Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 38 (1.10.1866)
- Date
- 1866-10-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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707 708 irnd anch den des wackeren Oberlehrers Silbersttiü zu erhöhen. Die Lehrer, die bei den letzten Prüfungen ihre Leistungsfähigkeit ans eine glänzende Weise bewiesen, finden allgemeine Anerkennung. Bei Gelegenheit dieser Prüfungen drückte der anwesende und gleichfalls prüfende Herr Dechant seine besondere Zufriedenheit mit der Schule ans. Die Epidemie verschont auch unsere Stadt nicht, das eifrige Vorgehen unseres jungen Arztes, des Herrn DrS. Ausländers wird von der ganzen Stadt dankend anerkannt. Schulwesen. Lzegedin, 21. September. Herr Prediger Dr. Jul. Landsberger in Berlin,sendet uns sein Programm zur öffentlichen Prüfung und' Schulfeier in der Friedrichstädtischen isr. Religionsschule. Die Schule wurde nach dem vorliegenden Programme im abgelaufenen Schuljahre von 84 Knaben und 65 Mädchen besucht, die in 3 Knaben- und 3 Mädchenklaffen mit je zwei Abtheilungen vertheilt waren. Unterrichtsgegenstände: Hebräisch Lesen, Bibel- und Siddurübersetzung, Rcligion und biblische Geschichte, hebräische Grammatik, hebr. Schreiben, jüdisch-deutsches Schreiben, Gesang. Mit einer gottesdienstlichen Feier des Chanukafestes im vorigen Jahre wurde ein stehender Kindergottesdienst eingeführt. Die Noth- Wendigkeit und Heilsamkeit solcher Gottesdienste setzt Herr Dr. L. in einer dem Schulberichte vorangehenden Betrachtung in einer wahrhaft wohlthuenden religiösen Wärme anseinander. In-Ungarn sind Kindergottesdienste an jüdischen Volksschulen seit Jahren üblich. An der von Herrn Dr. L. geleiteten Schule wirken noch die Lehrer Dr. Landsberger, Breslauer, Elsner. Der Direktor der Berliner Handelsschule, Herr Dr. Franz, überläßt seit 4 Jahren einen großen Theil seiner Schulräume dem jüdischen Religionsnuter- . richte. Hcrrr Dr. L. verzichtet ״nicht mit der leichtesten Resignaüon auf jede Anerkennung, die weder vom State, noch vom Vorstande der jüdischen Gemeinde ihren Weg nach der stillen Stätte seiner Wirksamkeit zu finden vermag." Jeder Schul- und Jugendfreund muß wünschen, daß der Anstalt die ihr gebührende Anerkennung in vollem Maße zu Theil werde. Szegeditt, im September. Bei einer achtbaren und gebildeten. Familie in Szegedin wird ein Knabe in gänzliche Verpflegung genommen; für die sittliche Erziehung und liebevolle Behandlung ist gesorgt. — Nähere Auskunft ertheilt die Redaktion dieses Blattes. N. Arad, 4. September. Der wichtigste Gradmesser für den sittlich geistigen Standpunkt einer jüdischen Gemeinde ist ihre Schule. Je mehr Sorgfalt, je mehr Opfer sie der geistigen Entwicklung ihrer Jugend widmet, je nachdrücklieber sie ihr Streben zur Verbreitung allgemeiner und religiöser Intelligenz manifestirr, mit desto größerer Sicherheit kann auf ihren eigenen intellektuellen Standpunkt der Schluß gezogen werben. Unsere, von den kompetentesten Fachmänuern gewürdigte und von allgemeiner Sympathie geiragene Schule dürfte die Zweitälteste in Ungarn sein, indem sie bereits in daö vierte Dezennium ihres Bestandes eingeireten ist. Mit dem Ableben Skreinkas und Uebernahme der übrigen Lehrer in den wolverdieuten Ruhestand schloß die erste Aera dieser Anstalt, in der sie den Ruf der Mustergiltigkeil gewann und der Gemeinde eine intelligente, für die heiligen Interessen des Judeuthums begeisterte Generation her;- anbildete. Mit den, Jahre 1862 begann die zweite Aera, die sich bis jetzt von der ersten nur dadurch unterscheidet, daß sie in richtiger Erkenntniß der herrschenden Bedürfnisse dem nationalen Elemente eine ausreichendere Pflege angedeihen läßt, alö es früher möglich war. Die jüngst abgehältene Jahreöprüfung hat der Gemeinde, welche nebenbei