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Ben Chananja · 1866-08-29 · 35 (29.8.1866) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
35 (29.8.1866)
Date
1866-08-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Beilage zu ״Ben Chananja“ Nro 35. 1866. «■*) des wissenschaftlich-talmudischen Vereins. Dem Vereine sind Ms zum 25. d. M. neuer- ■dings beigetreten: Herr Rabb. Dr. H. J 61 0 wi c z in Königsberg in Preussen. Herr Rabb. Dr. Stein in Prag. Dogmatische und dogmengeschichtliche Studien. ' 1. Die tnlnmdisclic Reine vom göttlichen Wesen. Eine Aufgabe. Bart010cci ist bekanntlich in seiner Bibliotheca magna rabbinica, welche zum Theile hebräisch abgefasst ist und auch den hebräischen Titel Kirjath Sefe.r trägt, nicht immer bei seinem literarhistorischen Gegenstande geblieben. Vielmehr unterbricht er sich selbst nicht selten, um verschiedene Ex- Kurse in sein Gelehrten-Lexikon einzuweben, welche zu dem Autor, unter dessen Namen sie Vorkommen, oft nur in sehr loser Beziehung stehen. Im ersten Bande der Bibliotheca kommen dreiunddreissig sölche Ex- Kurse vor. Der 27. Exkurs trägt die Heberschrift: Dissertatio de Deo, seeundum id quod sentiunt Rabbini Talmudistae. Wem die Bibliotheca nicht zugänglich ist, der wird gewiss nicht errathen, dass dieser Dissertatio unter dem Artikel ״Bechaji oder Bach je b. Ascher" ein Platz eingeräumt ist. Der Artikel beginnt 8. 504 und reicht bis S. 644; er umfasst mithin mehr als 70 Folioblätter, welche zumeist (552—642) den talmudischen Anschauungen von Gott gewidmet sind. Dieser in 20 Paragraphe gotheilte Ex- Kurs war und ist eine reiche Fundgrube flir judenfeindliche Expektorationen, und erst in neuester Zeit hat sich ein judenfeindliches Blatt nicht entblödet, mit einigen Paragraphen Bartolocci’s vor sein Publikum zu treten! Der erste Band der Bibliotheca erschien in Rom im Jahre 1675. Unter den demselben vorgedruckten Lobgedichten befinden sich zwei gleichen Inhaltes in hebräischer und lateinischer Sprache von einem Juden, Namens M 0ses de Cavi, welcher als Professor beider (?) Sprachen bezeichnet wird. Man wird von diesem jüdischen Professor in Rom anno 1676 sehr überrascht! Sein hebräisches Gedicht muss aber als höchst verunglückt bezeichnet werden. Ob ausser Moses de Cavi auch andere Juden von dem Werke Bartolocci’s Notiz nahmen, ist uns nicht bekannt. Unter den damaligen Kulturverhältnissen hätte dies jedenfalls nur in Italien und in Holland geschehen können. Der erste, der die talmudische Gotteslehre nach dem Erscheinen der Bibliotheca vertheidigte, war ein Italiäner: Abraham C h a j j i m Vi t e r b 0, einer der Rabbiner V enedig’s. Er schrieb aber seine apologetische Abhandlung, welche zum ersten Male 1854 von Eliezer Aschkenasi im Ta'am Zekenim veröffentlicht wurde, nicht gegen Bartolocci, sondern gegen Paul Medithasi (מידיתשי), einen Juden, der, vielleicht in Folge des sabba-. thäischen Schwindels, zur katholischen Kirche übergelleten und Priester geworden war. Der Konvertite hatte vorzüglich die bekannte, auch von Bartolocci angeführte Tefillin-Stelle (Ber. 6, a) heiworgehoben. Viterbo erwidert ihm, dass auch in der Schrift anthropomorphische Ausdrücke verkommen; dass die Geistigkeit Gottes den Lehrern der talmudischen Zeit nicht unbekannt war; und dass die bezügliche Stelle allegorisch aufgefasst werden müsse. Diese Stelle ist nun bekanntlich bis auf die neueste Zeit auf mannigfaltige Weise gedeutet worden. Zu einer eingehenden wissenschaftlichen Behandlung der talmudischen Gott es Ich re im engeren Sinne hat man sich aber bisher nicht entschlossen, wiewol es hierzu weder an äus- •) 8. die Beil, zu Nr. 2. 5. 11. 17. 25.

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