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Ben Chananja · 1866-10-15 · 39 (15.10.1866) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
39 (15.10.1866)
Date
1866-10-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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731 Gine Feierlichkeit in Iemsalm. Die Schule ״für Künste und Handwerke" in Jerusalem, gegründet von Rothschild und erhalten von Baron Franchetti in Turin, beging am 2. September, an welchem Tage die Vertheilung von Kleidungsstücken an die Lehrlinge der Schule stattfand , eine schöne-, wahrhaft herzerhebende Feier. Diese Vertheilung — die erste seit der Gründung der Anstalt — wurde von Albert Cohn in Paris angeregt und durch die unter der Leitung des Herrn Hauödorf stehende provisorische Administration des Rothschild'schen Spitalö ausgeführt. Die Feierlichkeit nahm an dem bereits genannten Tage um drei Uhr Nachmittags ihren Anfang; die zum Rothschild'schen Spital gehörendv Synagoge war zu dieser Gelegenheit geschmackvoll dekörirt und in höchst splendider Weise illuminirt. Unter den Gästen wurden bemerkt: Herr I. Pascal, Leiter des österreichischen Konsulats; Dr. Luciano, Direktor des christlichen Spitals Saint Louis und provisorischer Arzt des Rothschildischen Hospitals; der Agent des׳ österreichischen Lloyd; der Oberrabbiner, Chacham Bascha, von Jerusalem; die Oberrabbtnen und Vorsteher der sefardischen und deutschen Gemeinden. Die Schüler erschienen in ihren neuen ultiförmen Kleidern unter Führung ihres Religionslehrers, des ehrwürdigen Herrn Rabbiners Prager und stimmten bei ihrem'Einzüge mehrere Psalmen an. Hierauf hielt Rabb. Prager.eine Rede, worin er der Familie Rothschild für die Wohlthätigkeit und Humanität derselben im Namen der An-- stakt aufrichtigen Dank zollte. Nun sprach ein sefarvischer .Rabbiner das Gebet für. Ihre Majestäten den Kaiser der Franzosen und den Kaiser von Oesterreich; für die Mitglieder der Familie Rothschild, Herrn Albert Cohn, Gründer .des Rothschild'schen Spitals״ ,׳Herrn Baron Franchetti in Turin und für die isr. Wohlthätigkeitsanstalt in Paris. Auch der' Verstorbenen des Hauses Rothschild und der Opfer des Krieges wurde .im Gebete gedacht. Zum Schluffe der Feier wurden den Anwesenden' Erfrischungen gereicht. Die Feier machte einen erhebenden Eindruck und es wäre zu wünschen, daß solche Feste alljährlich veranstaltet würden! ‘ : . ., (üniv. isr.) Nekrologi«-. W. Hollcschan, 5. Oktober. An Chol hamoed Suckoth starb hier der Rabbinats- Assessor Herr pinchus Redlich. Derselbe versah, dieses Amt. seit einigen Jahren, da der hiesige hochbetagte Rabbiner, Herr Josef Feilbogeu, seinem Amt schon seit längerer Zeit nicht mehr vorstehen kann. Der Dahingeschiedene hat das Verdienst, daß er talmudischeö Wissen verbreitete. Vor etwa dreißig Jahren hielt er Vorlesungen für angehende Rabbinatökaudidateu aus dem Talmud, wofür er jedoch kein Entgelt nahüi. Er war ein ס ברר־םקי. f). er nxu־, Lederhändler und trieb die Gärberei; er verwendete jedoch täglich mit Ausnahme von Mittwoch, wo Wochenmarkt war und am Sabbath die Stunden von 9—12 Uhr Vormittags, 1־ . - 732 um Unterricht zu ertheilen. Ein Schüler vom sel. Rabbiner zu Leipnik, Baruch Fränkel, erfreute er sich als Talmüdgelehrter eines besonder» Rufes. Leider muß ich hinzufügen, während sonst hier, wo der ש״ך lehrte - das Talmudstudium mit großer Vorliebe betrieben mürbe, kümmern sich jetzt nur sehr wenige, ich könnte fast sagen, Niemand darum. Gelegenheitlich will ich auch einer Mittheilung eiwähnen, die mir der sel. Herr Redlich, als ich noch sein Schüler war, im Namen seines sel. Lehrers Baruch Fränkel machte. Dieser wollte nicht MM 1'NV sein , .wenn von Seite der Behörde der Tod eines jüdischen Soldaten angezeigt wurde. In früheren Zeiten wurden nämlich zuweilen Personen unter falschem Namen zum Militär abgestellt, manchmal sogar Christen für Juden, um brave junge Leute zu schonen. Er meinte daher, obschon die Behörde 1V1N מסיח לבי ist, so sei sie selbst manchmal im Jrrthnme befangen, weil der Soldat, dessen Tod gemeldet wird, vielleicht einen andern Namen hatte. . . . «Ras 3S e r f i 11. A.E. Am 26. v. M. verließ uns der Dirig. der Gemeinde- Religionsschule für Knaben und Mädchen, und Lehrer an der Lehrerbildungsanstalt, Herr Dr. David Rosin, um seinen neuen Wirkungskreis als Lehrer im jüdisch-theologischen Seminar zu Breslau anzutreten. Außerdem , daß die Schulen an ihm einen gewiegten Schulmann eingebüßt haben, -wird sein Abgang von den Zöglingen des hiesigen LehrerseminarS um so schmerzlicher empfunden, als er in erster Reihe für ihre Eristenz mit wahrhaft väterlicher Vorsorge bedacht war. Eine Adresse, die ihm von diesen ber seinem Scheiden nebst der Fotografie sämmtlicher Zöglinge der ersten Kläffe überreicht wurde, gab auch dieser Seite seines Wirkens den wärmsten Ausdruck. Das Lehrerkollegium der Religionsschule, wie seine übrigen zahlreichen Freunde und Verehrer bewiesen ihm ihre Anhänglichkeit durch verschiedene sinnreiche und kostbare Abschiedsgeschenke. DaS Breslauer Seminar kann sich zu dieser Acquisition Glück wünschen. ־^־ Zum Dirigenten der Religionsschule ist der rühmlichst bekannte Gelehrte, Herr Dr. Bärwald ■, ernannt«; mit der Leitung des Religionsunterrichtes ist der Rabbiner ,- Herr Dr. Aub, betraut worden. Zu seiner siebzigjährigen Gebnrtsfeier war-hem hiesigen NabbinatS-Assessor, Herrn E. Rosen stein, der rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen worden.' Nachträglich ,ist demselben nun auf seine Bitte gestattet worden, das Ordenskreuz mit einer Sonne zu vertauschen. Am Hoschanah rabba hat Herr Dr. Julius Landsberger bei Gelegenheit der Konfirmation seiner Zöglinge mit beredten Worten gegen die Orgel protestirt. Dies fiel um so mehr auf, als bei seinem Kindergottesdienste, an den Feiertagen eine kleine Orgel mitwirkt. ־ Zum ersten Male uach dem Hintritte des verewigten Dr. M. Sachs ist in der (alten) Hauptsynagoge auch an den Feiertagen von der Kanzel das Wort Gottes gehört worden. Der Gemeindevorstand hat dem früheren Rabbiner

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