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Ben Chananja · 1866-10-15 · 39 (15.10.1866) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
39 (15.10.1866)
Date
1866-10-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
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743 744 die glänzende Kanzelberedsamkeit des Herrn Dr. Hübsch viel zu. genau unterrichtet, als daß eS nöthig wäre, auf den nngeheuern Erfolg, den die Antrittsrede unseres neuen Predigers errang, naher einzugehen. Ich will mich daher nicht in weitläufige Lobhudeleien verlieren; ich bleibe aber ganz objektiv, wenn ich berichte, daß in der ganzen Gemeinde über die Rede nur eine Stimme herrschte, nämlich die des ungetheilten Beifalls. Und so möge es denn Herrn Dr. Hübsch gegönnt sein, unbehelligt und ungestört zum Wohl und Heil seiner Gemeinde, zur Ehre Und Freude des JudenthumS, zum Nutzen und Frommen der jüdischen Wissenschaft zu arbeiten, zu wirken und zu schaffen. Die Achtung und Ehrerbietung, die ihm seine Gemeinde entgegengebracht, wird ihm dieselbe auch stets bewahren. Und nun gestatten Sie mir, Herr Redakteur , auch über die Feierlichkeit zu berichten, mit welcher die neue Synagoge der Gemeinde ״Adath Jeschurun" am 31. des vorigen Monats eingeweiht wurde. Die Gemeinde ist vielleicht die jüngste unter den zahlreichen New Aorker Gemeinden, und doch hat sie sich in der äußerst kurzen Zeit ihres Bestehens zu einer der bedeutendsten emporgeschwungen. Wieder ein Beweis, daß nur der Fortschritt lebensfähig ist! Gar viele Gemeinden in unserer Stadt, die sich noch nicht auf die Höhe der Zeit erhoben haben, fristen nur höchst erbärmlich ihr Dasein; während die junge, aber dem Fortschritt und ver wahren Reform huldigende.Gemeinde ״Adath Jeschurun" sich immer mehr aufschwingt und auf eine wahrhaft herrliche Weise blühet. Am 31. des vor. Monats wurde ihre neue, erst unlängst beendete Synagoge durch den neuen, eben angekommenen Rabbiner der Gemeinde, den berühmten Dr. Einhorn, eingeweiht. Die Mitglieder der Gemeinde waren sammt den Vorstehern fast vollzählig erschienen; doch auch zahlreiche Gäste waren anwesend, vor Allem die Vorsteher und Rabbinen der anderen Gemeinden. Die Zusammenkunft geschah im früheren Betlokal, wo der Präsident der Gemeinde eine kleine Rede hielt. Erst von Hier ans begaben sich die Anwesenden in den neuen Tempel, an. der Spitze des imposanten Zuges wurden die Thorarollen getragen. Beim Tempel angelangt, wurde derselbe feierlich geöffnet, der unter der Leitung des . exzellenten Kantors, Hrn.S. Sternberg, stehende Chor stimmte einen Gesang an und die Thorarollen wurden in die heilige Lade gelegt. Nachdem Dr. Einhorn das Sche-Hechijonu in deutscher Sprache gesprochen hatte, folgte wieder Gesang und nun Hielt Dr. Einhorn die eigentliche Einweihungsrede. Die Rede war in rhetorischer Beziehung ebenso glänzend, als dem Inhalte nach reich und gediegen. Dr. Einhorn entwickelte in derselben mit meisterhafter Eloquenz und mit überzeugender Eindringlichkeit seine Prinzipien, die Prinzipien der echten und unverfälschten Reform, die er stets vertreten hat und die er auch in Zukunft vertreten wird. Er sprach, wie es dem Manne ziemt, gerade und offen, und bewies neuerdings, daß er seinen Ruf auch wirklich verdient. Nach Einhorn hielt der zur Feier geladene Rabbiner Si m on Tu S k er aus Memphis eine englische Rede, die gleichfalls gefiel. Die Feier schloß mit einigen Gesängen