Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 36 (5.9.1866)
- Date
- 1866-09-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zum ״Ben Chananja“ Kr. 36. 1866. Berichte über die Sitzungen der ״Alliance israelite universelle“ während der ersten Hälfte des Jahres 1866. Sitzung vom 15. Jäner 1866. Präsident: Herr Adolf CrCmieux. Schenkungen für die Bibliothek von Seiten der Verfasser: Buchner’s Jahrbuch für Israeliten; Gedenkrede auf Moses Mendelssohn vom Vereine für religiöse Interessen des Judenthums in Leipzig; Predigt des Ralbiner Loeb in Saint-Etienne; Contes et Bluettes der Frau Saffray; Bericht des Wohlthätigkeitsvereines zu Arad; Tolerance universelle vom General Mylius; Aux Israelites algCriens von Lamy. Neue Mitglieder traten der Gesellschaft bei: 9 aus Arad, 1 aus Blämont, 1 aus Bordeaux, 1 aus Carpentras, 1 aus Dellys, 9 aus Galatz, 6 aus Havre, 1 aus Jerusalem, 1 aus Lausanne, 16 ans Luneville, 1 aus Mäcon, 11 aus Metz, 1 aus Mailand, 11 aus Mostaganem, 1 aus Mulhouse, 4 aus Neapel, 2 aus Neucbatel, 1 aus Orleans, 9 aus Paris, 2 aus Phalsbourg, 4 aus Reiniremont, 1 aus Rovigo, 1 aus Russey, 1 aus Saint- Genie d’Iliersac, 1 aus TCrair-Chan-Schura und 1 aus Yverdon. Neue Lokal-KomitCs haben sich gebildet zu Carpentras, Kolmar, Luneville und Neapel. Der Zentralausschuss berichtet über den Besuch, welcher der in Paris angekommenen marokkan. Gesandtschaft abgesattet wurde. Nachdem der Ausschuss|;die Gesandten gebeten hat, seine Gefühle des Dankes an den Sultan gelangen zu lassen für dessen Versprechen, den Juden eine Behandlung angedeihen zu lassen, die deren völligen Gleichstellung mit den Muselmännern entspreche, und nachdem er seine Bitte vorgetragen hat, dass der mit Moses Montefiore vereinbarte Ferman durch die Provinzialgouverneure zur Ausführung gelange; hat der Ausschuss nicht unterlassen können, auf die kulturelle Mission der Alliance israölite universelle hinzuweisen, die durch die Gründung von Schulen Bildung und Unterricht verbreitet, und die Anstalten derselben der Protektion der marokkanischen Regierung zu empfehlen. Die Gesandten antworteten, dass der Koran gleiches Recht für Jedermann fordere ohne Unterschied der Kulten, und dass es die Absicht des Sultans ist, die Rechte der Juden zu respektiren. Auch haben sie zugesagt, die Gefühle der Alliance an den Sultan gelangen zu lassen. Der englische Vizekonsul zu Tetuan, Herr Green, berichtet über den Stand der Schulen und verspricht denselben auch fernerhin sein Interesse zuwenden zu wollen. Herr Josef Krieger aus Jerusalem theilt mit, dass der Pascha daselbst den Israeliten während der letzten Epidemie wesentliche Dienste geleistet hat und beantrast, dass die Alliance demselben ihren Dank votire. In Folge dessen ward ihm durch Vermittlung des Lokal- KomitCs eine Anerkemumgsadresse überreicht. Das KomitC zu Konstantinopel zeigt an, dass es in der besagten Stadt eine neue Schule gegründet und eröffnet hat. Herr M. H. Pineies aus Galatz theilt einige Thatsuchen mit, die von der Intoleranz des Stadtrathes Zeuguiss ablegen. Das ZentralkomitC beschliesst, von diesen Thatsachen Notiz zu nehmein und bezüglich der Lage der Israeliten in der Moldau-Walachei sich an die dortige Regierung zu