Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 36 (5.9.1866)
- Date
- 1866-09-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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639 640 Hanover, Josef Uffmami, Adolf Jellinck, Sigmund Figdor, Dr. Johann Weiß, Dr. Armin Schönberg, Sinwn Fähndrich, A. nnd W. KarpeleS- B. Stern, Ephraim Heller, Fenstvessy A., FrigyeS K. je 10 fl.; Theodor Ponzcn, E. Fleischmann, Moriz Fleischmann, Ludwig Bergl, Simon Herzbcrg, Dr. Ludwig Schwarz, Sigmund Ertncr, Dr. PH. Groß, Dr. Adolf Hermann, Dr. PorgeS, I. L. Kohcn, A. K., Bruder Gompcrz, Oberlehrer Noscnbcrg, M. Heller n. Komp., Jos. W. Ellingcr, Jakob Kohn, die Frauen Regina Hermann, Salomon Altstok, Rosalia Wolf, Lattra Horn, die Herren Moriz Hanover, .Urban v. Neichhardt, Friedrich Frank, Alerander Ocftreichcr, Moriz Frigyessi, Karl Ullmann jun., L. Ullmann, Jakob Hirsch, M. L. Lettner, Künyi Manü, Dr. Isidor Barach, Dr. Döcsey Sigmund, Angnst Hirsch, Aron Bing, Fr. Antal, Ignaz Barnay, Sam. Buchbinder, ein Unbekannter, Szabü Jmre, Egcr Adolf, Hugo Krön je 5 fl.; in klcincren Beträgen znsannucn 298 st. Das Gcsammterträgniß der Sammlung ergab demnach beit Betrag von 2223 fl., von welcher Summe ein Theil nutzbringend angelegt, ein anderer zur ersten Einrichtung eines geeigneten Gcschäftsbertricbes verwendet worden ist. Dr. H i r s ch l e r. Neuestes. Hf. Pest, 2. September. In Folge einer Zuschrift deö Herrn Bürgermeisters wird — mit Rücksicht ans die hier herrschende Eholeraepidemie — der Gottesdienst am Ncujahrstage blos von 0 bis 10 Uhr Morgens währen; Predigt findet demnach nicht Statt. Bei Anlaß dieser litnrgischen Maßregel wollen wir zugleich unser Bedauern über jene so hänsig störenden Einflüsse anssprecheii, die eine ruhige Andacht, ja oft sogar das bloße Anhören der Predigt unmöglich machen. So muß z. B. das häufige Gehen nnd Kommen von Menschen, wie es bei einer so großen Versammlung uothwendig der Fall sein muß, nicht anders als störend wirken; wir würden deshalb Vorschlägen, die Zwischengänge deö Tempels nicht blos des Winters, sondern das ganze Jahr hindurch mit Matten oder Teppichen ztl belegen, nm so das Geräusch der Tritte weniger bemerkbar zu machen. Viel Gepolter verursacht ferner auch das häufige Zuklappe» der Betstühle. Es wäre ein Geringes, diesem Uebelstande abznhelfcn nnd brauchte sich unser Vorstand — trotz der mißlichen Finanzverhältnisse — nicht zu scheuen, eine ohnehin so geringe Ausgabe zu machen, um die Ruhe während des Gottesdienstes zn bewahren. Hier sei auch jener neuen Verfügung Erwähnmlg gethan, wonach so manche zeitraubenden nnd unangenehmen Rundgänge bei den Fnnktivnären der Gemeinde, die bei gewissen Gelegenheiten ans besonderen handgreiflichen Gründen bisher stets gefordert wurden, nunmehr direkt aufgehoben worden sind. Obiges war z. B. bei Trauungen und Gebnrtsfälien der Fall nnd müßte besonders bei letzterem der Vater stets p e rs v n l i ch erscheinen. Diese nutzlose Belästigung des Pnbliknins fällt nun weg nnd genügt fortan eine schriftliche Mittheilnng, wenn dieselbe nur das Wissenswerthe enthält nnd von dem Betreffenden unterfertigt wird. Die in unserer letzten Korrespondenz erwähnte Snppenanftalt ist bcreitS ins Leben getreten; 200 Arme werden dltrch dieselbe täglich versorgt. Vorige Woche starb hier die Frau des RegimentSarzteö Dr. Jakob Böhm. Herr Dr. Meisel hielt an ihrem Sarge die Trauerrede, der auch mehrere Mitglieder der Generalität beiwohnten. Literarische Anzeigen. Klementi graminaticali del caldeo biblico v del dialetto taliniidico babiionese di Samuel Davide Luzzatto da Triesto, Profe8801־e nell' Istituto Rabbiuico di Padova. Socio dell’ .1. li Accadetnia di Padova. Padova 00' tipi di A. Bianchi. 1865. 8. 