Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-09-17 · 37 (17.9.1866) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
37 (17.9.1866)
Date
1866-09-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543212--4976-2549025
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

667 668 vortreten, bis zu einer gewissen Grenze in ihm vereiniget waren. Reformer, denen er als orthodorer Rabbiner erschien, mußten zugeben, daß ihnen diese milde rücksichtsvolle Orthodorie hohe Achtung einflößt. Hpperorthodore, die ihn für einen Reformer hielten, räumten ein, daß die Reform von ihm auf eine Respekt gebietende Weise vertreten wird. Lasset uns das Gedächtniß dieses Gerechten segnen und in Ehren halten *)! ״ ר1ךי - רעי ,ויוישק 3ל איש פיף י׳שק מ1רה מיישןים! נסישף לאל השק 3ם האל בןד השק ^א _קרנןד ירים♦ A >l S B ö h m c n, Ans. September. Der hochbetagte greise Kreisrabbiner des Piseker Kreises, Rabbiner AL. Pollak in Strakouitz verschied am 29.' v. M. und wurde am 31. zur Erde bestattet. Das Leichenbegängniß war sehr feierlich, indem fast alle Gemeinden des Kreises, sowie viele Lokalrabbinen bei demselben vertrete» waren. Leichenreden hielten im Hause des Verstorbenen der Rabbiner aus Kassowitz, im Gotteshause der Strakonitzer Lokalrabbiner und auf dem Gottesacker ein betagter Lokalrabbiner aus W. Mit wahrhafter Pietät und Solenuitat benahm sich die Gemeinde bei der traurigen Feier; dem zahlreich anwesenden Publikum wurde eine bedeutende Anzahl von Equipagen zur Verfügung gestellt. Zur Ehre des Verstorbenen können wir hervorheben, daß derselbe trotz seiner wahrhaft orthodoreu Frömmigkeit und nebst seiner großen talmudischen Belesenheit, wie sie viele Ihrer ungarischen Frömmler gewiß nicht besitzen . . . nicht nur kein Fanatiker, sondern vielmehr so tolerant war, daß er selbst regelrecht deutsch sprach und schrieb. Er stand in seinem Kreise in allgemeiner Achtung. Friede und friedlich war sein Leben und so sei auch Friede seiner Asche! p e |l c t Briefe.**) י ,1 P e st, 6. September. Anknüpfend au unsere letzte Korrespondenz, worin wir mehrerer wüuschenSwerther liturgischer Verbesserungen erwähnten, wollen wir hier auch auf jenen Uebelstand aufmerksam machen, Haß eö hier kein passendes Lokal gibt, wo das Brautpaar mit dessen Begleitern sich sammeln könnte, sondern cs geschieht dies zur nicht geringen Unannehmlichkeit der Betreffenden in je einem Winkelcheu -es Tempels. Es wäre sehe schicklich, hiefür ein Nebenzimmer eiuzuräumen, wo dann auch die Bedeckung vor sich gehen könnte, während sie gegenwärtig im Tempel selbst stattfindet. Nicht wenig ärgerlich ist es auch, wenn in den engen Gängen des Tempels das Geleite der Neuvermählten einem eben ankommenden Brautzuge begegnet. Den hierbei unausweichbaren und mit der Würde eines Gotteshauses durchaus nicht verein¬ *) Ich besitze ein eigenhändiges Schreiben von dem Verewigten, welches dessen Selbstbivgraphie enthält. Dasselbe wird in einer der nächsten Nnmuiern des ״B. ISI)." mitgethcilt werden. N e d. **) Unter diesem Titel erscheinen fortan die Mittheilungen Hf's, welche vie Anflnerksamkeit der ungarischen Leser des ״B. CH." in hohem Maste ans sich gezogen haben. Die Berichte unserer anderem Pester Korrespondenten erscheinen unter den betreffenden Rnbriten. N e d. baren Ruhestörungen wäre es wahrlich eine leichte Sache abzuhelfen. Vor uns liegt der Bericht der Spitals-Kommission für daS Jahr 1865. Wir entnehmen demselben nachfolgende Daten. Die Zahl