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Ben Chananja · 1866-10-01 · 38 (1.10.1866) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
38 (1.10.1866)
Date
1866-10-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Homiletische imd didaktische Beilage Mr. II, 1800, (Beilage, zu ״Ben Chananja“ Nr. 68). Die vier Parteien im heutigen Israel. (Aua oiner Sukkot-Predigt.) Von Di. A. Sc hin (cdl, Rabbiner in l’rossiiitz. Der liebliche Feststrauss, aus vier Pflanzenarten gewunden, die, so verschiedenartig auch ihre Natur ist, doch einen zusammengehörigen, durch die Religion geweihten Bund ausmachen, lenkt heute unsere Gedanken auf die Gemeinde Israels , die auch einen festen; innigen, durch die unsichtbaren Goldfäden der Liebe und Brüderlichkeit zusammengehaltenen Bund bilden soll, in deren Mitte jedoch ebenso ארבעה מינים heutzutage vertreten sind — vier religiöse Richtungen, vier Parteien mit vier verschiedenen religiösen Anschauungen. Ja, □ארבעה מיני vier Pflanzen arten befielt!t uns die Schrift zum Feststrauss zu nelimen: den Zweig des Palmbaumes, die Myrthenreiser, die Bachweiden und den Essrog. — Warum gerade vier Pflanzenarten und gerade diese vier? Die Lehrer des Midrasch ־, die in ihrer Lebensweisheit und ihrer lebensvollen Poesie über den Feststrauss so viel Sinniges und Gedam kenreiches auszusprechen wissen, haben eine Antwort auch auf diese Frage: Warum gerade ־vier Pflanzenarten und warum gerade diese vier? Nun, es sei gerade zwischen diesen vier Arten aus. dem grossen Reiche der Pflanzen ein innerer Zusammenhang herauszufinden, eine gewisse innere Symetrie, so dass diese!־ ben trotz ihrer Mannigfaltigkeit, oder noch besser, gerade ihrer Verschiedenheit und.06-, gensätzliehkeit halber, eine vollendete, gegenseifig sich ergänzende Einheit bilden. Denn sehet: die Palme trägt wo! süsse F r u c h t, hat aber keinen D u ftdie Myrthe dagegen verbreitet würzigen Duft, bietet jedoch keine Frucht; der Bach weide, im Gegensätze zu den zwei ersteren, geht beides ab, sie hat weder Frucht noch Duft; dagegen jedoch vereinigt der Essrog beides in sich: die herrlichste Frucht und zugleich den edelsten Duft. Und derart, fügt der Midrasch hinzu, seien diese vier Pflanzenarten eine sinnige Bezeichnung von vier Menschenklassen in Israel. An dem Leitfaden dieser Midraschstelle wollen wir nun die ארבעה מינים im heutigen Israel an unserem Geiste vorüberziehen lassen. Ich will sie Euch zeigen, ganz wie sie sind, Euere Sache sei es dann, zu entscheiden, welche von den Parteien im Rechte, welche im Unrechte sei. Dabei aber wollen wir uns vorzüglich au die schöne Schlussstelle des Midrasch halten : אמר ה״קבה מקשרו בולם באגודה אהה ויכפרו אלו ״ על אלו ועל ידי בך אני מהעלהGott spricht: Wie verschiedenartig auch die religiösen Riehtungen und Ansichten sind, so mögen sie doch alle friedlich neben einander stehen in dem einen Bund, und endlich die Einen die Andem sühnen, d. 11׳ läutern, heben und veredein , wodurch der Name Gottes geehrt und verherrlicht wird.“ I. Wir beginnen mit dem schlanken, hochallfragenden Palmenzweig in unserm Feststrauss, dem Lulaw. Der Palmenbaum, ist bekannterweise ein mächtiger Baum : riesig in seinem Wuchs, majestätisch in seiner Krone, gewaltig in seinen Blättern und saftig und erfrischend in seiner Frucht. Daher mit Recht ein vorzüglich geschätzter Baum, spielt auch eine hervorragende Rolle in der Naturgeschichte der 'Pflanzen, wird er doch von dein berühmtesten Pflanzenlehrer der neuen Zeit ״ein Fürst des Pflanzenreiches“ genannt. In unserm Feststrauss jedoch gebührt dem Palmenzweig keineswegs der Preis. Denn Eines fehlt ihm — Duft. Der Palmenbaum hat Frucht, aber keinen Duft. Und in der Naturgeschichte des heutigen Israels will ich Dir, freundlicher Leser, eine Mensehenklasse zeigen, eine sehr achtenswerthe Partei, die hierin völlig dem Palmenbaume gleicht: sie hat ebenso Frucht, aber keinen Duft. Um dieses klarer zu machen,!vollen vvii: diese Partei selber redend einführen, wollen aus ihrem eigenen Munde ihr Glaubensbekenntniss hören. — Sie spricht: Unser Jndenfhum ist ein Bäum, ein uralter und ein wunderbarer Baum. Auf den Urhtigeln des Sinai entsprossen, auf den Felsenbergen der arabischen Wüste — מראש הררי קדם וממגד גבעות עולם.gedeiht er auch in den Thalgründen und Flachländern d'er euro- Mischen Kulturländer. Ja, er gedeiht in jedem

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