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Ben Chananja · 1866-11-01 · 40 (1.11.1866) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
40 (1.11.1866)
Date
1866-11-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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747 748 einem Nabbinals-Assessor der di'ulschelr Gemeinde , R. Jsak, der ihm durch seine talmudische Belesenheit, seine Fertigkeit im Zeichnen und seinen wissenschaftlichen Eifer vielfache Dienste geleistet hat 3). Die wohlwollende Gesinnung, welche Surenhuys gegen seine jüdischen Forschnngsgenossen an den Tag legt, ist leicht zu erklären. Bildung, Erkenntniß, Wissenschaft verbrüdern die Menschen; Roheit, Ignoranz, Aberglauben entfremden sie einander. Er verschmähte eö auch nicht, sich im Interesse seines literarischen Unternehmens mit entfernten jüdischeu Gemeinden in Verbindung zn setzen, wie es ihm denn auch gelang, den Maimonidischen Mischnakommentar aus Llvoruv in der arabischen Ursprache zu erhalten. . Freundschaftlicher Umgang zwischen christlichen und jüdischen Gelehrten war zn jener Zeit in Holland nichts Unerhörtes. Schon Me nasse b. Israel (1604—1657), Rabbiner zu Amsterdam, welcher hebräisch, lateinisch, spanisch, portugiesisch, englisch mit seltener Gewandtheit schrieb, , durfte Gelehrte, wie Johann Gerhard Voß, Hugo Grotius, Samnel Vochart, Kaspar Barläns, Peter Daniel HnetinS, Simon Episkopinö und Thomas Pockock zu seinen Freunden zählen.׳ Barläns widmete ihm ein Lobgedicht,‘ dessen drei letzten. Disticha folgendermaßen lauten: Alle!! geziemet es, Gott zu verehren! Nicht Einem Jahrhundert, Einem Stamme nicht nur legen wir Frömmigkeit bei. Ob wir verschieden auch denken, wir leben dem Himmel als Freunde, . Und den erleuchtete Kopf hat überall seinen Werth. . Dieses ist, meines Bekenntnisses Ausdruck, dies glaube, Mcnassc; Also bin ich Christ; so wirst Jude Du sein. Da solche Gesinnungen in Holland schon im siebzehn-- ten Jahrhundert von Professoren höherer Lehranstalten vffentlich ausgesprochen wurden, konnte die vollständige Ema nzipatiou der .Juden, nachdem sie zn einer Forderung der Zeit geworden war, mit keinen Schwierigkeiten verbunden sein: sie erfolgte am 2. September 1796, indem die National- Versammlung dekretirte, daß die Juden in jeder Rücksicht als Bürger der Republik betrachtet und behandelt werden sollen, und daß dies den Behörden zur Veranlassung des Erforderlichen besonders kundzugeben sei. . ' - Seitdem sind siebzig Jahre vergangen und Holland hat manchen statlichen Wechsel erfahren. Unter allen Verhältnissen bewährten aber die holländ. Inden ihre Vaterlandsliebe, und viele derselben haben sich durch ihre Tüchtigkeit und ihre Leistungen ans dem Gebiete der Industrie, der Wissenschaft, der Kunst und des StatSdieustes bedeutende, zum Theil berühmte Namen erworben. Alles dies ist uotorisch und Jedem bekannt, der sich überharrpl für jüdische Zustände intereffirt. Was gilt aber daS Zengniß der Geschichte dem Vornrtheil, der Bornirtheit, dem ^iukarnirten Spießbürgerthnm? — Ein fahrender Poet aus Ungarn, er H . . . . . . adoo quiciom nt ob judtcii artisqus praoat^n - tiaiu umniuui ad liaoe aludia promovonda tiptissiiuas haburotur, 8i pur ofciiua ipsi cxcolere.ou lic-^rot; qui nobis opetn suam non vulgarem pur raultoa jam annos tulit, oü adlmc indi08 non inino* um tun, ut qaVil ora ra ro in uno