Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 39 (15.10.1866)
- Date
- 1866-10-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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737 Werkes über Laryngoskopie. Als in unsere Mitte gehörig, nenneN. wir auch den gegenwärtig in Wien weilenden Dr. Abel es, Assistenten am pathologisch-chemischen Institute. Als Vertreter der übrigen Wissenschaften nennen wir mit Genugthunng uNsern zweiten Prediger Dr. K o h n, den das große Publikum zwar blos als begabten Kanzelredner, Fachmänner aber auch als vielversprechenden Theologen und Philologen schätzen; den in diesen Wissenschaften ebenfalls vielbewanderten Heinrich Deut sch, den Ersten, der Hierortsden ungar. Religionsunterricht in Ausübung gebracht; den in gelehrten Kreisen Londons geachteten Dr. Akin, den durch wissenschaftliche Arbeiten so vortheilhaft bekannten Dr. Schwab, den bereits in kühler Erde ruhenden und durch seine schriftstellerische Thätigkeit beliebte» Ignaz Friedmann. Gedenken wir an dieser Stelle auch des zu früh verstorbenen ׳Prof. G roß mann, dessen Andenken in seinen Erfindungen auf physikalischem Gebiete der Nachwelt überliefert wird. . v. Lemberg, 7. Oktober. Gestern fand in dem hiesigen Bürger-Kasino in dem Hause ״zum goldenen Hirschen" eine Versammlung israelitischer Bürger Statt, in welcher über Antrag des Landtagsäbgeordneten Dr. Lands berger beschlossen wurde, dem Grafen Golüchowski aus Anlaß seiner Ernennung zum Statthalter von Galizien in einer polnisch abgesaßten Adresse die Freude der israelitischen Bevölkerung Galiziens auszudrücken: Gleichzeitig faßte man den Beschluß, im Namen der gesammten israelitischen Bevölkerung Galiziens eine Adresse an den Sta tsmin i'ster Grafen Belcredi zu richten und in derselben der loyalen dankerfüllten Stimmung der israelitischen Bevölkerung Galiziens Ausdruck zu geben. Mit her Verfassung beider Adressen soll ein israelitischer Lehrer, der polnischen Sprache mächtig, betraut worden sein, und zur Sammlung von Unterschristen für die Adresse in ganz Galizien wurden 10 Mitglieder aus der Versammlung ernannt. . . 8. Prag, 9. Oktober. Es ist׳ ein altes Lied, die Unbildung des Pöbels. Doch diese Unbildung das ist gleichfalls Erfahrungssache — artet unter1 normalen Zuständen nur dann zur Rohheit auS, wenn sievon den gebildeten Volksklassen entweder geschürt, oder wenigstens mit indifferenter Passivität behandelt wird. Bei uns ist leider beides der Fall. Die hervorragenderen Führer sehen dem Treiben des Volkes ruhig und müssig zu; die' czechische Journalistik aber begnügt sich gär nicht mit dem Zusehen, sondern ist so perfid, daß sie den Pöbel noch reizt und das ohnehin י stark lodernde Feuer noch mehr ansächt. Von einer gewissen wohlbekannten Partei gar nicht zu reden, die selber von der Verfolgung des Vol« kes nur dann befreit ist, wenn sie dasselbe aus andere Seiten hinznlenken im Stande ist. Eine soeben bei Senders und Brandeis erschienene Broschüre —- Offenes S en dschreiden an den Redakteur der ״Närodni Listy" von einigen na tionalgesinuten Juden — hat sich zur Aufgabe gestellt, für die Sache der böhmischen Juden euergisch einzutreten und das unwürdige Treiben der czechischen Journalistik und insbesondere das der ״Närodni Listy« mit schonungsloser Offenheit aufzudecken. Die Schreiber des offenen Briefes, die sich zu den treuen und wahren Anhängern der czechischen Nationalität und Sprache zählen, richten' an die Koryphäen ihres Vaterlandes den dringenden Ruf, sie mögen ihren ganzen mächtigen Einfluß ausbieten, daß dem schmählichen , unwürdigen Md so sehr unzeitgemäßen Treiben ein Ziel und zwar ein für alle Mal gesetzt wird. Solches bitten und flehen sie ״nicht im eigenen Namen, 73fc> auch nicht im Namen des JudeuthumS, aber im.Name» Ver Ehre und deS!le^geh enö, im Namen beS Frte de nS und der Einträ cht/ ku rz im Na mi» der hEiligsten Iüter 2ssendes theüern"Vä t i r landes; die allerdings gefährdet sind.