der Kranken betrug 692, um 51 mehr als im Vorjahre. Gratis wurden verpflegt 480. Der höchste Krankenstand war am 31. März mit 49 Kranken, der niedrigste am 31. Juli mit 14 Kranken. Jeder Kranke wurde durchschnittlich 16 Tage lang verpflegt und kostete während dieser Zeit 14 fl. 28 kr. ES starben im Ganzen 57, also circa 8°/0. Der SpitalhauShalt erforderte 9884 fl. 46 kr., überdies wurden für Behandlung außerhalb des Spitales 1412 fl. 71 kr. verausgabt. Die Gesammtausgabe beträgt daher 11,297 fl. 17 kr., also um 1064 fl. 40 kr. weniger als im Vorjahre. Die Totalsnmme der Einnahmen beträgt 4718 fl. 65 kr., also um 290 fl. 4 kr. mehr gegen das Vorjahr. DaS Defizit wurde durch den Beitrag der Gemeinde mit 2631 fl. 41 kr. und den der Chevra Kadischa mit 3947 fl. 10 kr. gedeckt. Wenn »vir einen Blick auf die Wirksamkeit des Spitals »vährend des verflossenen Jahrzehends »vcrfen, so finden »vir, daß die Zahl der Kranken sich um über 50% vergrößert hat, närnlich von 456 deö Jahres 1856 auf 692 des verflossenen Jahres. Die Gesannntausgaben steigerten sich in demselben Verhältnisse von 7200 ans 11,580 fl., die Kosten der Ver- Pflegung von 2500 fl. auf 3800 fl. Das Mortalitätsverhältniß war durchschnittlich 7%. In den großen Spitälern beträgt eö 10%. Der wohlthä'tige Einfluß der autonomen Hirschler'schen Verivaltung zeigt sich auch hier aufs nnleugbarste. Während z. B. die Ausgaben für einen Kranken per Tag im Jahre vorher auf 1 fl. 35 kr. gestiegen »varen, reduzirten sie sich im Jahre 1862 beinahe um die Hälfte, nämlich nm 88'/2 kr. Ebenso fielen die Mediziualauslagen von 900 auf 500 fl. Während bisher die Verpflegung eines Kranken durchschnittlich auf 18 fl. 97 kr. kam, fiel sie hier auf 15 fl. 81 kr. (im Jahre 1865 gar nur auf 14 fl. 28 kr.) Freilich hatte dann dieselbe Gemeiilde, die im Jahre 1861 4410 fl. 35 kr. z»rr Deckung des Defizits zuschoß, im Jahre 1862 nur 699 zu zahlen. Und so»vie Jemand den Grundsatz aufgestellt hat, es sei die größte Lebensklugheit, ehrlich zu sein, so dürften wir auch unter solchen Umständen, »venn nicht aus Prinzip, so doch aus wolverstandene»« eigenem Interesse bemüht sein, stets liberal und konstitutionell zu bleiben. Der Gottesnaine השם. In Ihrer Zusammenstellung der für Gott im Talmud gebräuchlichen Bezeichnungen (Forschnngen Nr« 6) nehmen Sie auch השם auf mit der! Belegstellen (S. 88) und bemerken dazu: ״Wenn Dr. Geiger sagt, dast sich die palästinensischen Inden dieser Beneunnng bedienen, »venn sie Gott uachdrnckövoll bezeichnen »vollteu (Urschr. 262), so stimmt dies mit den Quellen nicht genau überein, indem zur »achdrncksvollen Bezcichnnng Gottes auch aubeve Ausdrücke, wie הק״בה und מקום gebraucht wurden." ■ Ich stimme dieser Berichtigung bei, glaube sie aber »veiter allsführen zu müssen. Ich führe nämlich a. a. O. ans, das; השם (oder שמא) bei Inden und Samaritanenl Umschreibung ist für das Tetragraillinaton, wie dies die Stellen deutlich belegen (vgl. rioch Ozar nechmad III. S. 117 ff.). Eine Ausnahme bildet der Ausdruck הלול השם mit קהשה השם (oder קדוש), wo השם nicht für den vl'erbnchstabigeil Namen Gottes, sondern einfach für Gott steht, und nur dafür glaubte ich die Erklärung in dem Umstande zu finden, das! man da Gott nachdrilcksvoll bezeichnen »vollte. Dies aber ist unrichtig, vielmehr ist in diesen Allsdrückeu השם nicht Gott, foildern einfach ״der Name" nnd Gott ist in ehrfurchtsvoller Scheit als

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.