Komi n0 inveniaa. nennt sich Otto Csatäri, gibt 1865 eine Reisebeschrei- . bung heraus, deren Leser über die holländischen Juden, sowie über die Inden überhaupt, ganz Ungeheure Dinge erfahren. Unser Poet legt seine statsmännischen Anschanungen christlichen Kanflenten in Amsterdam in den Mund. Diese sollen nun geäußert haben: ״Die Inden haben cs während der FreiheitSkämpfe der niederländischen Republik stets mit den Feinden der Republik gehalten. Als Statsbürger haben sie es nicht verstanden, die Wohlsarth und die Größe des Vaterlandes zu fördern. Denn sie haben nirgends und niemals ein Vaterland. Sie haben nur ihr Geschäft, ihre Familie, ihre Religion (S. 221)." Herr Cs. muß sich wirklich ein höchst einfältiges Lesepublikum gedacht haben. Gescheidte Leute, dies hätte er wissen sollen, können sich nimmermehr weismachen lassen, daß solche fanatische Erpektorationeu im Lande der Oranier und der Hugo Grotius einheimisch sind. Da man sich aber im judenfeindlichen Lager nicht entblödet, längst widerlegte, veraltete, gehässige Jnkriminationen anszuwärmeu; so dürfen wir uns, selbst auf die Gefahr hin, vielen unserer Leser nur längst Bekanntes zn sagen, nicht abhalten lassen, an nachstehende Zeugnisse holländischer Statsmänner zn erinnern. Veranlassung zn diesen Ehrendiplomen für die holländischen Inden gab ein einseitiger Bericht des schwedischen Konsuls Egidius, 'der, wie es scheint, mit unserm Reisenden wahlverwandt war. Um dessen falschen Bericht zu entkräften, wendete sich Dr. Lipman an die Negierung und erhielt'folgende Dokumente: 1) Schreiben des Ministers des Innern. Haag 19. April 1842. Mein Herr! Um dem Wunsche zn genügen, den Sie mir in Ihrem Geehrten von gestern ansgedrückt haben, stehe ich keineswegs an, wie folgt, zu erwidern; Nachdem die Israeliten 47. Jahre hindurch an allen -Rechten, und Pflichten der niederländischen Bürger thcilgenommen und auf völlig gleichem Fuße mit ihren andern Mitbülgern stehen, hat die -Negierung oft Gelegcnheit gehabt, die soziale Verändcrnng währznnehmcn, durch welche dieser Theil der Bevölkernug, ans seinem früherem Standpnnkte der Jsolirung hervortretend, zu einer vollständigen Thcitnahme an der niederländischen Nationalität bernfen ward. Die politische Emanzipation hat nach, meiner Meinung vollkommen der Erwartung ihrer ersten Urheber entsprochen, und der niederländische Stat hat niemals diese Reform zn bedauern Ursache gehabt. Indem -maneinen Vergleich mit Andern anstcllt, findet mau, daß besondere Umstände die Zivilisation der Masse noch anfgehalten haben, aber sie haben svwol. in den Jahren 1813—1813, wie 1830 und nachhe r den Beweis geliefert, daß sie bereit sind, die Interessen ihres Vaterlandes mit Kraft 1»ld als gute Statsbürger zu vcrtheidigen. ׳ Der Minister des Innern Schimmelpennink v. d. Oye. 2) Schreiben des Ministers der Finanzen: Haag, 20. April 1842. Mein Herr! Auf ihr Gesuch vom 18. d. mache ich durchaus keine Schwierigkeit, es ist vielmehr für mich eine angenehme Pflicht, der Wahrheit die Ehre zn geben, indem ich erkläre, daß die Zulassung der Israeliten zu denselben politischen Rechten, wie die andern Statsbürger, wie solches in diesem Lande seit einem halben Jahrhundert besteht, die glücklichsten Ne- :') Utazäs 6s uta/äsi köziküny.v. Dcbtocenbon, 18(55, Kiadja Tolegdi K. Lnjoa. 8. 312.

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