gesagt, an ihre Schute keine geringen Ansprüche macht, wie- Verholt den Beweis geliefert, daß die erzielten Resultate mit den großen Opfern, die sie für ihre aus 3 Abtheilungen mit 10 Klassen bestehende Lehranstalt freudig widmet , in einem vollkommen entsprechenden Verhältnisse steht. Der VorstandSpräses der Gemeinde, Herr Josef Hirschmannder als Präses der Schulkommission, auch Leiterdes Schulwesens ist hat bei Gelegenheit der Klassenveriesung Veranlassung genommen, dem Lehrkörper seine Zufriedenheit und Anerkennung ansdrücken. Bei der hierauf vorgenommenen Vertheilung der Prämien und Stipendien, welche theils aus den durch Herrn MoseS Hirschel hiefür gegründeten Stiftungen, theils ans dem von dem Herrn Ignaz Deutsch für seine ganze Lebensdauer alljährlich zu diesem Zwecke gewidmeten ansehnlichen Geldbeiträge bestritten werden, ermahnte der Herr Präses die Schuljugend, den genannten Freunden und Wohlthätern der Schule, die mit Munifizenz dafür gesorgt haben, daß Eifer, Fleiß und gute Sitten durch ein sichtbares Zeichen der Anerkennung belohnt werden können, kindliche Dankbarkeit und Hochachtung zu bewahren, die sie für diese hochherzigen Widmungen und ihre sonstigen reichen Verdienste auf dem Gebiete beS Gemeinde- und Schulwesens, wodurch sie sich unvergängliche Denkmale in der Gemeinde gegründet haben, verdienen. Das hierauf erfolgte laute Lljen der Schuljugend aus 450 jungen Kehlen war der lebhafteste Beweis, daß bei ihr die Ermahnungen des Herrn Präses schnell in succiim et sanguinem übergegangen waren. Der Prüfung an den Nealkassen wohnten außer einem großen Publikum auch der Obergespan des Araber Komitattö, Herr Georg v. Popa, der erste Bürgermeister, Herr Karl v. Weiß, der Präses des hiesigen HandelSstandes, Herr Johann Tedeschi, und viele andere Honoratioren bei, welche sich über die Leistungen dieser Abtheilung unserer Lehranstalt mit vieler Anerkennung nussprachen. 6l. N. Dom Plattensee , im September. Die Zeit, in welcher die Lehrerversammlung in Pest ihre Thätigkeil beginnt, rückt immer näher. Und hoffentlich wird jeder Lehrer, der die Bedeutung seines Berufes erfaßt, dessen Herz für Jugenderziehung und Jugendbildung warm schlägt und - dem daran liegt, daß ihm jene Stellung eingeräumt werde, die ihm mit Recht znkommt, diesem Vereine ein herzliches ״Glück auf" zurufen, da er sich doch außer, den im Programme angekündiglen Gegenständen wahrscheinlich zur Ansgäbe gestellt hat, auch das moralische Ansehen des Lehrers zu stärken; aber auch an der warmen moralischen Unterstützung von Männern in des Wortes edlem Sinne dürfte es nicht fehlen. ״Ben Chananja", der warme Vertreter jübischer Interessen, der durch sein einflußreiches und gerne gehörtes Wort die rauhen Bahnen, auf denen bisher die Lehrer wandelten, schon theilweise geebnet, brachte im'Laufe dieses Jahres eine von gewandter Feder gelöste Aufgabe der bekannten R.eich'schen Preisfragen. Wenn eine solche Lösnug von so fachkundigen Männern, aus denen die beurtheilende Kommission bestand, für die richtige -befunden wurde, so würde dazu ein ziemlicher Grad von Unbescheidenheit ge- Hören, an dieser Lösung und Auseinandersetzung krittln zu wollen, und dieses um so weniger, .4s dieses Elaborat wahrscheiulich im Plenum der Lehrerversammlung zur Besprechung kommen dürfte. Schreiber dieses glaubt jedoch, eine Frage — sie soll vorläufig keine brennende heißen — zur geeigneteii Besprechung empfehlen zu dürfen, die heute, wenn, auch ihrem Entstehen nach nicht mehr neu, so doch ihrem Wesen nach noch immer nnerörtert geblieben ist. Sie lautet: ״Wäre es nicht für die öffentlichen jüdischen Lehrer sowvl in materieller als moralischer Beziehung von Vortheil, wemz sie als öffentliche Beamte — dafür sollen sie doch gehalten werden — gleich anderen Beamten für Feiertage und andere