Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 37 (17.9.1866)
- Date
- 1866-09-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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669 selbstverständlich zurückgelaffen worden. הלל שם אלהים oder im Munde Gottes הלל שם קדשי ist ein biblisch gelänsigcr Ausdruck, und ebenso heißt es umgekehrt וקישתי את שמי (Ezech. 36, 23). Im Talmud ist der Satz blos abgekürzt und es bedeutet, den Namen, d. h. den Ruf, die Anerkennung Gottes herabsetzen oder umgekehrt erheben, zur Geltung und Heiliguug bringen. Im eigentlichen Sinne ist denmach השם nichb als eine Benennung Gottes mit den obigen gebräuchlichen in eine Ordnung zu setzen; entweder nämlich bedeutet eö wirklich ״Name", oder es ersetzt blos andcutend eine andere Benennnng, nämlich des Tetrgranimaton. Gelegentlich sei noch bemerkt, daß הנמרה für Gott bereits in: Mechilta und Sifre zuweilen vorkommt; daß רחמנא im Osten fast zn ausschließlicher Geltung gekommen und so von dort aus in den Koran eingedrungen ist, ist in ״das Jndcnthnn! und seine Geschichte" II. S. 43 betont, nnd nlit Unrecht sagt Springer (das Leben und die Lehre des Mohamed I. S. 79), die Benemmiig Nahm«», welche Mnh. als nomen proprium für Gott gebrauche, habe derselbe von den Christen entlehnt. G e i g e r. Korrespondenz. Emanzipation und bürgerliche Verhältnisse. L, Pest, 14. September. Se. Maj. der Kaiser hat dem Herrn K. L. Posner in Anerkennung seiner um die Jndnstrie und Wohlthätigkcit erworbenen Verdienste das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. H. J. Körmend, Ende August. Als ein herrliches Beispiel brüderlicher Eintracht zwischen Inden und Christen registrire ich, daß der hiestgc hochherzige Probst Gcrgücz jüngst von der Kanzel herab znm liebevollen Benehmen gegen die Juden anfforderte, ״auf daß Jude und Christ wie Bruder und Bruder neben nnd mit einander leben mögen." In Folge dessen sah sich unser wackerer Rabbiner Ehrlich veranlaßt, denr edlen Seelen- Hirten in seiner letzten Predigt seinen Dank ansznsprechen und Gottes Segen auf das Haupt desselben, wie ans die Häupter Aller herabznflehen, ״die mit dazu beitragen, daß die Nebel mittelalterlicher Vorurtheile gänzlich schwinden mögen und die Sonne brüderlicher Ciiltracht und Einigkeit am Himmel unseres Vaterlandes in ihrer Reinheit und in ungetrübtein Glanze strahle!" Die Rede war ebenso schwungvoll, als tief durchdacht und erntete bei den zahlreichen Zuhörern nngctheilten Beifall. 8. Paris, 2. September. Der Napolcoristag, der in allen Synagogen Frankreichs nnd Algeriens feierlich begangen wurde, brachte auch Heuer mehreren Israeliten ehrende Anszeichnungen. Der Oberrabbiner des Straßburger Konsistoriums, Herr Aron Arnaud nnd Herr Lambert, Vize-Präfekt in Tonl, sind zn Offizier 6 der Akademie ernannt worden. Herr Daniel Levy Salvador, Oberst-Lieutenant im dritten Artillerie-Negiment, seit 36 Jahren im Dienste, wurde znm Offizier der Ehre n l e g i o n ernannt. Zit Chevaliers der Ehrenlegion sind ernannt worden: Viktor Mayer M a n n h e i m, Artillerie-Kapitän, Professor der beschreibenden Geometrie an der polytechnischen Schule; Aron C c r f, Kapitän des 59. Linien-Jnfanterie-Negiments, seit 24 Jahren im Dienste; Herr ,Weil-Picard, Banquier in Besantzon, Mitglied des isr. Konsistoriunis zu Lyon; E. M a n n e l, Professor am Bonaparte-Lycenni in Paris; Michael Weil, gewesener Sergeant beim 8. Linien-Jnfanterie- Regiment und Kapitän der Nationalgarde in Paris; durch 11 Jahre (1800 bis 1810) beim" Militär und außerdem 25 Civildienstjahre, 11 Schlachten, 1 Blessur; P o l o n n a i s, leitender Direktor der ״France"; S t r a n ß, Qnartiermeister bei der Garde in Paris; Adolf Fonld, Depntirter im Oorps legislatif. Berlin, 6. September. Der ״Voss. Ztg." wird aus Nakel, 3. Septeniber geschrieben; Vor etwa vierzehn Tagen erging von dem Landrathe an den hiesigen Magistrat folgende Verfügung: ״Es ist hohem Orts zur Sprache gebracht worden, daß Rabbiner der jüdischen Gemeinden bei ihren religiösen Amtshandlungen sich solcher Amtstracht bedienen, wie sloche für die evangelischen Geistlichen vorgeschrieben ist, d. h. Talar nnd Barett. Der Magistrat wird anfgefordert, darüber zn berichten, ob auch in dortiger Stadt dieser Mißbrauch stattfindet. Der Bürgermeister berichtete darauf, daß der hiesige Rabbiner Dr. Cohn zuweilen eine Art schwarzen Talar, jedoch denen der evangelischen Geistlichen nicht ganz gleichend, und auch eine den! Barett ähnliche Kopfbedeckung trage. Man hielt hier, die Sache, die viel 670 O Anssehen machte, für abgethan, als gestern an den Rabbiner folgende ämtliche Zuschrift vom Landrath eiutraf: ״Eö ist bei der köuigl. Regierung zur Anzeige gebracht worden, daß mehrere jüdische Rabbiner bei den religiösen Amtshandlungen sich einer Amtskleidung bedienen, welche in ihren einzelnen Theilcn dieselbe ist, welche den Geistlichen der evangelischen Landeskirche allein zttsteht, nämlich eines Talars nnd eines Baretts. Da cs Feinem Zweifel unterliegt, daß dieser vorgeschricbene Talar und Barett als eine Amtsklcidung resp. als ein Amtszeichen im Sinne des §. 