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Ben Chananja · 1866-09-05 · 36 (5.9.1866) · page 3

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Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
36 (5.9.1866)
Date
1866-09-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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637 638 A. E. Berlin, Ende August. Die Anfangs ans Freitag, den 7. September, Abends anberaumte Einweihung der neuen Synagoge findet schon am 5. d. M. Statt. Maßgebend war bei dieser Abänderung das Bedenken, daß durch die Rückfahrten eine öffentliche Entheiligung des Sabbaths veranlaßt werden dürfte. Seine Majestät der König nnd die hier anwesenden Mitglieder der königlichen Familie wurden am 22. d. M. zu der Feier durch eine Deputation geladen, die ans den Herren Kommcrzicnrath Philipp Liebermann und Stadtrath Meyer Magnus bestand. Z. S- A. Njhelft , 31. August. In dem Ehaßidäer - Prozesse wurde auch der Vorsteher der hiesigen Gemeinde vernommen, der mit beredten Worten Partei für die Sache der Aschkcnasim ergriff. Das verlangte Gutachten wurde von den! hiesigen Oberrabbi nicht abgegeben, nachdem dieser ans persönlichen Gründen es für angemessen fand, dem ganzen Zerwürfnisse ferne zu bleiben. Der Vorsteher der Ehaßidäer konnte den Rechnnngsauswcis über Verwendung der Gelder nach dem heiligen Land nicht geben. Herrn Josef Weinberger, Vertreter der Gemeinde in dieser Angelegenheit, wurde von seinen Glaubensgenossen nnd den vornehmsten Männern ver Gemeinde wegen seiner uneigennützigen Verwendung in dieser für die Kultusgemeinde so wichtigen Angelegenheit ein Dankschreiben übermittelt. Arad, 29. August. Wir hatten vergangenen Samstag Gelegenheit, einer schönen Familienfeier beiznwohncu, der Konfirmation des Sohnes eines unserer geachtctesten Gcmcindcmitgliedcr. Nachdem der Bar Mizwa Samitd Klein in der Synagoge die Hastara mit lauter Stimilie auf das kor- Atteste verlesen hatte, versammelte sich nach beendigtem Gottesdienste eine außergewöhnliche Menge aus allen Klassen nnd Schichtcil in dem elterlichen Hause, nm den glücklichen Eltern ihre Theilnahme zu bezeugen. Der Vater des Konfirmanden, Herr Mori; Klein, von armen Eltern abftammcnd, hatte ach vom unbedeutenden Krämer blos durch seine außerordentliche Energie und Thätigkeit, sowie durch die strengste Ehrenhaftigkeit und Rechtlichkeit des Eharakters zlt einem der bedeutendsten Kaufleutc in unserer Stadt nnd;u einem hervorragenden Mitglied,: unserer Gemeinde nach nnd nach hinanfgeschwnngen. Es war also nicht zu vcnvuudern, daß jeder an den vätcr- Uchen Freuden dieses Mannes, der als Gemeindercpräseutant sowol, als auch als Anöschußmitglied fast aller huiiianitärcn Vereine unserer Gemeinde nicht nur seine rastlolc persönliche Thätigkeit, sehr oft mit Hintansetzung seines ausgebreiteten Geschäftes, dein Gemeiudewohl widmet, sondern auch zu großen Geldopfern stets sich bereitwillig zeigt, wo cs gilt, edle Zwecks zu fördern, die wärmste nnd innigste Theilnahme an den Tag zu legen sich beeilte. Die mit Herz und Gefühl, sowie mit männlichem AnSdrncke vor׳ getragene Ansprache des Koilsirmanden an seine Eltern nnd die versammeltcn