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Ben Chananja · 1866-10-15 · 39 (15.10.1866) · page 21

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Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
39 (15.10.1866)
Date
1866-10-15
Page
– (sequence 21)
Language
German
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109 110 nig Agrippa aus der Stadt gejagt) suchte Eleasar, der Sohn des Hohenpriesters Ananias, ein sehr kühner Jüngling und der zugleich Befehlshaber des Tempels war, jene Priester, die den Dienst im Tempel versahen, dahin zu überreden, dass sie mehr keine Oeschenke oder Opfer von Fremden annehmen, und das war der eigentliche Anfang von unserm Kriege mit den Römern, denn sie verweigerten von nun an die Annahme der Opfer Cäsars. Obwol viele der Hohenpriester und der angesehensten Männer sie ersuchten, diese Opfer nicht zurückzu weisen, da dies von jeher so Gebrauch war, so vermochten sie es doch nicht durchzusetzen. Jene, die Anführer, stützten sich auf ihre Menge, denn der grösste Theil der Neuerungssttchtigen war auf ihrer Seite, besonders aber hatten sie ihr Augenmerk auf Eleasar gerichtet, der Befehlshaber des Tempels war. Die Ansehnlichsten unter den Pharisäern und Hohenpriestern hielten Berathungen und wiesen nach, wie stets Opfer von Fremden, besonders aber von regierenden Personen im Tempel angenommen worden sind, um wie viel verbrecherischer es aber sei, die Römer davon auszusehliessen und nicht einmal Trankopfer von ihrer Seite auzunehmen, sie mögen also dieses Unrecht gut machen; bevor es zu den Ohren derjenigen gelange, die sich dadurch verletzt fühlen werden. Doch all dieses Zureden war vergebens, die Aufrührer bemächtigten sich des Tempels, zündeten sogar die Wohnung des Hohenpriesters Ananias, Vaters unsers Eleasar, und die Paläste des Königs an und verbrannten auch die Archive, um alle daselbst auf bewahrten Schuldendokumente zu vernichten. Aus dieser Erzählung ist zu ersehen/ dass die Angabe des Talmud, wonach die Zurückweisung der römischen Opfer die erste Veranlassung zum Kriege war, eine echt historische sei, blos in der Art und Weise der Zurückweisung hätte der Talmud eine trübe Quelle vor sich, es ist aber ferner daraus ersichtlich, dass Vater und Sohn (קמצא . ברקמצא) an der Spitze beider Parteien, sich gegenüberstanden.■ Besonders aber wollen wir auf obige Angäbe des Jos., wonach auch die römischen Trankopfer zurückgewiesen wurden, aufmerk־, sam machen, weil wir eine analoge Stelle hiezu im Talmud finden. Dieselbe (Schekalim VH, 6) lautet: R. Simeon sagt: Sieben Einrichtungen hat das Hohegericht (Rabba zu HI, M. P. II.: ב״ד הגדול)> getroffen. Eine; derseihen ist folgende: Wenn ein Heide von Jenseits des Meeres zu , seinem Opfer auch das Trankopfer sendet, so wird auch letzteres dargebracht, bleibt dies aber aus, so soll solches aus der allgemeinen Opferkasse (משל צבור) dargebracht werden. Dass hier unter R. Simeon kein anderer als R. Simeon ben Gamliel, und zwar der Märtyrer, der eben zur Zeit der Belagerung das Patriarchat bekleidete und eine sehr wichtige Rolle spielte, gemeint sei, ist aus obiger Midraschstelle zu ersehen. Wahrscheinlich ist diese Stelle in einer veränderten Fassung auf uns gekommen und mag ursprünglich so gelautet haben: Von Heiden sind sowöl Opfer als Trankopfer anzunehmen, wo jedoch letztere wegbleiben, so sind sie aus der allgemeinen Opferkasse zu nehmen. Es bleibt uns also noch zu erklären üb- 1־ig, warum Ananias den Namen ״Kamza“ geführt. Heber den Charakter dieses Hohenpriesters äussert sich Jos. (Ant. 1. XX. c. 7. §. 2) Wie folgt: Was den Hohenpriester Ananias betrifft, so nahm er täglich an Grösse zu in einem sehr hohen Grade und erlangte die Gunst und Ächtung seiner Mitbürger in besonderer Weise, denn er war ״ein grosser Geldsammler“, und unterhielt eine, intime Freundschaft mit dem damaligen römischen Landpfleger Aibinus ‘ und dem Hohenpriester Josua durch, Geschenke. Er hatte: auch Diener, die sehr böse ,waren und die sich mit den verwegensten Leuten des Volkes verbanden, sie gingen in die Dresch-Tennen und nahmen die Zehnten, gewaltsamer Weise weg, ja standen nicht ab, jene zu schlagen, die Widerstand leisteten. . Diesem verderblichen Beispiele felgten auch die übrigen Priester nach, ohne dass jemand ihnen Einhalt zu thiur vermochte, die Folge war,. dass viele Priester,;־־ die sonst von den Zehnten lebten, aus Nahrungsmangel starben. (S. Pessachim p. 57, a.) Wir ersehen daraus, dass der Hauptkärakterzug dieses Hohenpriesters darin bestand, so viel Geld als möglich zu sammeln, um sich die Gunst der .Römer zu erwerben und dass seine Diener in buchstäblichem Sinne Aussauger des Volkes waren. Es ist wahrscheinlich, dass Ananias dieser Eigenschaft,

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