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Ben Chananja · 1866-09-05 · 36 (5.9.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
36 (5.9.1866)
Date
1866-09-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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647 648 möge ihm zu Hilfe kommen. Das Komit6 bewilligt hierzu 500 Fr. Herr Gogmann verlangt eine Subvention für die Miethe der Mädchenschule. Die Alliance, welche bereits eine Summe von 600 Fr. für die Vorsteherin bewilligte, wird Frau von Rothschild um Fortsetzung der Beihilfe ansucken, welche dieselbe für diese Schule während der zwei ersten Jahre ihres Bestehens ausgesetzt. Endlich berichtet Herr Gogmann über einen neuen Akt der Brutalität, der vom spanischen Vizekonsul an einem Juden verübt worden. Er meint, dass es ihm mit dem Titel eines unbesoldeten Konsularagenten möglich wäre, unseren, der Willkür der maurischen und spanisehen Bevölkerung ausgesetzten Glaubensbrüdern, zu Hilfe zu kommen. Es wird beschlossen, die Bitte des Herrn Gogmann an Herrn D’Aquin, französischen Gesandten zu Tanger, zu übermitteln und zu empfehlen. Ein Brief des Herrn D’Aquin spricht von dem bltihenden Zustande der jüdischen Schule zu Tanger. Der Herr Gesandte meldet, dass er um die Aufnahme eines muselmännischen Kindes in die Schule ersucht wurde und dass er mit der Gründung eines Hospitals für Kranke ohne Unterschied der Religion sich befasse. — ״Die Verschicdenheiten der Religionen, schreibt er uns, sind unvereinbar mit den Jdeen einer erleuchteten Zivilisation; um den Unterricht in Marokko zu verbreiten, ist das beste, das einzige Mittel, ein gegenwärtig unwissendes Volk ganz umzuschaffen." Sitzung vom 25. April. Präsident: Herr Ad. Crömieux. Neue Mitglieder sind der Gesellschaft beigetreten: 29 aus Adrianopel, 2 aus Ars-sur-Moselle, 1 aus Ay, 1 aus Carcassone, 11 aus Forbach, 1 aus Fossano, 6 aus Hagenau, 1 aus Imling, 3 aus Ivröe, 9 aus Larisse, 1 aus Lixheim, 22 aus Metz, 23 aus Mogador, 1 aus Muzo, 4 aus Paris, 1 aus Pau, 1 aus Pernambouc, 12 aus Rio Janeiro, 6 aus Saarbourg, 1. aus Zabern, 2 aus Strassbürg und 2 aus Didenhofen. Geschenke für die Bibliothek: Vom Verfasser Herrn E. Petavel: Rapport de In Sociötä pour la traduction de Livres Saints. Vom Verfasser Herrn Smith: The Temple and the Sepulchre. Vom Verfasser Herrn Dr. 8. Hirsch, Grandrabbin zu Luxembourg: Die Humanität als Religion. Vom Verleger Herrn Ri81er: Jsai'e ou 16 travail, von II. Isaac Lövy, Rabb. zu Luneville. Herr Messiah aus Mogador übermittelt 490 Fr., die er daselbst für Schulzwecke gesammelt. Herr Josef de Meise Semamah aus Marseille sendet ein Geschenk von 500 Fr. Herr Sassoon aus London sendet ein Geschenk von 100 Fr. für die Schule zu Bagdad. Das Komitö zu Volo zeigt die Bildung eines Komitös zu Larissa an. Der Herr Präsident stattet Bericht ab über seine in Angelegenheit der jüdischen Frage in Rumänien gethanen Schritte. Die rumänische Regierung hatte ihm telegraphisch berichtet, dass ein Gesetzvorschlag in die Kammer eingebracht worden, welcher allen Rumänen, ohne Unterschied der Religion, die bürgerlichen und politisehen Rechte zusichert. Dieser Depesche folgte eine andere, in welcher ein Mitglied der Regierang die Juden der Moldau beschuldigte, dass sie Werkzeuge des Aus* landes wären und das Vaterland in Gefahr brächten; diess bestimmte die Alliance, hierüber telegraphisch mit ihnen zu verhandeln. Die Israeliten proteslirten einstimraig gegen die in dieser Depesche enthaltene Beschul* digung und gegen jede ähnliche, wodurch ihre Feinde ihre Emanzipation zu hindern trachten. — Herr Loebel 