und wurde dann der Sabbath-Abendgottesdienst nach dem von der Gemeinde angenommenen Einhorn'schen Gebetbuch verrichtet. Am Samstage bekam das weniger zahlreich versammelte Publikum eine deutsche Predigt von Rabb. Dr. Adler und eine englische von Rabb.Dr. Mayer zu hören. Und damit ich meinen Bericht ganz vollständig mache, muß ich noch des glänzenden Bankets erwähnen, das am Sams« tag Abend abgehalten wurde. Es ging bei demselben äußerst lebhaft zu, doch hierüber zu referiren, gehört nicht mehr in den Kreis des ״Ben Chananja." Schulwesen. Wien, 17. September. Allen meinen wertheu Bekannten, Freunden, Gönnern und eiuem geehrten israelitischen Publikum diene zur gefällige» Nachricht, daß ich in Wien, Stadt, Riemergasse Nr. 6, domizilire und einige Knaben zur vollständigen Erziehung, Beköstigung und Pflege übernehme. Salomon Götzl, ehem. ding. Lehrer zu Fünfkirchen, bisheriger Religionslehrer an der königl. ist. Musterhauptschule in Temesvar. 8t. Uensohl , im Oktober. Daß die. erste Generalversammlung des ung. isr. Lehrerunterstützungs-Vereins am 27. abgehalten worden, werden Sie gewiß schon von Ihrem Pester Korresp. erfahren haben. Zu bemerken ist von hier aus bei diesem Anlasse, daß Herr Gemeindepräses Schmied! in Losoncz, um dem dirig. Lehrer Hofmann die Reise nach Pest zu ermöglichen, einen Theil der Reisespesen aus der Gemeindekasse zu ersetzen die Güte hatte: ein schöner Zug, den der Oeffentlichkeit zu übergeben wol der Mühe werth ist. Von den diesjährigen Prüfungen, welche an der Losonczer isr, Schule am 16. und 17. September stattfanden, hören wi^ das Beste, und ist diese junge Lehrstätte in stetem Aufblühen begriffen. — Ferner haben wir zu registriren,. daß der Losonczer Schulbezirk nicht mehr zu Preßburg, sondern zu Kaschau gehört; in Folge dessen der von? dort aus z!^n Bezirksschulenaufseher ernannte katholische Probst von hier seine amtlichen Funktionen auch auf die Losonczer isr. Schule ausdehnt und den Prüfungen schon beigewohnt hat. . Groß-Ällllizsll, im Oktober. Von dem hiesigen Lehrer Karl Braun ist eine hebräische Fibel in zweiter Auflage erschienen, welche für Schulen mit ungarischer Unterrichtssprache eingerichtet ist. Berichtigungen. 1. In dem Spendenverzeichnisse in Nr. 36 d. Bl. blieb aus.Versehen aus: Alois Kern 10 fl. Statt I. L. Kohen muß I. I. Kohen gelesen werden. 2. In meinem homiletischen Artikel ״Die vier Parteien im heutigen Israel" (homil.' und didakt. Beil. Nr. 11) ist S. 1. Z. 18. v. u. statt ״Shmetrie" S y m metrie zu lesen; S. 3. Z, 6. statt ״norddeutschen Bund" norddeutschen Sand; S. 5. Z. 11. statt ״ruft dabei", rnft dagegen. Prvßnitz. Dr. Schmied l. Bemerkungen. Wegen Mangel an Raum nittßten mehrere Korrespondenzen., unter Anderen die ans Prag, Losoncz und Erlau für die nächste Nummer,zurückgelegt werden. Inhalt. Berliner Reformen. Vom Herausgeber. — Der Aussatz in der Bibel. Von Dr. Finäly. — Mekize Nirdamim. — Wiener Brief. —.Eine Feier in Jerusalem. — Nekrologie. — Aus Berlin. — Korrespondenzen. Pest. Ptst. Lemberg. Prag. Prag. München. Szegediü. Preßburg. Zenta. Groß-Kanizsa. Prag. Paris. Paris. New-Bork. Wien. Nensohl. Groß- Kanizsa. — Berichtigungen. — Bemerkungen. Szegedin» Selbstverlag brr Nedaktton. Leipzig» Lommisfioas-Verlag von Frau? Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein Bogen Forschungen des wilsenfchaftlich-talmndifchen Vereins.

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