Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-09-05 · 36 (5.9.1866) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
36 (5.9.1866)
Date
1866-09-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543211--4963-2549011
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

643 644 Alle diese Anträge wurden zu Beschlüssen erhoben. Der französische Konsul in Bagdad, Herr Pörötön, den das Komitö bezüglich der wahrscheinlich durch den Pascha erfolgten Einziehung einiger Israeliten angegangen hat, antwortet, dass die Angelegenheit der Sympathie und der Intervention der Alliance würdig ist. Das IComitfi beschliesst in dieser Angelegenheit eine Anfrage an die hohe Pforte ergehen zu lassen Die Gemeinde Larisse in der Türkei meldet, dass der städtische Vorstand, ' nachdem er fruchtlos die Ueberlassung der Häuser der Israeliten forderte, diesclben gewaltsam und ohne jedwede Entschädigung von den gesetzlichen Eigenthümern expropriirt hat. Die Regierung des Sultans wurde auf diese Angelegenheit aufmerksam gemacht. Herr Gaben, Oberrabbiner zu Konstantinopel zeigt an, dass ein junges, jüdisches Mädchen aus seiner Gemeinde verschwunden ist, das sich gegenwärtig in einem Konvent zu Avignon befinden soll. Er ersucht die nöthigen Schritte zu thun und zu erforschen, ob das Mädeben gegen seinen Willen zurückgehalten wird und in letzterem Falle den Arm der Gerechtigkeit zu Hilfe zu rufen. Das Jewish Chronicle empfiehlt die Alliance mit den wärmsten Worten der Sympathie den englischen Juden; an den Redakteur desselben, Herrn Dr. R. Benisch wird hierfür ein Dankschreiben gerichtet. Sitzung vom 26. Februar. Präsident: Herr A. Crömicux. Geschenke für die Bibliothek: Vom Verleger Herrn Alschech in Wien: Gebetbuch nach portugiesischem Ritus, mit spagnolischer Hebersetzung. Vom Verfasser Herrn Eugöne Manuel: ״Pages intimes״, Gedichte. Von Frl. Blundell: The Scattered nation, Journal von Schwarz. Von Herrn Reinhard in Minsk: Ein hebräisches Drama in Manuskript. Herr S. H. Gold- Schmidt widmet 8 Werke, schönwissenschaftliche und Reisebeschreibungen, zur Preisvertheilung in der Schule zu Tetuan. Neue Mitglieder sind der Gesellschaft beigetreten: 1 aus Algier, 3 aus Amsterdam, 1 aus Arad, 3 aus Bayonne, 2 aus Bordeaux, 4 aus Colmar, 1 aus Kopenhagen, 1 aus Gröningen, 1 aus dem Haag, 1 aus Hegenheim, 1 aus Jassy, 1 aus Metz, 1 aus Nimwegen, 2 aus Orleanville und 1 aus Paris. Das Komitö zu Saargemuend zeigt die Neuwahl ihres Ausschusses an. Das Komitö zu Curagao übersendet 404 Franken für die Sammlung zu Gunsten der durch die Cholera betroffenen Familien in Konstantinopel. Das ״Board of Delegates of American Israelites״ zu New-York schreibt, dass es unserer Aufforderung, eine Sammlung zu Gunsten der Schulen im Orient veranstalten zu wollen, nicht Folge leisten könne, indem der wenig blühende Zustand der israelitischen Schulen im eigenen Lande seine Fürsorge zuvörderst in Anspruch nehmen. Herr Flügel, Professor an der Militärschule zu Dayton nächst Cincinnati wünscht, dass die Alliance die Hilfe des Vereins der Benö-Berith, welcher in New- York seinen Sitz hat, und in allen Stuten der Union vorbreitet ist, in Anspruch nehmen möge: er glaubt seinerseits eine erfolgreiche Beihilfe versprochen zu können. Herr R. Strauss, Inspektor der österreichischen Südbahn, meldet, dass er im Vereine mit mehreren angescheuen Israeliten Wiens die Absicht