Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 35 (29.8.1866)
- Date
- 1866-08-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2542917-2543175-2543210--4952-2548999- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
91 92 denselben einen jungem Ursprung• zu geben. 10. הגבורה Macht (Sabb. 87, a. Erub. 54, b. Makk. 24, a). Schon Buxtorf führt die Vergleichung mit (Matth. 14, 62) an, dagegen bemerkend, dass der Ausdruck daselbst elliptisch sei, und mit rov dtov ergänzt werden müsse (Lex. 385). Aber selbst in diesem Falle ist die Analogie lehrreich. Die Kabbatisten nennen die fünfte Sefira: Gewura. Die Phrase כלפי הגבורה wird in Bezug auf den Dekalog auch von dem Karäer Nissi b• •Noach gebracht (Pinsker Likk. Kadm. Nissp. S. 3). 11. כביביל Dieser sprachlich schwierige Ausdruck kommt nach einer Leseart auch in der Mischna (Sanh. 6, 5) vor. Raschi erklärt denselben an verschiedenen Stellen (Chag. 13, b. Joma 3, b. Meg. 21, a). Nach Elias Levita muss ״,כביבול) gelesen werden. Maimonides hat sich in der angeführten Mischna eine sehr kühne Emendation erlaubt, weil ihm der Anthropopathismus zu stark schien. Was die Mischna der Schechina in den Mund legt, lässt er nur als den Ausdruck der öffentlichen Meinung gelten. Er muss also auch das הנזקים gestrichen, und ein anderes Wort dafür gesetzt haben. In uusereren Editionen wurde die Ungeschicklichkeit begangen, dass שנינה stehen blieb, so dass der Kommentar den unmittelbar über demselben stehenden Worten geradezu widerspricht!ד) 12. רהנלן der Erbarmer. In der babylonischen Gemara ist רהמנא der häufigste Ausdruck für das göttliche Wesen; seltener kommt er in der jerusalemisehen Gemara vor (B. Mez. 2, 5). Diese Bezeichnung wurde auch in Eulogieen als Nennung des göttlichen Namens (הזברה השם) betrachtet und fanden es die Schriftgelehrten mindestens theilweise gentigend, wenn man folgendes Tischgebet sprach: ״Gelobt sei der Barmherzige, der Herr dieses Brodes!“ Dieses kurze Gebet musste nicht hebräisch gesprochen werden; man sprach es im Volksdialekte (Ber. 40, b). 3 ל. Dukes, Spr. tl. Mischna S. 84. Geiger übersetzt: ״als spräche mau von Einem, bei dem so etwas möglich wäre (Ztschrft. V. S. 271).״ ל Dei den älteren Karäern, deren Werke mir zugänglich sind , erinnere ich mich nicht, den Aus• druck Schechina gefunden zu haben. Aron b. Elias der Nikomedier hat כלפי השבי (Ez. Cimjj, S. 141): eine Phrase, deren sich rabbinischo Sei,rillsteller nicht bedienen. Diese Namen sind sprechende Zeugen, dass der jüdische Partikularismus, von welehern christliche Dogmatiker 80 oft sprechen, in der talmudischen Zeit auch nicht dominirte. Die Namen haben offenbar durchaus universalen Charakter, und in den Eulogieen wird das göttliche Wesen nicht als ״Gott Israels“, sondern als ,.Gott der Welt“ gepriesen. Dieselbe universale Bedeutung haben auch die Ausdrücke הי העילכלים (Vgl. Dan. 4. 31) und יחידו של עולם! Bei der Lehre von den Eigenschaften Gottes wird auf die biblische und nachtalmudische, namentlich maurische Zeit Rücksicht zu nehmen sein, um den dogmengeschichtlieben Verlauf zur klaren Erkenntniss zu bringen. Die Analogieen, welche die Kirchenväter bieten, dürfen natürlich nicht ausser Acht gelassen werden. So konnte sich, um nur ein Beispiel anzuführen, Tertullian keine Realität ohne Körper denken; er sagt daher: ״Wer wird leugnen, dass Gott ein Körper ist, obgleich Gott ein Geist ist? Auch der Geist ist ein Körper seiner Art in seiner besonder!! Gestaltung (Neander, Antign. 8. 450).“ Die sögenannten Anthropomorphiten lehrten offen, dass sie sich Gott nur in einer menschenähnlichen Gestalt denken können, und auch der Verfasse!- der Klemcntinisehen Homilien ist ein eifriger Vertheidiger der Menschengestalt, und damit auch der Oertlichkeit Gottes (Hom. 17,11). Erst die Alexandriner haben den strengem Begriff von der Immaterialität Gottes festgesetzt, und auch die Vorstellung von einem ätherischen Körper ausgeschlossen. Die Karäer nehmen keinen Anstand, nicht nur in Ansehung der Rabbaniten, sondern auch innerhalb ihrer eigenen Sekte rücksichtlich der Schechina und der Engel einen dogmenge- Schichthöhen Prozess anzuerkennen (Dod Mard. 4. Absohn.). Die Darstellung der wahren histerischen Entwickelung wird auch hier die unduldsame Polemik zum Schweigen bringen, und den allegorisch. Spielereien ein Ziel setzen. Mit diesen Andeutungen ist die talmudische Lehre von Gott und Gottes Eigenschäften bei Weitem niclif erledigt. Wir wollten nur die Aufgabe stellen, und auf den Weg zu deren Lösung kinweisen. Hoffentlich werden die gediegenen, die Lösung vollendenden Arbeiten nicht lange auf sich warten lassen.