Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 39 (15.10.1866)
- Date
- 1866-10-15
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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113 vorgeblichen Königs Agarus, der nicht nur Christ gewesenSondern sogar mit Christus selbst einen Briefwechsel unterhalten haben soll. Ueberdies war Edessa der Sitz einer sehr berühmten christlichen Schule, aus weleher Lehrer hervorgingen, die zur Verbreitung des Christenthums wesentlich beigetragen (s. Henke, Kirchengeschichte 1. B. 8. 350). Daher auch das feindliche Verhalten dieser Stadt gegen die Juden. Zur Zoologie des Talmuds. Von Professor M.' Stössel. Es ist wol leicht erklärlich, dass in den Naturwissenschaften, die auch auf Erfahrung beruhen , die Neuzeit die Ansichten der Vorzeit oft berichtigen, oft gänzlich umstossen muss. Höchst auffallend jedoch ist es, wenn in einer Sache, in der das Wahre leicht zu finden gewesen, doch die Alten eine unrich- ' tige, der heutigen ganz entgegengesetzte Ausicht gehabt haben. Solch ein auffallender Widerspruch zwischen der Neu* und Vorzeit findet sich in der Naturgeschichte der Ameise. Nach Sprüche 6. von 6—8 und 30, 25. ist die Ameise das Muster der Fürsorglichkeit, sie legt im Sommer zusammen ihr Brod, sammelt bei der Ernte ihre Nahrung. Dem entgegen behaupten die neueren Naturforscher, die Ameise legt keine Vorräthe an, sie braucht es auch nicht zu thun, weil sie eine- Art von Winterschlaf hat, auch besteht ihre Nahrung gar nicht aus Getreide. Ist in diesem Falle , wo das Wahre doch sehr leicht zu finden gewesen, bei Salomo, von dem gesagt wird, 1 Kön 5. 13., dass er über alle Naturgegenstände zu sprechen wusste, ein Irrthurn möglich? Und wenn, auch; wenn wir auch annehmen wollen, der Verfasser der Sprüche hätte nicht aus Selbstanschauung gesprochen: was können wir zu manchen Aussprüchen der Rabbinen über diesen Gegen stand sagen, da diese nur zu. deutlich auf Selbstanschauung berufen? Chulin 57. b. wird von Rabbi Simon ben Chalifta gesagt עסקן בדברים היה dass er Forscher war, und von Salomos Angabe über die Ameise אשר אין לה קצין וכד sich erst Ueberzeugung vorschaffen wollte אמר איויל איחוי אי ודאי הוא Mag man auch von den daselbst angefühi־- ten Geschichten halten was man. will; so viel geht doch wenigstens hervor, dass R Simon kein Autoritäten - Nachbeter war, שלא סמיך אהימנותא דשלמה wie auch sein argumentum ad hominew geg. R. Jehuda bezüglich des federnlosen Vogels beweist; sollte also auch diesem׳ Forscher bei seiner genauen Beobachtung des Ameisenlebens das Richtige bezüglieh der Nahrung und des Sammelns entgangen sein? Und doch erzählt er selbst, Midrasch 114 R. Debarim 5.1 ״Ich sah, wie eine Ameise ein Weizenkorn fallen liess und wie alle anderen daran gerochen haben, aber keine , hat es genommen, bis die erste Wieder zurückkam; und hiemit erklärt sich Salomos Wort: Siehe ihren Wandel u. s. w." שבורחת מן הגזל Und das erzählen auch andere Rabbinen an derselben Stelle, dass die Ameise ihren Vorrath in der Mitte des Baues anlegt, dass sie Alles, was sie findet, Weizen, Gerste und Linsen sammelt , dass trotzdem sie nur 6 Monate lebt, [kann heissen: im Winter erstarrt] sie dennoch für die Zukunft sammelt, ja R. Simon ben Jochai sagt: Man fand einmal in ihrem unterirräischem Baue 300 Korn Weizen. Sollten alle diese Angaben [wie auch die 300 Kor, wie auch die 300. Kohanim גוומא sind] nur auf Einbildung beruhen? Alle Schwierigkeiten wären aber gelöst, wenn נמלה^ס^סמ^מ. und demTalmudisehenשומשמ^א die Termiten, die weissen Ameisen, verstehen dürfte. Diese lebt wohl zu meist in Ost-Indien in Mittel- und West■'Afrika und in Süd-Arnerika; allein sie unternimmt selbst weite Wan; derungen und kann sehr leicht in heisse Län-, der einquartitrt werden. Wird sie ja sogar in den kaiserlichen. Wärmhäusern zu Schönbrunn noch neuerer Zeit bemerkt. Kann sie also nicht frühzeitig schon nach Palästina importirt worden sein und daselbst sich einheimisch gemacht*) haben? Auf die Termiten, denen die Arbeiter der gewöhnlichen Ameisen ganz ähnlich sind, passen die meisten im Talmud vorkommenden Merkmale. Zuerst sammein diese wirklich Vorräthe und legen Magazine in der Mitte' des Baues an; sie fressend Alles, was sie •finden, besonders vegetabilische Stoffe, wie der Midrasch sagt: כל מה שהיא מוצאה sie zerstören sehr vieles, daher der Name •termites fatales und ebenso Menachoth 71: b. und Peah 2. 7; ■ קרסמוה נמליכש und daher ist ihre Vertilgung selbst am Chol hamoed gestattet, Moed Eaton 6, b. Ihre Schlachten gegeneinander müssen; da sie stärkere Fresswerkzeage haben , noch heftiger, als die der gewöhnlichen Ameisen sein, und ist das in Moed Eaton 6. b. zu ihrer Vertilgung angegebene Mittel recht praktisch. Man nimmt Erde , von dem einen Bau und gibt sie in einen anderen Bau et vice versa; hierdurch reizt man sie zum wechselseitigen Kampfe und sie ziehen bis zur Entfernung einer פרסה .dem Gerüche des fremden Haufens nachspürend gegen einander, wenn sonst kein Übergangsloser Fluss dazwischen ist. Ich erlaube mir hier die Conjectur והוא דלא קאי וכוי statt דקאי *J י Dass sie jetzt nicht in Palästina zuhause ist, kann vielleicht durch irgend einen überaus strengen Winter geschahen sein. ' -