1 aus Bukarest zeigt an, dass er durch die fürstliche Statthalterschaft angegangen wurde, die angesehenen Juden von Jassy für den Erfolg des Anlehens zu interessiren. Der Telegraph stand ihm zur Verfügung und er erhielt von ihnen die Zusage, dass sie nach Massgabe ihrer Mittel sich an dem Anlehen betheiligen werden, und die Regierung antwortete auf diesen patriotischen Akt mit der feierlichen Zusage der vollständigen Emanzipation der Juden. Der Herr Präsident beabsichtigt, sobald die Verfassungsvorlage in der Kammer an der Tages- Ordnung sein werde, sich nach Bukarest zu begeben. Herr Pineies aus Galatz berichtet über ein Dekret der rumänischen Regierung, das den Juden verwehrt, sich an den öfFentlichrn Arbeiten zu betheiligen und Statsgüter in Pacht zu nehmen. Auch weist er auf eine eben ausgegebene städtische Verordnung hin, die den Unternehmern untersagt, bei öffentlichen Arbeitern Juden als Verwalter oder auch nur als Kassiere anzustellen. Der Präsident zeigt an, dass der russische Gesandte, Herr v. Budberg, ihm das Versprechen gegeben hat, den Brief der Alliance zu Gunsten der jüngsten zu Minsk verurtheilten Juden an den Kaiser Alexander II. gelangen zu lassen und denselben zu unterstützen. — Ein Brief des Oberrabbiners zu Minsk an Herrn Lebmann in Amsterdam gerichtet und von Herrn Albert Cohn mitgetheilt, zeigt an, dass die Strafe des zu Tode verurtheilten Juden in eine andere verwandelt worden ist, und stattet der Alliance hierfür seinen Dank ab. Das Bezirks-KeinitA zu Tunis meldet, dass es eine Entschädigung von 200 Piastern von der Regierung erhalten hat für die ungerechte Behandlung eines jttdisehen Knaben durch das oberste Gericht der Stadt. Das Komitä hat einen achtzigjährigen Greis aufgenommen und mit Wohnung versehen, der seit langen Jahren gezwangen war, sich zum Islam zu bekennen und der jetzt zur Religion seiner Väter zurückkehren wollte; auch hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rückkehr unserer Glaubensgenossen, die sich in Algerien in einer ähnlichen Lage befinden, zu ermöglichen. Endlich berichtet es von dem Uebertritte eines aus guter Familie stammenden jungen Mannes von kaum 15 Jahren, der unter dem Vonvande, dass er den Willen gehabt hat, Muselmann zu werden, seinen Eltern entzogen und im Serail eingeschlossen wurde. Das Zentralkomitö wird nach Einholung bestimmter Details sich zu Gunsten des jungen Mannes bei dem Vertreter des Beys in Paris verwenden. Izzet Pascha, der Statthalter von Jerusalem, stattet seinen Dank der Alliance ab für den Ausdruck ihrer Theilnahme, mit der sie die von ihm während der Cholera - Epidemie getroffenen Massregeln begleitete. ״Durchdrungen, schreibt er, von der väterlichen Achtsamkeit meiner hohen Regierung und von der Auf. gäbe derselben, das Wohlergehen aller ihrer Unter, thanen ohne Unterschied zu fördern, habe ich während der unseligen Epidemie nur meine Pflicht getlian; durch die besondere Aufmerksamkeit jedoch, mit der Sie mich beehrten, haben Sie einen Beweis mehr geliefert, dass Ihre Glaubensgenossen unserer Theilnahme in vollem Masse würdig sind, und dadurch haben Sie es mir zur Pflicht gemacht, Ihre Anerkennung verdienen zu wollen.“ Herr Krieger aus Jerusalem erstattet über den Stand der jüdischen Schulen daselbst Bericht. Er beabsichtigt einen arithmetischen Kursus einzuführen und eine Agrikulturschule zu gründen. Er hebt .lobend die guten Dienste des österreichischen Konsulats zu Gunsten der Israeliten hervor. Auf seinen Antrag hat das Zentralkomitö an den Konsul ein Dankschreiben gerichtet׳

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