106 Die vorliegenden ״Elemente" sind von dem verewigten Luzzattv in den Jahren 1832 nnd 1833 znm Leitfaden beim Unterrichte der Zöglinge des Padnaner Institutes abgesaßt worden. Sie erstrecken sich, tvie das Titelblatt anzeigt, auf den biblischen Ehaldäismus nnd auf den babil. faltit. Dialekt. Er nennt in der Vorrede blos Burtorf und Dauz als Vcr׳ fasser einschlägiger grammatischer Schriften, ohne der späteren Schriftsteller auf diesem Gebiete Erwähnung zn thnn. Die Urtheile über Werth nnd Würde der chaldäischen Sprache lantctcn bekanntlich in der talmndischen Zeit sehr verschieden. R. Jochanan b. Nafcha will die Bittgebete nicht in ״aramäischer" Sprache verrichtet wissen׳ weil die Engel diese Sprache nicht verstehen (Sabb. 12. b.; Sota 33, 51)׳. andererseits warnt er aber vor Geringschätzung dieser Sprache (jer. Sota 7, 2. Ber. N. 74, wo jedoch der Name N. Jochanan's ansfiel): eine Warnung, welche zugleich einen polemischen Eharakter zn haben scheint indem N. Jehuda I. sich sehr geringschätzend über die ״syrische" Sprach (סורסי f. 5I״ft, Lehrgebäude 12) anssprach. Abba Arecka dednzirt ans^ dem dem Adam zngcschricbenen 139 Psalm, daß Adam sich der aramäischen Sprache bedient habe (Sanh. 38, b). Zwei Amvräer deö 4. Jahrhunderts bemühen sich, einzelne aramäische Ausdrücke in der Bibel nachznweiscn, ohne die aramäischen Stücke int Daniel nnd Esra zn berücksichtigen (Meg. 9, a. S. die Kontroverse zwischen N. Mich. Bachrach nnd N. Eleazar Fleckclcs im Tcschnba mc-Ahaba I. Nr. 198. Lezterer verstand nicht, daß cs sich nm die Form ־lpT\ handelt). Daö Verhältnis; der Kasnisten znm Talmud tritt auch hier ans eine sehr lehrreiche Weise hervor. Während Maimonides das Verbot der aramaischen Sprache ganz fallen läßt, weil er überhaupt die Intervention der Engel beim Gebete nicht anerkennet, sanktioniren seine Vorgänger, wie׳ Alfaßi, und seine Nachfolger einstimimg das Verbot. Und da ans älteren Zeiten aramäische Gebete im Gebrauche tvaren nnd die Frauen schon im frühen Mittelalter das Gebet in der Muttersprache verrichteten, so nahm man zn verschiedenen Akkomodationen seine Zuflucht, nm den bestehenden Brauchnrit der talmndischen Theorie in Einklang zn bringen (Alf. Ber I. Auf. und derGloss n. .R. Ascher das.); dies verhinderte aber einen hervorragenden Ehaßidäer der neueren Zeit nicht, offen zu bekennen, daß ihn gerade denk s ch e Gebete den Weg zur kabbalistischen Gnosis gebahnt haben (B. Ehan. VIII.» Sp. 560). Ob demselben der einstimmige Protest de!- gesammten Orthodvrie gegen den Gebrauch der Muttersprache im Tempel zw Hamburg bekannt war, ist uns nicht bekannt. Als Lehr- und BibelnberseßllugSsprache war die aramäische Sprache lange vor der Zerstörnng desziveiten Tenipcls verbreitet. Als die arantäische Sprache ans dem Munde der Inden schwand, anderen Landessprachen Platz machend, wurde das aramäische Targnm vernachlässiget, indem die Gemeinden den wohlbercchtigten Wunsch hegten, daß an die Stelle des Targnms die Muttersprache trete. R. Nitronai Gaon sprach sich aber entschieden gegen diese Neuerung, aus (Siddnr N. Amram's cd. Koronel S. 29). Trotzdem vernachlässigten afrikanische Gemeinden das Targnm, so daß sich der Grammatiker Jehndab. Korcisch veranlaßt sah, für dasselbe in die Schranken zn treten. Der Wiener Rabbiner Isaak b. Moses erklärte sich für die liturgische Zulässigkeit jeder Bibelübersetzung (Or Sarna, Ker. Schema Nr. 12). Diese Allsicht drang aber nicht durch; vielutehr erklärt R. Mardechai Jafe im 16.. Jahrhundert: אבל בלשון לעו ב״ע לא יצא (Lewttsch ha-Ehur 285, 2): So kam cs, daß überhaupt die aramäische Sprache, welche der Talmud als profane Sprache bezeichnet (Ber. 40, 6), der hebräischen an die Seite gestellt ivird, indem nach R. Moses Jsserles beide vom Sinai gegeben wurden (Eben ba-Ezer 120, 1. vrgl. Ehok Jak. zn O. Eh. 434, 11)! Die jüdischen Schriftsteller des Mittelalters gebrauchten das Aramaische nicht nur in ungebundener, sondern auch in gebundener Rede; wir erinnern nur an die poetischen Vorreden R. Serachja ha-Levi'S nnd R. Moses b. Nachman'ü znm Maor nnd Milchamoth, nnd an daö dreispra chige Gedicht Alcharisi's. Durch den Sohar ivttrde das Aramäische die diplomatische Sprache der Kabbalisten. Für das grammatische Verständniß derselben geschah aber von jüdischer Seite nichts, wiewol es ein Jude, Ginseppe Gallo, war, welcher den ersten nach Europa gekommenen Syrern durch seine Kenntni'ß des Ehaldäischen als Dolmetsch diente. Inda Jeitteles in Prag gab 1813 die erste aramäische Grammatik heraus; dieselbe wurde aber wenig beachtet. Anregender, weil in fortgeschrittenerer Zeit erscheinend, wirkte 1830 Lnzzatto's PhilorennS, wiewol derselbe keine eigentliche Grammatik enthält. (Schluß folgt.) Szegedin, Leipzig, ZcUiüvcrlag der Nedulttion. Lommissious-Oerlag von Lrnn! Wagner. Druck votl Sigmund Burger tu Szegedin. Hierzu ein ganzer Bogen Beilage.