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Ben Chananja · 1866-10-15 · 39 (15.10.1866) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
39 (15.10.1866)
Date
1866-10-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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י 735 Wenn sich ein so unermeMareS, beinahe nndefinirbareS Ding, wie. die Intelligenz, in Zahlen: ausdrücken läßt, so W.ird.< dies am vollkommensten durch die Größe des SchulbesucheS.. undie» .Htand derselben ausgedrückt. Wenn in Oesterreich neben den 134 Millionen für Heereöbedarf, 5 Millionen für Schulzwecke (V25), in Frankreich hingegen 500 gegen 73 Mill. Fr. (7/י) figuriren, so ist dieses Zahlenbild schon genügend, uns das Verhältniß der Intelligenz in diesen beiden State» erkennen zu lassen. , Andererseits zeugt der größere Besuch, den man den Schulen angedeihen laßt, sowol von der bessern Einsicht der Eltern, als er auch daS sicherste Pfand der Intelligenz und Bildung der heranwachsenden Jugend bietet; denn die Schulen sind die Pflanzstatten der Intelligenz. Von diesem Standpunkte betrachtet, sind also folgende Zahlen von besonderem Interesse. Im Jahre 1863 zählte man auf den österreichischen Gymnasien 67,560 Schüler, hierzu hätten die Inden ein Kontingent von 1036 zu stellen; statt dessen betrug die Zahl der jüdischen Gymnasiasten 3723, also das Dreieinhalbfache! In diesem Jahre kam 1 Gymnasiast auf je 1264 nicht unirte Einwohner, bet den Katholiken auf je 534, Protestauten 362, bei den ihrer besondern Intelligenz wegen bekannnten Kalvinisten auf je 351, und chei den. Juden auf je 279. Selbst in dem hochzivilisirten Preußen kommt 1 Gymnasialschüler nur auf je 462 Einwohner; dort zählt man jedoch statt, der entfallenden 580 jüdischer Gymnasiasten gar 2358! Und so verhält eS sich auch beim Universitätsbesuche. Während bei den Nichtunirten sich unter je 24,000 nur Einer befindet, der die Hochschule besucht hätte, beiden Protestanten unter je 8000, Katholiken 3000, hat jeder 1350ste Jude diese Ausbildung genossen, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß das Verhältniß der jüdischen Studirenden noch ein viel günstigeres ist, da für sie die theologische Fakultät gar nicht in Betracht kommt. Doch kehren wir nach dieser unwillkürlichen Abschweisung zu unserem engeren Thema zurück. Wir haben oben Ziffern sprechen lassen, die beredten Mundes die Intelligenz des jüdischen Volkes Predigen. Gehen wir nun vom Allgemeinen zum .Einzelnen über, beschränken, wir uns, wie es in unserem Plane gelegen, auf die einzelnen Persönlichkeiten unserer Stadt; wenigstens wird das Vorangeschickte den Beweis liefern, daß mau in Folgendem nicht etwa nur rühmenswerthe Ausnahmen, sondern die detaillirte Bestätigung einer bereits im Allgemeinen anerkannten Thatsache vor sich habe. Auf politischem, ja selbst auf untergeordneteremadministrativem Gebiete werden wir uns freilich, wie gesagt, vergebens Umsehen. Inden mögen zwar würdig befunden, worden sein, als oberste Magistratspersouen in London, Bristol, Southampton, aber nicht als einfache Repräsentanten oder Bürger der Stadt Pest zu fungiren; sie können zwar Ritter und Edle von, aber nicht Kanzellisten unseres MagistrateS werden. Ja selbst Buchhandel und Apotheke müssen ihnen als unerreichbares Gut gelten. Selbst das Recht der Advokatur wird ihnen nicht von Rechtswegen, sondern in jedem einzelnen Falle bloS ausnahmsweise als Ausfluß der Aller- ■ —. ׳■ ׳. . 736 i höchsten Gnade Sr. Majestät zugestaudeu, und auch dies erst seit wenigen Jahren. Trotz dieser oft unübersteiglichen Hindernisse beträgt die Zahl der hier praktizirenden jüdischen . Advokaten über 20. In den Jahren 1863—65 zählte, man an unserer Universität , schon. 256 jüdische Rechtshörer. . Unter den praktizirenden Advokaten haben sich mehrere in wetten Kreisen einen guten Ruf erworben. Einen überwiegenden Einblick in die Strebsamkeit jüdischen Geistes bietet auch das Kontingent derselben zum ärztlichen Stand. Der ärztliche Stand , dessen Beruf sowol von humaner Seite der edelste, als auch vom Wissenschaftlichen Standpunkte aus der extensivste ist, nachdem sich die Heilkunde über das ganze bekannte Reich der Naturwiffenschäften erstreckt, —der ärztliche Stand sagen wir, kann füglich als die reinste Personifizirung der Intelligenz betrachtet werden. Je mehr Mitglieder einer gewissen Klaffe sich daher diesem Stande widmen, ein desto sichereres Zeichen vorgeschrittener Kultur. Unsere Stadt zählt gegenwärtig 267 Aerzte. Im Verhältnisse zur Einwohnerzahl sollte ein Viertheil hiervon dem jüdischen Glauben angehören, wir zählen jedoch um die Hälfte mehr, nämlich 89 jüdische Aerzte. Und auch unter diesen vertheilt sich die Zahl der Doktoren der Medizin und der Wundärzte auf eine für uns ziemlich schmeichelhafte Weise , wenn wir nämlich von der Ansicht ausgehen, daß zur Erlangung des Doktoren-Diploms ein höherer Grad nicht nur des todten Wissens, sondern auch der für immer fortwirkenden Energie und Ausdauer gehört, als zur Erlangung des Wundarztdiploms. Die Wundärzte zählen nämlich nur 28 Perc. jüdischen Glaubens, die Doktoren jedoch 36 Perc. in ihrer Mitte. Wir begegnen unter den Aerzten und Vertretern der übrigen Wissenschaften so manchen landläufigen und wohlrenommirten Namen , bei deren Nennung wir uns des Gedankens nicht erwehren können, wie. manches ״Prof." das dankbarere Ausland vor. dieselben'gesetzt hatte, während bei uns . ...? Männer wie Dr. Gruby, Mandl, Wittelshöfer, Politzer mußten nach Paris und Wien, um sich Anerkennung zn verschaffen. Unter jenen Wenigen , deren Verdienste auch hier zu :Lande gebührend gewürdigt werden, nennen wir »nsern berühmten Okulisten Dr. Ignaz Hirschler, dessen Ruf weit über die Marken unseres Vaterlandes drang, Dr. I osef Rozsay den ersten (hoffentlich nicht einzigen) jüdischen Akademiker, Dr..Heinrich Pollak, Präses beö Magyar Izraelita Egylet. Auf wissenschaftliche,», auf Human-gemeinnützigem Gebiete und auf dem Felde .des Gemeindelehens begegnen wir zu wiederholten Malen dieser Präsidenten- Trias, Dr. Hirschler, Präses der Religionsgemeinde im Jahre 1861, Dr. Pollak, gegenwärtiger, Dr. Rozsay gewewesener Präses des Magyar Egyl6t), und wir brauchen deren bloßen Namen, die den Lesern dieser Blätter ohnehin so geläufig, nicht weiteres zum Ruhme zuzufügen. Rühmend erwähnen wir anch des landesbekaunten Dr. O e si e drei-, che r, des u:it Prof, als Konsiliarius gleichen Ranges genießenden Dr. Philipp G roß,'des Primararztes am IsraelitenspitaleDr. Ad. Hermann, Verfasser des ersten ungarischen

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