wenden. Herr Klingenstein aus Odernheim sucht an, dass die Alliance ihr Abonnement auf das Jahrbuch erneuere, welches zu Gunsten des deutschen Lehrer-Untersttttzungs- Vereines herausgegeben wird. Das Komits subscribirt auf zehn Exemplare. Herr Büchner wünscht eine Subvention für die Drucklegung des Werkes: Biographien berühmter Israeliten seit Mendelssohn. Wird dem SubkomitC für Veröffentlichung von Druckschriften zugewiesen. Herr Albert Cohn beantragt, die Alliance möge sich an der zu Ehren Samuel David Luzzattos eröffneten Subskription betheiligen. Wird dem Subkomite für Veröffentlichung von Druckschriften zugewiesen. Das Ivomite zu Schabacz in Serbien verlangt für mehrere Israeliten dieser Stadt eine Unterstützung zu ihrer Reise nach Palästina, wo sich dieselben dem Ackerbaue widmen wollen. Die Alliance ertheilte zur Antwort, dass sie es nicht über sich nehmen kann, die Auswanderung der Israeliten nach dem heiligen Lande zu begünstigen, weil die israelitische Bevölkerung daselbst im unseligsten Elende vegetirl. Israeliten aus Galizien fragen an, ob ein Fond existirt zur Begünstigung der Auswanderung der Israeliten nach Amerika. In Erwägung dessen, dass diese Frage die Aufmerksamkeit der Alliance im vollsten Masse verdient und in Erwägung dessen, dass es viele Vortheile bieten würde, wenn die Alliance in den Stand gesetzt wäre, die Emigration der unterdrückten, Unglückliehen Juden nach Amerika zu begünstigen, beschliesst das ZentralkomitC, sich diesbezüglich durch das Landes komitä zu San Franzesko in Kalifornien Bericht erstatten zu lassen. Ein Mitglied berichtet über die zu Gunsten der Israeliten zu Tunis bei dem Baron Lesseps, Gesandten des Bey in Paris, gemachten Schritte. Das Gouvernement der Regentschaft war von den Klagen der Alliance lebhaft betroffen; auch würde der Bey selbst die Israeliten gegen die Willkür und den Fanatismus einiger seiner Beamten in Schutz nehmen, wenn die Alliance ihre Wünsche durch Vermittlung des Baron Lesseps, der seine ausgiebigste Hilfe zu Gunsten unserer Glaubensgenossen zu verwenden versprach, an ihn gelangen lassen würde. Das SubkomitC für Schulen beantragt zu heschliessen: 1. An Herrn Caplan, Direktor der Knabenschule zu Tetuan für verschiedene Auslagen die Summe von 150 Fr.; an Frau Carmen, Leiterin der Mädchenschule zu Tetuan, um ihre Rückkehr nach Spanien zu erleichtern, eine Subvention von 50 Fr.; an Herrn Gogmau, den Nachfolger des Herrn Caplan in Tetuan, den Betrag der Kosten seines er/.wungenen Aufenthaltes in 01־an; an Herrn Bernhard Löwy, Direktor der Knabenschule in Tanger, ein Geschenk von 500 Fr. für die vorztigliehe Leitung dieser Schule und für seine besseren Schüler als Belobung ihres Eifers broncene Medaillen zu senden. 2. Das SubkomitC beantragt weiterhin aus Anlass eines vorgekommenen Falles, in welchem der Direktor einer von der Alliance gegründeten Schule um seine Demission angesucht hat, zu beschliessen, dass fortan mit den Leitern der Schulen eine festzustellende An- Stellungszeit vereinbart werden soll. 3. Endlich beantragt das KomitC, Schulen zu gründen, um . Lehrer heranzubilden, die von vorneher dazu angeeifert werden sollten, sich dem Unterrichte in den Schulen des Orients und Afrikas zu widmen.