Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 35 (29.8.1866)
- Date
- 1866-08-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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90 94 הפקעת הלואתו. Von Bezirkzrabb. Dr. Grünebäum zu Landau. Gern. b. B. Kama fol. 113. in der in unseren Ausgaben defecten, durch Alphas!, R. Ascher, Khesef Mischna (ad Maim. von dem Raube und V. 5, 11.) leicht zu ergänzenden Stelle wird auf die Mischna Ned. 3, 4. נידרין .. 0״yN להרגים להרמין ולמכסין שהיא תרומה שהן של בית המלך אע״ם שאינן של ביח מלן von dem Ausspruche Samuels: ריכא דמלכוחא דינא in Bezug auf מוכסין gefragt und durch Rah. Asclii beantwortet: במוכס נכרי d. h. ein lieidniseher Zöllner, der willkürlichen, nicht gesetzlichen Zoll erhebt (8. Mag. Misch, zu Maim. 1.1.) in welchem Falle eine Täuschung des Heiden gestattet sei, wie auch R Akiba in einem gewissen Falle, sofern keine Entweihung des göttlichen Namens zu befürchten stehe, zugegeben habe. Dies wird aber mit R. Akiba’s eigener Lehre: מנין לגזל נכרי שהוא אסור ח״ל אחרי נמכר גאולה תהיי לו י ש לא משכנו ויצא יכול יגגום עליו ת״ל והשב עם קונהו ידקדק עם קונהו wornach also jede Täuschung der Heiden verboten sei, in Widerspruch gefunden, worauf Raba sagt: ל^ קשיא כאן בגזלו וכ^ן בהפקעת הלואתו. Raba will offenbar sowol die Täuschung des willkürlichen heidnischen Zöllners, welche Rah Aschi gestattet, als die Täuschung, welche Rabbi Akiba in dem angeführten Falle zulässt, damit rechtfertigen, dass er sie הפקעת הלואתי nennt, und damit, zugleich den scheinbaren Widerspruch, der in diesen beiden Fällen mit der angeführien Lehre R. Akiba’s trägt, lösen. Was heisst nun der letzte Ausdruck Raba’s? Raschi erklärt: בהפקעת הלואחו ש^ין גזל ממש שרי כי ייבא הלול השם כגון היכא דטען ליי ליורש נתתי לאביך ומת דלא ירע נכרי בהריא רמשקר. Gegen diese Erklär rung spricht aber einmal, dass damit der Ausdruck gar nicht erklärt wäre: ״eine Täuschung seines Darlehens, während er ein solches gar nicht gemacht haben soll; sodann dass das doch gewiss eine sehr grobe. Täuschung, ja ein כאן בגזלו כאן בהפקעת חלוצתו verwischt sein würde; endlich drittens, dass dieses offenbar gerade der Fall ist, den R. Akiba verbietet, der sicher sein Verbot nicht auf die Abrechnung des Sklaven mit seinem Herrn beschränkte, sondern auf jede ähnliche Abrechnung ausdehnen wollte, und also nur die angestrengte Lösung dieses Theils der Frage gar nicht erreicht wäre. Um letzteres noch deutlicher einzusehen, müssen wir die Lehre R. Akiba’s über Abrechnungen mit. Heiden näher ins Auge fasssn. Das Wort יגלם erklärt Raschi: 'ינוה את הנכרי לכפל ולהוסיף ולתבוע מה שיא נתן. Aber schon Tossaphoth bemerken mit Recht zu dieser Erklärung: dass es dazu, dass man sich von Heiden nicht betrügen lassen müsse, keines Verses bedürfe, und erklärten es daher mit Hinweis auf Aruch: כול יגלום עליו את הכושי ויתן לו סהות ממה שנתן לו Aruch sagt einfach: עלום החשבון, und nimmt damit offenbar das Wort in dem Sinne von 2 Kön. 2, 8. zusammenwickeln (—lat. glomus, glom-erere) so dass der Sinn wäre: dass es dem Israeliten verboten sei, die Rechnung zu ״vermitteln“ (das Wort scheint auch Raschi mit der Paraphrase יכפול in diesem Sinne aufgefasst zu haben), und dadurch die Heiden zu verwirren und zum Irrthum zu bringen. Nach dieser einfachen, einzig richtigen Erklärung leuchtet also ein, dass nach R. Akiba jede Täuschung des Heiden in Rechnungen oder dd. gleichviel in welcher Form verboten sei, und. dass daher Raschi’s Erklärung und alle darauf gebauten gesetzlichen Bestimmungen unmöglich richtig sein können. Jeue Erklärung aber ist um so mehr die einzig riehtigo, als dadurch allein R. Akiba’s Ausspruch hier mit seinen anderweitigen, unbestreitbaren Lehren, welche die volle Rechtsgleichheit auch den Heiden gegenüber proklamiren, in Einklang steht (cf. Thorath Kboh. Ked. 4, 12. das. Anfang dieses Abschnitts die wahrhaft glühende Begeisterung für das strengste Recht — man darf nicht vergessen, dass der Grund zu Thorath IChoh. von R. Akiba gelegt״ wurde — Mechil. Par. ויהי בשלה c. 6. Bercsch. Rabba Absclin. 24. Jalkut s. 40). Es kann demnach um so weniger einem Zweifel unterliegen, dass Raba eine Täuschung der Heiden, selbst mit der Einschränkung, wie sie Spihthe Khohen zu Chosch. Mischp. 348 sig. 3. anführt, nicht gestattet haben konnte. Auch Maimonides Mischna - Kommentar Khelim 12, 7. tritt gerade dieser Ansicht ausdrücklich und aufs allerentschiedenste entgegen, (הל׳ גזלה ואבדה ד׳ הי steht er mit sich selbst im Widerspruch). Es scheint mir daher, dass man in Raba das Wort הפקעת mit העקסת verwechselt, vielleicht so gelesen und demgemäss erklärt habe, ohne weiter auf den Widerspruch, der darin mit R. Akiba’s Lehre liegt, weiter zu achten. Raschi führt in der That nur ולהבריח המכס הוי כהפקעת הלואתו an, ohne auf R. Akiba weiter Rücksicht zu nehmen. Das letztere heisst nun allerdings täuschen—עקב, nicht aber der erstere Ausdruck, wie offenbar gelesen werden muss. Im T. der. Lukka 5, 3. zu der Mischna נביאי מכנסי כהני ם ומר,מורי הון היו מפקיעין ובהן היו מרליקין wird dieser Aus-, druck mit מפשילין erklärt, welcher das Herausziehen der Fäden aus den Leinen-Gewändem bedeutet, um Dochte daraus zu drehen (s. קרבן אהרן z. St., also nicht wie Raschi, es mit בקע parallelisirend, was zwar in gewis-