Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 40 (1.11.1866)
- Date
- 1866-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 40. .Mutet Jahrgang Szegediil, öeu l. Meinßet 1866. Erscheint am 1. und 15. eines ן eben Monats 3 Bogen stark. Prämunerationspreis: Ganzjährig 8 5 Thlr. 10 Sgr., halbj. 4 fl. — 2 Thlr. 20 Sgr., viertelj. 2 fl. ö. W. Für Rabbiner, Lehrer trnd Kantoren ganzjährig 6 fl., halbjähr. 3 fl. Inserate werden angenommen und billigst berechnet. Zeitsohriffc für jüd. Theologie u. für jüd. Lehen in Gemeinde, Synagoge und Schule. Herausgeber und Redakteur: IiÖWa Oberrabbiner zu Szegedin. Man abannirt im Inland bei aileu Postämtern; im Anslande bei Herrn Jenny Wagner in Leipzig; iu Wien bei Herren Hcrzfeld & Lauer (Praterstr.); iit Prag bei Hrn. Senders und Srandeis. * Die genannten Buchhandlung gen nehmen auch Inserate für^ nnö an. ׳ Me HMMscheu Mea. vor icm '“'' " '' eines 7' .weisenden. Holland war lauge Zeit hindurch das gastliche Asyl derjenigen, denen der Fanatismus ihrer Heimat das Leben verbitterte, wo nicht gar bedrohte. Es wollte nach den Worten Wilhelms IV. von Oranien als ein Freiplatz für alle Verfolgte, Unterdrückte und Fremdlinge angesehen sein, dem kein Büudniß, kein Vertrag mit einer fremden Macht so günstig gewesen, als die Beschirmung derjenigen, die ihre Zuflucht dahin genommen haben. Die Inden fanden daselbst schon gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts eine duldsame Zufluchtsstätte. Im Jahre 1598 wurde die erste Synagoge in Amsterdam eingeweiht. - Die holländische Toleranz hatte nicht nur einen außerlichen, materiellen, kommerziellewinnd-sozialettuWarakter; sie erstreckte sich ׳ auch ans die wissenschaftliche Würdigung des Judenlhums, der jüdischen Alterthümer und der jüdischen Literatur. Und geschah dies überraschender Weise schon im siebzehnten Jahrhundert! Ein gelehrter Amsterdamer Professor, Will) el m Sure 11 h 11 y s, gab die M i s ch n a mit lateinischer Uebersetzung, mit Kommentarien, Noten, Kupfertafeln und Registern heraus (1699—1703).,' deren ersten Theil er den an der Spitze der Stadt Amsterdam stehenden Männern, -- Johann Corver, Nikolaus' Witzen, Jeronimiis von Gaze׳ v. Georg, Dietrich Munter — dedizirte. In der am 1. Juli 1698 Unterzeichneten Widmung sind nun folgende Worte zu lesen: ״Amsterdam wird durch Euch, Vorsteher des Gemeinwesens, einer so gerechten, billigen, milden, wohlwollenden und gnädigen Negierung, theilhaftig, daß Eure Stadt einen Ruf erhielt, dem zu Folge sie nicht nur für das Haupt aller Provinzen und Städte, für das Auge Batavienö und den glücklichsten Markt Europas gehalten, wird, sondern auch für die gemeinsame Zufluchtsstätte aller Nationen und Völker, für eine Art heiligen Asyls. Daher kommt, daß es kaum eine Sprache, Kunst oder Wissenschaft gibt, die nicht darin gesunden würde, so daß wrn» Jemand Eure Einwohner mit der Stadt vergleicht, e.r nicht den Zusammenfluß Einer Stadt, sondern den de/ ganzen Wells, nicht den Zusammenfluß Einer Nation, sondern den des ganzen Menschengeschlechtes, die Musterkarte ganzen Erde vor Augen hat. Unter diesen Einwohnern nimmt das uralte Volk der Hebräer nicht den letzten Platz ein. Zu ihm gehört ein ansehnlicher Theil der blühendsten Kauflente. Es ist der Pfleger der Mischna, der treueste Wächter der Bibel, und das klarste Licht beinahe der ganzen heiligen Geschichte. Durch dasselbe stehen wir mit alten fremden Völkern in Verbindung, indem es unter den Sternen des Himmels kaum; einen Ort gibt , wo nicht ein Theil dieses Volkes seilten.- Wohnsitz aufgeschlagen hätte. Durch dasselbe besitzen wir die Alterthümer, Ritus und Gesetze der Hebräer, welche wegen ihrer größer!! Heiligkeit und Zuverlässigkeit vor allen andern Alterthümern den Vorzug verdienen, und viele Stellen der heiligen Schrift würden in Dunkel gehüllt;bleiben, käme, nicht das Licht der jüdischen Literatur hinzu." Dies-sind die- Worte, welche ein christlicher Professor an seine christliche; Obrigkeit richtet. Sie sind ein unzweideutiges Zeugniß, daß die Juden in Holland nicht, verachtet, nicht für Feinde der Republik gehalten wurden. .; Surenhuys oder Surenhustus, wie er sich,.lateinisch nennt, ging mit gelehrten Inden^freundschaftlich uE und/t r nimmt keinen Anstand, dies seinen Lesern mitzutheilen, und> das Bekenutniß damit zu verbinden, daß ihm dieser Umgang sehr nützlich war '). Besonders rühmt er den Nabbinats- Assessor Salomon Jehuda Leon Templo, den die Literaturgeschichte als Verfasser einer hebräischen Grammatik undeiner Sammlung homiletischer Vorträge, sowie als Editor׳ mehrerer älterer Werke nennet, und von dem Surenhuysu über zweihundert zur Erläuterung der Mischna gehörige׳' Figuren erhielt. Der Urheber /dieser Figuren war Sa'. Je-' hudas Vater, Jakob Jehuda ׳ Leon Templo, Rabbiner zu ' Hamburg, später in Amsterdam, dessen Modell vom jernsa-' lemitanischen Tempel so viel Aufsehen machte, daß August, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, der für Leon sehr eingenommen war, dessen Werk über den Tempel zn Jerusalem von Johann Säubert ans dem Hebräischem ins. L-i-l teinische übersetzen ließ (1665). Dasselbe erschien um dieselbe^ Zeit auch in deutscher Sprache, nachdem eS bereits.früher ho!-7 ländisch und französisch erschienen war 2). Andere, von dem gelehrten N. Moses Rafael - de Aguilar herstammende Zeichuiingeu empfing Sureuhuys von dem Sohne des aus der Ge-: schichte seiner Zeit hinlänglich' bekannten Amsterdamer Nabb., Jsak Aboab. Mit besonderer Anerkennung spricht er von ') .. .. dicei'e nequeo quanium mihi attulenmt euiolumenti quotkliana illn iloctissimoruni Jutlaeoium cxorcitia ac i’ami 1 iaris- 3imu coniraevcia. ף Fürst verweist «Itter Säubert auf Jehuda Leone da Modena (Bibi. 3, 255) statt auf Jak. Ich. Leo» Templo. Letzterer., soll den Nameu Templo iu Folge seiner Tempelzeichnniig angenommen haben. 4554