Gäste, sowie das mit rührender Innigkeit ans vollem Herzen ströinende abgelegte Glanbenübekentttniß verfehlte auch nicht, ans die versammeltc Menge den tiefsten Eindruck zu machen, und gab anch Herr Oberrabbiner Steinhardt in einer zum Schluffe gehaltenen Ansprache an den hoffnungsvollen Jüngling den Gefühlen der Anwesenden den entsprechendsten Ausdruck. Daß die Feier dieses Tages von dem beglückten Vater anch durch reichliche humane Spenden die würdigste Weihe erhielt, brauchen wir nicht erst ailSznsprecheu. Bei einem Nachmittags veranstalteten Mahle gab de!- reich taleutirte Jüngling glänzende Proben seines Mufiktalentes auf dem .Klavier, nnd er sowol, als anch der sich ebenfalls prodnzirende junge Künstler, Herr Bela Hüß, ivurden für ihre überraschenden Leisnulgen mit rauschenden Eljens belohnt. Schulwesen. Z. Arad, Ende August. Die heiße Woche unserer Schuljugend ist iinir vorüber, und so mancher junge Kämpe für Lehre nnd Wissenschaft ist ruhmbedeckt ans dem diesjährigen Schnl-Feldznge heimge-!ehrt und weidet seinen stolzen Blick an bm geistig eroberten für ihn nnschätzbaren Trophäen — aber anch die Feldherren dieser jungen Schaaren haben nicht vcrsänmt die Tüchtigkeit ihres Operazionsgeistes an den Tag zu legen lind das ihnen geschenkte Vertrauen abermals zu befestigen. Mit dem 27. d. waren also die Prüfungen an unsere Hanpt-Unterrealimd Mädchenschule beendet, welche volle 8 Tage gedauert und sich die größte Zufriedenheit des Publikums und der S a ch v e r st ä n d i g e n erworben haben. Unsere subjektiven Ansichten geben wir hieiuit ,licht ab, reprodnziren aber die bei Gelegenheit der Prä,nienvertheilnng an, 28. d. öffentlich gemachte Aenßernng unseres unermüdlichen, verdienstvollen Präses, Herrn Josef Hirfchmann. In seiner Ansprache sagte Herr Präses beiläufig folgendes: ״Beide Anstalten, die Knabennnd die Mädchenschule, haben miteinander gewctteifcrt, beide haben glänzende Resultate an den Tag gefördert, doch besonders hervorgehoben zu werden verdienen die 3. nnd 4. Mädchenklasse nnd in diesen die Resultate in der ungarischen Sprache." Und in der That hat die Mädchenschule, wo ehedem die ungarische Sprache in der 4. Klasse gar nicht, in den übrigen aber bloß in 2 Stunden wöchentlich vertreten war, seit der Anstellung des Herrn Neumanu an dieser Anstalt, auf diesem Terrain einen solchen Aufschwung genommen, daß die Schülerinnen der oberen Klassen die schwierigsten Fragen ans der vaterländischen Geschichte nnd Geografie mit der größten Sicherheit nnd Gcwandheit in der ungarischeu Sprache zu beantworten im Stande sind. Dafür spricht auch der Umstand, daß diese Anstalt seit ihrem Bestehen nie so fregnentirt war, wie in den jüngsten Jahren. 