Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 39 (15.10.1866)
- Date
- 1866-10-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2542917-2543175-2543214--5016-2549067- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
727 728 Krankheit bestraft wurde — ebenso die Derivation von dem Griechischen cvg unb ov%og (Sauliebe) sind zu albern, als daß sie je Jemand für ernst genommen hätte, und dennoch sind sie von einem Lehrbuche der Syphilis in das andere hinüber gewandert. — Wir werden sehen, daß das Wort echt hebräischen Ursprunges sei. Dies sind jene, auf Erfahrung und wissenschaftlichen Prinzipien ruhenden syphilidologischen Lehrsätze, ohne welche die wahre Bedeutung des Aussatzes in der Bibel, die Sie in meinem Nächsten und Letzten erhalten, nicht verstauden werden kann. Sollte ich in deren Auseinandersetzung etwas weitläufig gewesen sein, so bitte ich Sie, den größeren Raum, den ich damit in Ihrem gediegenen Blatte füllte. und die verehrten Leser desselben die längere Zeit, die ich bei ihnen in Anspruch nehme, mit der hohen Wichtigkeit des Gegenstandes gefälligst entschuldigen zu wollen. Wer den großen Genius unseres unerreichten Gesetzgebers erfassen wtll, muß sich die Mühe nehmen, jene Höhen zu erklimmen, von welchen aus, wenn auch nur ein kleiner Theil der ihn umstrahlenden, Glorie gesehen werden kann. (S ch l n ß f o l g t.) Der MeKize-Mrilamim Verein. (Ans eitlem in der Sabbath - Gesellschaft gehaltenen Vorträge.) M. H. Im Jahre 1851 bildete sich in England unter dem Titel הברת מעוררי ישנים (The Hebrew Antiquarian ■Society) ein Verein zu dem Zwecke, ältere Handschriftliche Werke in hebräischer Sprache drucken zu lassen, und dadurch einem größeren Kreise zugänglich zu machen. Die Gründung dieses Vereins fand vielen Beifall. Nicht nur jüdische, auch christliche Gelehrte sagten Vemseiben ihre Unterstützung zu. An der Spitze des Vereins, der in Deutschland seine meisten Mitglieder zählte, stand ein aus zwölf Mitglidern bestehendes Komite; die Geschäfte des Vereins wurden jedoch zumeist von Herschel Filipovsky in Edinburgh besorgt. Auf Kosten dieses Vereins erschienen einige höchst schätzbare Werke, wie: Sefer Ha-Jbbur, von Abraham b. Chijja, . einem Mathematiker des 11. Jahrhunderts; Machbereth Menachem, das älteste aus dem eilften Jahrhundert stammende Wörterbuch des Menachem b. Saruk; die gegen dieses Werk *gerichtete Kritik von Dunasch b. Librat und die Antikritik R. Jakob Tam; Zakuto's Juchaßin. Der Verein erfreute sich aber nur eines kaum zehnjährigen Bestandes. Der Mangel an Theilnahme mußte um so nachtheiliger auf ihn einwirken, als seine in London erschienenen Editionen sehr kostspielig waren. Der verhältnißmäßig geringe Erfolg der מעוררי ישנים vermochte aber nicht, die Freunde der hebr. Literatur zu entmuthigeu. An die Stelle derselben trat der Verein der מהיצי נררמים , gegründet von Eliezer Lipmaun Silbermann, Redakteur des ״Ha-Maggid" in Lyck, wodurch derselbe mit einem großen Theile des hebräisch lesenden Publikums in ununterbrochener Berührung steht. An der Leitung des Vereins betheiligten sich in Gemeinschaft mit dem Gründer: Sachs in Berlin, Adler und Zedner in London, Alb. Kohn in Paris, Luzzatto in Padua, Straßon in Wilna. An die Stelle der verstorbenen Komitemitglieder Sachs und Luzzatto traten MoseS Montefiore und Dr. Löwe in London. Adler zog sich zurück. Der Verein hat eine ansehnliche Zahl von Mitgliedern, deren Namen veröffentlicht werden, und scheint der Bestand desselben gesichert zu sein. Die erste 1864 versendete Lieferung enthielt folgende Werke: l.'D ivan, von Jehuda Ha-Levi, 86 Lieder des gefeierten Dichters, die von Luzzatto'ö unvergleichlich kundiger Hand zum Drucke vorbereitet wurden. Dem Vernehmen nach sott der kundige s und gründliche Senior Sachs in Berlin die Fortsetzung dieses Geschäftes übernehmen. 