habe, bei der österreichischen Regierung um gesetzliche Autorisation für die Alliance nachzusuchen. Er macht das Komitö auf die Frage der Emanzipation der ungarischen Juden aufmerksam, welche gegenwärtig der Berathung des Landtages unterbreitet sei; er meint, es wäre vortheilhaft, die Aufmerksamkeit der französischen Presse hierauf zu lenken. Das Komitö beschliesst, diesem Wunsche Folge zu leisten. Das Komitö zu Tunis meldet, dass auf die Ver- Wendung eines Mitgliedes der Alliance die Israeliten zu Nabel, die während der Insurrektion ihrer Güter beraubt wurden, von Seiten der Regierung des Bey Schadenersatz erhalten haben. Es berichtet über eine neue, an einem unserer Glaubensgenossen verübte Gewaltthat; er hat sich bereits an den französischen Konsul gewendet, der ihm energische Beihilfe geleistet. Der Herr Präsident theilt den Briefwechsel mit Herrn Gay, dem Geschäftsführer des Konsulats zu Mogador, mit. Er hat ein Beglückwünschungsschreiben an die jüdischen Notabilitäten gerichtet, die Herrn Gay bei der Verbesserung des Sanitätszustandes des jüdisehen Viertels mit Geldmitteln unterstützten. Eine telegraphische Depesche aus Bagdad hatte gemeldet, dass der Vorsteher der Juden zu Hamadan in Ketten gelegt und nach Teheran abgeführt worden, wo man ihn mit dem Tode bedrohte; der Ausschuss nahm unverzüglich die Verwendung des Herrn Ministers des Aeussern und der englischen Regierung in Anspruch Der Herr Minister antwortete, dass die Geschäftsfiihrer Frankreichs im Auslande die ausdrückliche Instruktion erhalten haben, überall die Interessen der Zivilisation zu vertheidigen und dass in diesem Falle Herr Graf Massignac keinen geeigneten Weg scheuen werde, um die Rechte der Menschlichkeit zu schirmen. Herr Picciotto, Mitglied des ״Board of Deputies“ in London, der ersucht wurde, in derselben Angelegenheit die Intervention der englischen Regierung anzurufen, antwortet, dass Sir Moses Montefiore in Angelegenheiten der persischen Juden mit Lord Russell Besprechung gepflogen und dass hierauf an den englischen Gesandten zu Teheran die Aufforderung gegangen, all seinen Einfluss zur Verbesserung der Lage der persischen Juden aufzubieten. Das Komitö zu Bagdad sendet die Kopie eines Briefes, den der Grossvezir an den Generalstatthalter von Irak gerichtet, um die daselbst von der Alliance errichtete Schule seiner Obhut zu empfehlen. Das Subkomitö für Veröffentlichung von Druck- Schriften ertheilt Bericht über folgende Ansuchen: Herr Büchner, Herausgeber eines israelitischen Jahrbuches, sucht um Unterstützung der Alliance zur Herausgabe eines Werkes an, welches Biographieen berühinter Juden von Mendelssohn bis auf unsere Zeit enthielte. Das Subkomite verschiebt diesbezüglich die Beschlussfassung, da das Werk seiner vorläufigen Prüfung nicht unterbreitet worden. Herr Albert Cohn beantragt, die Alliance möge sich an der Subscription, die nach dem Tode Luzzattos zu Gunsten der Familie dieses Gelehrten und zur Herausgäbe der Werke desselben eröffnet worden, sich betheiligen. Das Subkomitö ist der Ansicht, dass die Statuten der Alliance ihr nur die Unterstützung der Herausgabe der Werke Luzzattos gestatten. Das Komitö bewilligt 500 Fr. und die Drucklegung des folgenden Beschlusses, welchen es beantragt, um seine Ehrfurcht gegen das Andenken dieses grossen jüdischen Gelehrten aus-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.