8. Hh. Prag. Wie alljährlich, fanden auch Heuer die Prüfungen an der öffentlichen Hauptschule des Herrn I. Frey, in Anwesenheit zahlreicher Gäste, am 30-ten und 31-ten Angnst statt; der Erfolg derselben hat nicht nur den gehegten Erwartungen und Anforderungen, die man an ein solches Institut stellt, entsprochen, sondern dieselben bei weitem übertroffcn; die Antworten der Kinder waren so erakt , so präcis, daß die anwesenden Eltern sichtlich erfrent irnd überrascht waren. Herr Frey, Leiter und Direktor dieser Anstalt, als tüchtiger Pädagoge in den wettesten Kreisen bekannt, verdient unsere wärmste Anerkennung, da er keine Opfer nnd Kosten scheut, seine Schule, welche vom k. k. StaatSministerinm lant Erlasses vom 30. Mai 1863 das Recht der Oeffeutlichkrit und der Ausstellung staatsgültiger Zeugnisse erhielt, zu heben und zu fördern. Gewissenhaft in der Wahl seiner Lehrer, welche sämmtlich moralische, tüchtig gebildete nnd geprüfte Hauptschullehrer sind, steuerte Herr Frey jener rügeuswcrthen Einseitigkeit, die sich an manchen Schulen bemerkbar macht, indem in der erwähnten Anstalt alle n Lehrfächern gebührende Aufmerksamkeit geschenkt nnd in jeder Beziehung Rechnung getragen wird. Lant Programmsausweis betrug Heuer die Zahl der Schüler an diesem vortrefflichem Institute 197; möge dasselbe weiter blühen nnd gedeihen! Wohlthätigkeit und WohllhätrgkeitSanstalte». Pest, im Angnst. Gestatten Sie frenndlichst, hochgeehrter Herr Redakteur, daß ich Ihr viel gelesenes Jouriial dazu benütze, allen Jenen meinen wärmsten Dank abznstatteii, deren Freigebigkeit mich in den Stand gesetzt hat, den Hinterbliebenen eines verdienstvollen Mannes zu einer wenn anch nicht sorgenfreien — so doch vor Noth geschützten Eristenz zn verhelfcn. Nicht die Gabe an sich, aber die liebevolle Pietät für die Leistungen eines Nebenmenschcn ist es, die diesen Akt der Wohlthätigkcit ganz besonders anüzeichnct. Zugleich erlaube ich mir, jenen geehrten Herren meinen innigsteir Dank anszildrücken, die mich bei dem Liebeöwerke durch persönliche Bemühnng unterstützt haben. Es sind dies die Herren.- Ignaz Bleuer, S a nt. Buchbinder, Friedrich Ianowitz, A n g!1 st K e r!>, M. S ch tv a r z, Paul T e n c z e r und Prof. W e n i n g e r. An Beiträgen spendeten die Herren: S. W. Schoßbergerger de Tornya nnd Söhtte, Se. Hohwürdeu Rabbiner Abraham Hochmnth in Veßprim, S. Euoch Kern Söhne, Bernhard Blum, Jakob Kerns Erben, Alois Straffer, Ignaz Deutsch nnd Sohn je 50 fl.; Brüder Fischl 40 fi.; Famitte Jannovitz 35 st.; Ignaz I. Mandl, Karl Rens!, Nikolaus Gottesmann, Salonwn Herz, Gerson Spitzer, Hermann Herzfelder nild Söhue, Karl und M. G. Ullmann, Will). Gyömröi, Sam. F. Goldberger und Söhne, Mori; Gold, Leopold Fischl je 30 fl.; Dr. Heinrich Pollak, Baruch Hollitscher nnd Söhne, M. I. Hollitscher nnd Sohn, Heinrich Lüvay je 25 fl.; Heinrich Stein, Hermann Brachfeld, Franz B. Weiß, Frau Frauziska Kern, die Herreil Franz A. v. Jalics, Dr. H. Rudolf Fuchs, Lorenz Schtvab, Professor Weninger, Moriz Munk, I. I. Eohen, Wahrurail» nno Sohn, Alerander Wahrmann, E. L. Postier, Ignaz Leopold, Julius Wolfncr und Komp., M. L. Herzog und Komp., Ignaz Brüll, Rnst und Müller, I. Nathail Stein nnd Sohn, Jakob Pollak nnd Söhue, H. irnd M. Rechtuitz, Gabriel und Josef Deutsch, Brüder Singer, Heinr. Brüll und Söhne , Franz Popper, Anton D. Herzl, Gebrüder Svitzer, Jgilaz Bleuer, Jehuva Wahrmann je 20 fl.; Szarvasy Sündor, S. Deutsch, Heinrich Ellenberger je '45 fl.; M. A. Weiß, Johauil Mandl, Sam. Hirsch und Sohil, Perilleö, M. Wotzasik. Albert Kern und Komp., Eduard Freibauer, Mar

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