2. P ach ad Jizchak, talmudischeS und rabbinisches Realwörterbuch von Jsak Lapronti, Rabbiner in Ferrara (geb. 1679; gest. 1756). Dieses Werk wurde 1784 in dem ersten Hefte des in Königsberg erschei- »enden ״Sammler" (מאסף) von Görz aus angekündigt, nachdem bereits 3 Bände (א—ל) in Venedig erschienen waren. Der 4. Band erschien 1839 in Livorno. Die Fortsetzung liefert der M. N. V., indem er zugleich die früheren Bände in zweiter Auflage erscheinen läßt. 3. Gutachten der Gaonen, welche der sel. Rabbiner zu Spalato, Jakob Mnssafia, korrigirt und mit Anmerkungen versehen hat. 4. Et Sofer von David Kimchi, eck. von Sam. Goldberg in Paris. Die diesjährige Lieferung, die ich Ihnen hiermit vorlege, enthält außer der Fortsetzung des Pachad Jizchak und einer Notensammlung zu den früher herausgegebenen Schriften folgende zwei Werke: Malmad Ha-Talmidim und Eben Safir. Der Verfasser des erstern Werkes, über welchen ältere Bibliographen in Ungewißheit waren, ist: Jakob Anatolio, gewöhnlich Antoli genannt. Derselbe stammte ans Marseille, war Schwiegersohn des berühmten Moreh-Uebersetzers Samuel Jbn Thibbon, und war 1232, von Kaiser Friedrich II. unterstützt, in Neapel mit schriftstellerischen Arbeiten beschäftiget, wo er mit dem christlichen Gelehrten, Michael Scotus, freundschaftlichen Umgang pflog. Das vorliegende Werk enthält religiöse Betrachtungen, welche nach den Abschnitten der Thora geordnet sind. Sie haben durchgehends die Tendenz, hie religiöse Innerlichkeit der äußern Uebung gegenüber in das ihr gebührende Recht einzusetzen; jene hat aber für ihn, den Aristoteletiker, ganz vorzüglich spekulative Bedeutung. Höchst lehrreich ist die Schilderung, welche er von seiner Zeit entwirft. Gedankenlose Werkheiligkeit ist allenthalben vorherrschend; die Rabbinen verachten wissenschaftliche Bildung, und ergeben sich pilpulistischen und kabbalistischen Spielereien. Antoli selbst erhält einen Verweis von einem Rabbiner seiner Zeit wegen seiner mathematischen Studien in arabischer Sprache, und er konnte sich aä howinew nicht besser rechtfertigen, als indem er seinen Strafprediger bat: ״Haben Sie Nachsicht mit mir; denken Sie sich, daß ich die nach Ihrer Meinung so schlecht benützte Zeit mit Spaziergängen oder Kartenspiel ansfüllen würde!" — Antoli schrieb seine Klagen im 13. Jahrhundert nieder, also im Mittelalter, zur Zeit, als die Schulen der Toßafisten noch blühten. Und doch soll nach den Expektorationen unserer Romantiker jene Zeit, das Mittelalter, die klassische Zeit der Religiosität sein, die wieder herbeigeführt werden soll! Interessant ist die Notiz, die der Vrf. über die Entstehung seines Buches bringt. Derselbe pflegte zuweilen bei Hochzeiten (בחופות) religiöse Vorträge zu halten. Solche Vorträge waren in gebildeteren Gegenden üblich, und Schemtob b. Josef hat in seine 1490 vollendete Predigtsammlung mehrere derselben ausgenommen. Da Antolis Reden gefielen, hielt er später allsabbathlich Predigten, was aber von einem Theile seiner Freunde nicht gebilligt wurde. Er entschloß sich daher, einen CykluS von Betrachtungen niederzuschreiben. Das Eben Saphir ist eine Reisebeschreibung von Jakob Safir, der in Afrika, Asien, Amerika und Australien Reisen gemacht hat. Der vorliegende Band schildert seine Erlebnisse auf seiner Reise in Aegypten und Arabien, und ist demselben mancher dankenswerthe Beitrag für die Geschichte der Literatur und des Kultus zu entnehmen. Sie wünschen gewiß mit mir, daß der Mekize-Nirdamim-Verein blühe, gedeihe, und fortfahre, die jüdische Literatur zu bereichern.