^ Die Flugschrift ist sehr energisch gehalten und ohne Zweifel vom besten. Willen diktirt. Doch ich , zweifle,- daß sie auch ihrem Zweckerreichenwerde. In das Volk wird das Schriftchen nicht bringen , und der fanatische Redakteur der ״Närodni Listy " ' wird auch nicht gebessert werden. Sind die Schreiber des Briefes wirklich gute Czechen, so mögen sie dafür sorgen, daß eine ausführliche, inö Meriwrische eingehende Vertheidigungsschrift in czechischer Sprache geschrieben, in vielen tausend Exemplaren gedruckt und so stark als möglich unter dem Volke verbreitet werde. Die Schrift' soll keine Streit-, sondern eine Vertheibigüngsschrift sein, denn das Volk soll »icht geche.tzt und gereizt, sondern aufgeklärt werden! - N- Prag, Ende Sept. Der Patriotismus der'Jsraefiten Böhmens hat sich auch in diesen gefahr- und drangvollen Tagend die über Oesterreich hereingebrochen sind, in der glänzendsten Weise bewährt. Die Prager Kultusgemeinde hat 2000 fl., die böhmische Landesjubenschaft 3000 fl. und daS Komits zur Verwaltung der aus der ehemaligen Steuer- Zahlung erzielten Ueberschüsse 4 Stück 5perc. 'Metalliqnes a 1000 fl. C. M. zu Kriegszwecken beigeträgen, der bedentenden Spenden von einzelnen Israeliten hier und auf dem Lande nicht zu gedenken, die viele Tausende betragen haben. Wir wünschen, daß die Ueberzeugung von der Opferwilligfeit der böhmischen Juden und von ihrer innigen Theilnahme und Hingebung, wo es sich um ein gemeinsames Leid Handelt, in das Bewußtsein unserer christlichen Mitbürger dringe und das leider noch immer nicht nur bei der gemeinen Klasse, sondern auch unter den Gebildeten tief -wur-! zelnde Vorurtheil gegen Juden .und Judenlhum; beseitige. Gemeinsame Leiden siegen sonst versöhnend zu wirken, niedrige Leidenschaften nuv Rancunes zum Schweigen zu bringen, und selbst die durch Glauben, Sitte und Lebensweise von einander Getrennten einander näher zu bringen,? und sie gegenseitig' milder zu stimmen. Die -jüngsten Ereig-s nisse in Prag, die gegen Juden in Szene gesetzten Krävalle und manche andere.hervorgetretene Erscheinungen stehen mit solchen Erfahrüngen' im Widerspruch. Die. Stimmung im Allgemeinen ist keine freundliche, keine erhebende.' Der Mißmuth, der sich ob der Folgen der Vergangenheit undder Ungewißheit der Zukunft aller Herzen bemächtigt,- scheint seinen; Grund da zu suchen, wo er׳, nicht zu finden, ist, und. Einzelnen zur Last zu legen, was..eine. Gesammtheit verschuldet hat. . München, 2. September. Der Baron Ferdinand von Rost) ein steierischer Edelmann, ging 'jüngst mit dem' Tode ab und legirte in seinem Testämente die Summe von 177,500 fl. mit der Bestimmung, daß die Interessen dieser! Summe armen Knaben, die ein Handwerk lernen, wollen, zu Gute kommen. sollan. Die Begünstigung kann I n den; e b en so g u t, wi e CH r i ste n ertheilt werden. Die hiesige ,Stadt ist m t der Verwaltung dieser bedeutenden, von der Toleranz des Verblichenen zeugenden Stiftung betraut worbe». (A1־dnv> isr.) 0 ־ת Kultus und Knltnsgemeinde. 8. Szegkdin , Ende September. In der hiestgen Synagoge ist dieser Tage knndgemacht worden, daß während der Zeit der grässirenden Cholera die den Leidtragenden vorgeschriebenen Beschränkungen (אבלוח) susp e n d ir t si n d: Jore Dea 374 Ende. R. Mardechai Jafe fügt im Lewlrsch hinzu: והדמיון סועל בשעת הספגה לסיכך;«!Die