Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 35 (29.8.1866)
- Date
- 1866-08-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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89 90 jüngern Ursprung zuschreiben wollte, so stammt doch השיבנו und סלח לנו אבינו gewiss aus vorchristlicher Zeit. Im Talmud kommt der Ausdruck häufig vor (Ber. 32, b. und sonst). 6. מלך־ מלכי המלכים, König der Könige der Könige, kommt in der Regel nur in Verbindung mit הקב״ה vor, (Ab. 3, 1. 4, 22. Beracb. 28, b), um die Emphase zu erhöhen. Die Bezeichnung: Gott der Götter und Herr der Herren kommt schon im Deuteronomio und in den Psalmen vor (5 M. 10, 17; Ps. 136, 3). Der Bezeichnung König bedienen sich zumeist die Psalmen, doch begegnet man derselben auch bei den Profeten (Jesaj. 6, ö. 33, 22; Jerem. 10, 7. 10. und sonst öfters; Zech. 14, 9. 16). Nach der Entstehung der grossen asiatischen Reiche musste diese Be- Zeichnung eine Modifikation erfahren. Die Beherrscher dieser Reiche nannten sich nämlich Könige der Könige. Diesen Titel führte der Babylonier Nebukadnezar (Ez. 26, 7. Dan. 2. 37) und der Perser Artaxerxes (Esra 7, 12), und ist derselbe noch jetzt in grossen asiatisehen Reichen üblich. Zu den Belegen die für den Gebrauch des Titel’s aus alten Schriftsteilem angeführt werden (Lengerke Dan. 8. 60. Anm. 8) kommen noch die Keilinschriften, in denen sich Darius König der Könige nennt (Ztschrft d° DMG. 12, 270. 16, 43). Hieraus erklärt sich leicht, weshalb man sich in Bezug auf das höchste Wesen mit dem Namen König der Könige nicht begnügen konnte. 7. רבונו של עילם, Herr derWelt (Taan. 3, 8). Diese Bezeichnung, die im Talmud und in den Midraschim sehr häufig gebraucht wird, kommt nur als Apostrofe in Gebeten vor. רכון ist bekanntlich die ,Thargumübersetzung des hebräischen אדון , und wird letzteres, wo es sich auf das göttliche Wesen bezieht, zuweilen mit רבון עלמא übersetzt (2 M. 23, 17). Eine volkstümlichere Form dafür ist מדיה דעלמא. Als Bezeichnung Gottes kommt מר schon im Daniel vor (2, 47; 5, 23). In Verwunderung pflegte man auszurufen: Herr Abrahams (Kethub. 2, a)! R i b b 0 n i (mein Herr) steht• auch schlechthin als Anrufung Gottes (jer. Ber. '4, 2). 8. קנח Der Schöpfer (Kidd. 4, 13.) Dieser biblische Ausdruck, der aber in der Bibel nur in Verbindung mit ״Himmel und Erde“ gebraucht wird, steht in den talmudisehen Quellen schlechthin als Benennung Gottes, jedoch nur in Verbindung mit Suffixen (S. Erub. 41, b). Schon die ältesten Gebete haben קנה הכל für das gewöhnliehe בורא. 9. שכינה (Ab. 3, 2. 6). Diese Bezeichnung wird gewöhnlich als aus der Bibel stammend angesehen: das Wohnen, die G egen wart Gottes. Man könnte vielleicht gegen die Anführung der ״Schechina“ unter den Gottesnamen der talmudischen Zeit Bedenken erheben. 5) Jedenfalls wird aber die talmudische Dogmatik in dem Kapitel von Gott auf die Erläuterung des Begriffes selbst eingehen müssen. Man hat die Lehre von der Schechina mit den Worten in Zusammenhang gebracht, welche Josefus dem Könige Salomo in den Mund legt: ״Ich flehe zu dir, dass du einen Th eil deines Geistes immer im Tempel w 0 hneu (unoixr^ai) lassest, damit es scheine, als seiest du auch auf Erden (Alterth. VHI. 4, 3)." Ferner wurde an folgende Erzählung des Josefus erinnert: ״Am Pfingstfeste traten die Priester in der Nacht ihrer Gewohnheit nach ins innere Heiligthum zum Gebete, und hier vernahmen sie laut ihrer Aussagen zuerst nur Rauschen une Getöse, dann aber den tausendfachen Ruf: Lasst uns von hinnen ziehen (V. jtid. Kr. VI. 5, 3)“, womit auch Tacitus übereinstimmt: audita major humana vox excedere Deos (Hist. V, 13).“ (8. Echa R. Ein!. 55). Buxtorf vergleicht das ™ף<1!ז der Apokälypse (21, 1). Unter den mittelalterlichen Religionsfilosofen fasst Maimonides den Ausdruck (More 1, 25) abstrakt 6 7), während Jeh. ha-Levi an mehreren Stellen des Kusari und Nachmauides ah einer realen Auffassung festhalteu. Dogmengeschichtlich ist der Begriff noch nicht behandelt worden.ד) Nachstehende Namen kommen zwar in der Misnhna selbst nicht vor, ohne dass jedoch die geringste Berechtigung vorhanden wäre, ' 5J Zun7., Gottesd. Vortr. 164. Anm. f. Grünbaum in der Ztschrft. der D. M. G. 16, 404. 5) Diese abstrakte Auffassung findet sieh sehen im M. Kommentar Sanh. 10, 1. Sonst weicht Naim, den! Worte Schechina absichtlich aus Im Kommentar 7.11 Aboth 3, 2. führt er eine Talmudstelle ohne weiter: Bemerkung an. Im Mischne Thora kömmt, 60 viel mir erinnerlich ist, der Ausdruck gar nicht, vor, und wird er auch dort umgangen» wo die bezüglichen Talmudstellen angeUihrt werden (S. z. B. Jess. ha- Thora 7, 1). Hieraus erklärt sich die Weglassung der Schechina bei Aufzählung der Attribute, die, dem zweiten Tempel fehlten (Betli ha-Bech 4, I). R. •los Karo bemüht sich vergeblich, die Differenz zwiscln n Maim und dem Talmud auszugleichen. 7) S. Scham. Chadasch. v. Abravauel 43 ft. 6 *