, LI. April 1842. . Es ist für mich eine augenehnie Pflichk, dein Verlailgcn zu genügen, welches Sie an mich gerichtet haben, indem ich Ihnen die schriftliche Erk lärmig zttgehen lasse, daß, wie die Niederländer im Allgemeinen sich durch i hrcn ruhigen Charakter nnd ihre treue Anhänglichkeit an Vaterland und König attSzcichnen, ebenso diejenigen unter den Niederländern, welche sich z nr jüdischen Religion bekennen, sich dadurch ehrenvoll anögezeichnet haben. In den letzten Zähren gab.es in diesem Lande Gelegenheit genug, Beweise voll Patriotismus und Bnrgertrene zu geben. Die Juden haben sich ihrerseitö darin auf eine Weise verhalten, die ihrem Herzen nild ihrem Geiste ans gleiche Weise znr Ehre gereicht. Daher sind sie auch in imseriii Vaterlande allgemein als gute,Bürger anerkannt und betrachtet. Die Negierung ehrt sie als solche gern, nnd ich empfinde persönlich ein wahrhaftes Vergnügen, daß Ihr Wunsch mir Veranlassnug gibt, dieses! Zengniß.zu Gunsten einer zahlreichen und achtungswerthen Klasse von Niederländern abzngeben. Der Jilstiziniiiister van Haat. 4) Schreiben des Kriegs Ministers. Haag, 28. April 1842. Der' Generaldirektor des Krieges erllärt durch Gegenwärtiges, ans Ansuchen des Herrn S. P. Lipman, Ritter des liiederländischen Löwenordens nild Advokaten zu Amsterdam, daß nicht allein auf Crilnd der Anordilnilgen des Grundgesetzes des Königreiches und der Gesetze über die Natioualmiiiz, die Israeliten dieses Landes ihre militärischen Verbindlichleiten mit derselben Treue erfüllen , wie alle andern Bewohner des Königreiches; solldern daß sie auch sehr häufig freiwillig Dieilste nehmen, .jo daß gegenwärtig von. letzterer Art viele in aktivem Dienste stehen, als Offiziere, viele Unteroffiziere nnd Gemeine in den verschiedenen Armeekorps, sowie auch Militärärzte, sowol in den Niederlanden, als in Ost- und Westindi'en;> daß sie sich stets gut und lobenswerth in ihrem verschiedenen Rang und in Aentteril verhalten haben, ohne jemals Ursache zu mehreren Klagen oder znr Unznfricdeusteit gegeben zu haben, als andere Militärs von andern, Glaubensbekenntnis;, so daß man in der niederländischen Armee keinen Unterschied, keine Ansnahme in ihrer Hinsicht macht, lind ju!1ge Leute jüdischer. Religion, sobald sie die Befähigung, nnd die nothwendigen Eigenschaften, be-. sitzen, auf gleichem Fuße mit anderen Söhnen der Bewohner dieses Königreiches, wegen Zulassung zur königlichen Militär-Akademie, welche bestimmt ist, Offiziere im Kriegsdienst und Beamte für die Marine zu bilden, im Königreich und in den Koloiiieeii .koiiknrrireii. List. 5) Schreibendes Statsraths, Präsidenten des Tribunals zu Amsterdam, 28. April 1812. Mein Herr! Es ist für mich ein wahrhaftes Vergnügen, in Ihrem' Gesuche Veranlassung zn finden, im Interesse unserer zahlreichen Mitbürger, die, wie Sie, sich znr israelitischen Religion bekennen, ein Zeugnis; abznlegen, welches, wie ich hoffe, dein edlen Zweck, den Sie sich vorgesetzt, vollkommen, entsprechen wird. Ich erkläre demnach, daß die Erfahrung eines halben Jahrhunderts mir die positive Ueberzengung gegeben hat, daß sich die Juden seit vielen Jahren immer mehr und mehr der politischen Gleichstcllttttg mit ihren andern Mitbürgern würdig gemacht haben. Als ich gegen Ende des vorigen Jahrhunderts mit der Ansrechthaltung der Justiz und der Polizei in dieser großen Stadt unter dein Titel eines Gemeinde-Prokttrators beauftragt war, hatte ich vielfältige Gelegenheit, wahrznnehmen, daß der. israelitische Theil der Bevölkerung durchgehends friedlich nnd dem Gesetze und den Behörden gehorsam ist. Seitdem war ich häufig in dem Falle, sie gegen den Haß nnd die Verachtung einiger sogenannten Ehristen, die voller Vorurtheile waren, unter ihren Mitbürgern zu beschützen, aber niemals habe ich außerordentliche Maßregel» gegen Inden anznwenden gehabt. Meine Erfahrungeu ans jüngerer Zeit, in ändern polit. und Privatbeziehnngen, Und. insbesondere als Präsident