Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 36 (5.9.1866)
- Date
- 1866-09-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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649 650 Der französische Konsul zu Mogador, Herr Beauniier, zeigt an, dass er allsogleich nach seiner Ankunft die angesehenen Israeliten zusamraenberufen hat, um ihnen die Organisation einer jüdischen Schule vorzuschlagen, auch hat er von ihnen das Versprechen erhalten, dass sie ihn in diesem Vorhaben unterstützen werden. Im Einvernehmen mit dem englischen Konsul hat er die Vereinigung der neuen Schule mit der durch das ״Board of Deputies“ unterstützten altern englischen Schule beantragt. Der zeitige Lehrer blieb als Repetent und Lehrer der englischen Sprache im Amte, während die Direktion dem Herrn Hermann Cohn übertragen wurde. Herr Beaumier meldet zugleich die Gründung eines Spitals für Kranke ohne Unterschied der Religion, welches durch die Bemühungen des Herrn Thövenin zu Stande kam. Der englische Vizekonsul zu Tetuan, Herr Green, schreibt in Sachen der üblen Behandlung eines Israeliten von Seite des spanischen Vizekonsuls, dass es ihm nicht zustehe, seinem Kollegen Vorstellungen zu machen. Das Zentralkomitö bescbliesst, diese Angelegenheit zur Kenntniss des spanischen Ministeriums zu bringen. Herr Albert Cohn sendet im Namen der Frau Baronin Rothschild einen jährlichen Beitrag von 200 Fr. für die Mädchenschule zu Tetuan. Ein Mitglied des Komitö's berichtet über die bei dem.Vertreter der tunis’schen Regierung, Herrn von Lesseps, und dem Sekretär der persischen Gesandtschaft, Herrn Nazar Aga, gethanen Schritte. Beide haben die Wünsche der Alliance ihren Regierungen mitgetheilt und die Angelegenheit unserer Glaubensgenossen aufs wärmste anempfohlen. Herr Camondo ersucht die Alliance, sich an der Lotterie zu betheiligen, die zu Gunsten zweier durch das Komitö zu Konstantinopel gegründeten Schulen voranstaltet wird. Das Komitö subskribirt die Summe von460 Fr. Ein Mitglied lenkt die Aufmerksamkeit des Komitd aut die Preisaufgabe hin, welche die Statistik der Juden sowol vom sozialen, als strafrechtlichen Standpunkte verlangt. Ein Beamter, bekannt durch seine wichtigen Arbeiten auf dem Gebiete der Statistik, hat hierauf bezüglich viel Material gesammelt; auch beabsichtigt er an dem Konkurse theilzunelimen, wenn der durch die Alliance festgesetzte Preis die Kosten der zur Arbeit nöthigen Untersuchungen deckt. In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Frage erhöht das Komite den Preis von 1500 Fr. auf 3000 Fr. Sitzung vom 16. Mai. Präsident: Herr Eugen Manuel, Vizepräsident. Neue Mitglieder sind der Gesellschaft beigetreten: 10 aus Aalborg und Noerre-Sundby, 7 aus Bischwiller, 7 aus Christiania und Drammen, 214 aus Kopenhagen, 1 aus Faulquemont, 15 aus Hegenheim, 6 ausHorsens, 2 aus Korsoer, 1 aus La Guayra, 2 aus Lymgby, 3 aus Mailand, 1 aus Nakskov, 1 aus Nizza, 2 aus Paris, 1 aus Pisa, 13 aus Porto Cabello, 1 aus Rändere, 1 aus Saint-Etienne, 2 aus Schirhoffen. Geschenk für die Bibliothek: Rapport du comitö de l’ecole des arts et metiers de Strassbourg. Es kommen Briefe zur Verlesung, die die Gründüng neuer Komitee in Bischwiller, Kopenhagen und Tripolis (Berberei) melden. Der Präsident des ״Maroeco relief fund“ zu London, Herr Picciotto, schreibt, dass Herr Green, engliseher Vizekonsul, ihm einen sehr günstigen