165 des Strafgesetzbuchcs zu betrachten ist, und daß mithin das nnbefrkgte Tragen derselben unter die in diesem Paragraphe allegirte Strafe fällt, so ersuche ich Ew. Wohlgeboren, diese Amtsklcidnng hiermit bei Vermeidung der gerichtlichen Bestrafung nicht anznlegen." — Wie man hört, soll der Ralbiner Dr. Cohn entschlossen sein, dieser landräthlichen Verfügung, deren Berechtigung er nicht anerkennt, keine Folge zn geben nnd die weiteren Schritte des Landrathes abznwarten. Dr. Cohn ist erst vor wenigen Monaten ans Hannover, wo seine Amtstracht den Rabbinern gesetzlich vorgcschrieben ist, hieher berufen. Kultus und Knltusgemeiride. v. K. Groß-Kikinda, 9. September. Das hiesige Rabbincü, um welches sich so viele Theologen bewarben, ist durch den Herrn Sal. Tauber, bisherigen Rabbiner zn Kun-Szent-Miklüs besetzt worden. Die Ge - mcinde hofft, eine glückliche Wahl getroffen zn haben. 1s. Prag, 3. September. Die Besucher der Neusynagoge hattni vorigen Samstag das Vergnügen, eine dem Inhalte wie der Form nach gleich vorzügliche Rede hören zn können. Herr Rabbiner Bak ans Czkin hielt seine Probepredigt und erntete mit derselben. ungctheilten Beifall. Es wäre der Nensynagoge sicherlich zu gratuliren, so 'sie den eminenten Redn.r zn ihrem Prediger wählen würde. 8. Hh. Prag, 9. Septeniber. Die Besetzung der Predigcrstel e an der Neusynagoge gehört denn nnn auch zu den offenen Fragen unserer Gemeinde; der Vorstand der genannten Synagoge erließ ein gedrucktes Zirkular an die Synagogeninitglicder, worin er anzcigt, daß trotzdcnr Alles mögliche anfgeboten wurde, Herrn Dr. Hübsch zum Hierblciben zu beweg, n, dies doch fruchtlos blieb. In demselben Zirkular zeigt der Vorstand an, daß sich bereits mehrere Männer uni diese Stelle bewarben, die sich in der gelehrt, n Welt des besten Rufes erfreuen. Außer Herrn Ehrniann, dessen Probcvcrtrag wir bereits-in einer frühem Korrespondenz erwähnten, sprachen Samstag am 1. Seniptember Vormittags Herr Dr. Pick ׳ in der Nensynagoge nnd der geistreiche Rabbiner Bak in Czkin Nachmittags in der Zigeuncrsynagoge, bei dessen Predigt auch einige Vorstandsmitglieder der Neusynagogc anwesend waren. Gestern predigte Herr Dr. Nehemias Brüll vor einem zahlreich versammelten Publikum mit solchem Beifalle, daß der Vorstand sich bewogen fühlte, Herrn Dr. B. mit der Nosch-Haschana-Gastpredigt zn beehren; Herr Dr. B. hat dieselbe angenommen, wir hoffen; daß der Erfolg derselben ebenso günstig sein wird; in der Person des Herrn Dr. Brüll, der den Lesern des ״B. CH." nicht unbekannt ist, dürfte die Nensynagoge einen ebenso tüchtigen Gelehrten. als gewandten Prediger acquiriren. Aus BaievN, im September. In Nr.'30 Ihres geschätztcn Blattes theilt Herr Professor Lelio della Torre ״jüdische Traunngögebränche in Italien" mit, wo cs unter andern! heißt, daß in einigen Gemeinden man während der ברכות (י über den Bräutigam einen Talith ansbrestet Ein Grund für diesen sonderbaren Gebrauch ist dort nicht angegeben. Offenbar aber steht er in Verbindttng mit einer Hierlands üblichen Zerenionier die noch viel sonderbarer, jedenfalls abgeschmackter, als jene, ist. Es kommt hier nämlich der טלית für das Brautpaar nicht blos während der Enlogien, sondern während des ganzen TrannngSaktcs in Anwendung nnd nicht etwa, daß der טלית über den Häuptern des Brautpaares baldachinartig arsgebreitet würde, , wie das in Italien der Fall zu sein scheint, wo nach erwähnten! Berichte, die Spitzen des Talith, wie die Spangen des Baldachins, von den Verwandten nnd Angehörigen des Paars gehalten werden — nein, das elegante Pärchen in! bräutlichen Schnincke hüllt sich gemeinsam in beit טלית in einer Weise ein, daß derselbe nicht blos den Körper Beider!!»!schließt, sondern auch über Beider Köpfe sammt Cylinderhnt niid Myrthenkranz, in das Geflcht hinabwallend, gezogen ist. Dies geschieht unter dem Trast Himmel, wenn die Trauung in der Synagoge vollzogen wird. Wird sie aber, was sehr häufig der Fall ist, iu einer Stube vorge«