des Tribunals dieser Hauptstadt, haben die frühere Erfahrung nur bestätigt, besonders seitdem aufgeklärte Männer unter Ihren Glaubensgenossen sich bemühen , der minder gebi dcten Klasse der Inden . einen geregelteren nnd wirksameren religiösen, moralischen und inteliektueileii Unterricht.,zn verschaffen — ein Streben, das auch unter Ihrer ttneigennützigcn und einflußreichen Mitwirkung unter den! Schlitze des königl. Ober- Hauptes unseres States scholl so viele Fruchte trägt llild immer mehr verspricht- Das Resultat meiner Ueberzelrgnng, gestützt ans ineine Kenntuiß der Lhatsachen, ist, daß der Akt, die Inden ans dem Zustande der Erniedrignng׳ welchem sie ehemals in nuserttl Lande sich befanden, zu erheben/ die Ertheilnikg gleicher Rechte init den andern Statöbürger», bestehend in der Wahlbarkeit zn Würden nnd Aemtern und in der Ausübung der Künste nnd Gewerbe, vor allem aber die-intellektuelle und moralische Bildung, deren sie seitdem genossen und in fortschreitendem Verhältnis; genießen, sie aller der Rechte, ivelchc ihre andern Mitbürger' ansprecheu können, lvürdig >nachen. Darum habe ich ilnter den ersten Würdenträgern des States nnd der Magistratirr, unter den Advokaten nnd Notaren, besonders .unter den vcrdienten Männern, die mit so vieler Auszeichnung das Ritterkreuz des niederiändischen Löwenordenö erhalten haben, mit großer Freude einen Meyer, Asser, Boas und auch Sie begrüßt, und in dem Augenblicke, in wescheru ich dieses schreibe, erfahre ich mit wahrer Genugthnnng, daß der würdigc Godefroi vom Könige berufen worden, das öffentliche Ministerin!!! -bei-unserem Tribunal als Supplent des StatSanwalteö zn vertreten. . re. M. E. van Hall. 6) Schreiben des Generals Baron Chassü. Breda, 25. April 1842. Mein Herr.- Es ist für mich eine wahre Genngthnnng. den Wunsch zu erfüllen, .den Sie-mir in Ihrem Schreiben vom 23. d. M. ansgedrückt haben, meine Meinung über die Israeliten, unsere Mitbürger, als Soldaten zu erkennen zn geben. , . , Zwei Jahre hindurch habe ich in der Eitadelle von Antwerpen eine große Zahl unter ineinen Befehlen gehabt. Während dieser ganzen Zeit haben sie die besten Beweise von Mnth , Treue, Zncht nnd Ausdauer gegeben.. Als Mann von Ehre kann ich mit lleberzcngnng hinzufügen, daß, wenn meine Lebensdauer nicht bald abgelanfen wäre, und ich noch einen Feldzug ׳zu beginnen hätte, ich mich glücklich schätzen würde, den Besch! über einige Tankend dieser braven Soldaten zu haben. Ich hoffe, hiermit Ihren Wunsch erfüllt zn haben, und versiche׳-e Sie, daß mir diese Veranlassung sehr angenehm war, mit einem Manne in Verbindung zn kommen, dessen Nnf als Gelehrter, Stasömann nnd , Schriftsteller mir schon bekannt war. , .־ Der General der Infanterie. ' Baron Ehassü. ,, , Was können Leute, wie Herr Cs., solchen Kundgeblingen gegenüber thnn? Nichts anderes, als — beschämt vrrstnmmeu! . Kultnrgcschichtlichen Studien hat unser Herr Cs.,-.Hk׳' sondere Aufmerksamkeit gewidmet. ' Als. Resultat derselben stellt er den Satz auf: ״Die Juden haben auf keinem einzigen Gebiete menschlicher Kultur eine Epoche machende Entdeckuug , oder ein Epoche machendes Auftreten vollzogen (S. 222)." Freilich! Daß die Juden ein Statsleben auf - monotheistischer Basis gegründet, und - der Menschheit die monotheistische Idee gerettet haben; —7 daß sie eine der ganzen gebildeten Welt ehrwürdige Literatur ' erzeugte,1. die bis auf den heutigen Tag - so, viele hervorragende Geister beschäftiget; — daß ihnen von Forschern, wie Hitzig und OlöHansen, die Erfindung der Buchstabenschrift zugeschrieben wird; — daß sie im Mittelalter, mit den Ara- Peru in der Pflege der Mathematik, der Astronomie, der Medizin und der Filosofle wetteiferten; —. daß sie in neuerer und neuester Zeit ans jedem Gebiete geistigen Lebens und Strebend ihre Vertreter haben: alles dies ist in den. Angen eines KnltnrhistvrikerS, wie Herr Csatäri, eine Kleiuigkeit, die keiner Beachtung werth ist! :■yil ' 42«