Bericht über Herrn Gogmann, Direktor der Schule zu Tetuan, abgestattet hat. Er beglückwünscht die Alliance za ihrem Vorhaben, die Schule zu Mogador zu reorganisiren und verspricht, dass das ״Board of Deputies“ auch fernerhin seine Unterstützung nicht versagen wird. Herr Hecquard, französischer Konsul in Damaskus, berichtet über die Umstände, die den Abgang des frtthem Schulditektors, Herrn Heimann, veranlassten. Er beantragt, eine Freischule für die Armen zu gründen und die gänzliche Besoldung des Direktors zu übernehmen. Er glaubt, dass die auf solche Weise organisirte Schule auch von einer grossen Zahl Kinder reicher Eltern besucht werden würde, deren Beitrag zur Erhaltung derselben genügen werde. Eine Summe von 1700 Fr., die noch in Händen des Herrn Hecquard blieben, würden die Ausfälle der ersten Jahre decken. Es wird ihm geantwortet, dass die Alliance in der Regel nur in solchen Gemeinden Schulen gründe, die zum Theil zu ihrer Erhaltung beizutragen vermögen und dass sie sich mit der Wahl eines Direktors nicht befassen könne, bevor sie hierzu die von dem Konsul kontraktlich übernommenen Zusage der bemittelten Väter erhalten, zu dessen Gehalt in Wahrheit beizutragen. Herr Gogmann zu Tetuan berichtet über die Ermordung eines Israeliten, Vaters einer zahlreichen Familie, die dem grössten Elende preisgegeben ist. Die Thatsache wird in den jüdischen Zeitungen veröffonttlicht und die Wohlthätigkeit für die unglückliehe Familie wachgerufen werden. Es wurde über den Stand der Judenfrage in Rumänien Bericht erstattet. Die Herren Bratiano und Balatschano, jener Mitglied der provisorischen Regierung, dieser Geschäftsträger der Fürstenthümer in Paris, vorsicherten die Alliance, dass die Emanzipation der Juden in das Programm der Regierung aufgenommen sei und dass, falls letztere dies nicht durchsetzen könnte, sie ihre Pflicht verfehlt zu haben glauben würde. Eine Depesche des Herrn Rosetti, Mitgliedes der Regierung, zeigt an, dass der Verfassungsentwurf, welcher die bürgerlichen Rechte aller Rumänen ohne Unterschied der Religion zusichert, in die Kammer eingebracht wurde. Er sieht es voraus, dass dieser Entwurf auf eine heftige Opposition stossen wird und fordert die Alliance auf, ihre Glaubensgenossen in Rumänien zur Opferwilligkeit in der nationalen Sache anzueifern, um ihren Verläumdern mit Thatsachen entgegentreten zu können. Der Ausschuss hat in diesem Sinne nach Jassy und Bukarest geschrieben. Es wurde über verschiedene Artikel einer grossen Zahl französischer Tagesblätter Mittheilung gemacht, die zu Gunsten der vollständigen Emanzipation der Juden ihre Stimme erhoben. Die ״Alliance polonaise de toutes les croyances“ ersucht um eine Unterstützung zur Drucklegung eines hebräischen Zirkulars an unsere polnischen Glaubens genossen; in Anbetracht jedoch, dass das Zirkular eine der Alliance fern liegende Tendenz verfolgt, wird zur Tagesordnung übergegangen. Indem der Präsident nach dem Orient verreist ist, wird die järllche Generalversammlung bis zu dessen Rückkehr vertagt. Sitzung vom 12. Juni. Präsident: Herr L. J. Könlgswarter, Vizepräsident. Neue Mitglieder sind der Gesellschaft beigetreten: 1 aus Ars-sur-Moselle, 2 aus Auxerre, 1 aus Bordeaux, 3 aus Hegenheim, 1 aus Ivräe, 1 aus Königsmacker, 1 aus Lure, 3 aus Metz, 1 aus Montigny-les-Metz, 3 aus Nantes, 3 aus Paris, 1 aus Saint-Jean Sarrebruck, 1 aus Södan.