Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 34 (22.8.1866)
- Date
- 1866-08-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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619 620 Meisterschaft. De» Chor dirigirte Herr pdil. Dr. Mor. K l e i n m a » n, die. Begleitung, — eö war eine Phishürmonika in die Synagoge gebracht worden, — übernahm Herr jur. Kand. Tobias L ö w. Die Ordnung ließ nichts zu wünschen übrig, und verdient der nmstchtövolle Eifer der Herren Synagogenvorsteher nnd Synagogenkommiffärc mit besonderer Anerkennung belob t zu werden. Besonder» Dank verdient der städtische Oberkommissär, Herr Ferdinand Kemändy, welcher aus freien Stücken dazu beitrug, Ordnung nnd Ruhe in der Umgebnug der Synagoge zu erhalten, was bei dem nngchcnren Andrange der Bevölkerung gewiß nicht überflüssig war. , Hf. Pest, 19. August. Unser Gemcindcvorstand wurde vom ״Hilftkomitü für verwundete Soldaten israelitischer Konfession in Wien" znr Theilnahme an diesem Vereine anfgefordert; es hat jedoch derselbe diesem Wunsche nicht entsprochen, da er cö vermeiden wollte, hierdurch den Schein des Separatismus auf sich zu laden. Wir billigen vollkommen diese Ansicht der Dinge und finden hierin eigentlich nichts, als eine Konsequenz jener Präzedenzfalle, da man sich z. B. auch gegen die korporative Betheilignng an den Geldspenden bchnft festlichen Empfanges Ihrer Majestäten verwahrte, wobei jedoch der Gemcindcvorstand trotzdem aus eigenen Mitteln eine beträchtliche Summe den! Magistrate zur Verfügung stellte, die Gelder einer N c l i g i v n sgemeinde jedoch hierzu nicht verwenden zn dürfen glaubte (wie seiner Zeit auch in diesen Blättern berichtet wurde); oder als man noch vor ganz kurzer Zeit — nnd zwar damals in Ucbereiustimmnng mit der Wiener Gemeinde — jenen beschämenden Borschlag eines obskuren Zndividnnmö mit Indignation znrückwies, der wol auch an Patriotismus nnd Opfcrwilligkeit appellirte, aber am besten dazu getaugt hätte, unsere Jsolirtheit in ein recht grelles Licht zn setzen. So rühmenswcrth auch das menschenfreundliche Motiv ist, dem der obige Verein seine Entstehung verdankt, so sehr sich hierin auch der bekannte Wohlthäti'gkcitösinn der Wiener Gemeinde anft Neue bethätigt, so hat unser Vorstand doch sehr wohl gethan, die .Betheilignng an diesen Zwecken zu versagen. Denn in ihrem Kreise erfüllt auch die nnserige würdig die Pflichten -einer Großgemcinde und haben überdies noch ihre Mitglieder als Privatleute dem Mitleidc mit den Verwundeten gebührenden Tribut gezollt; wo aber unser Spital den Hilfsbedürftigen geöffnet wurde, wo die zahlreichen.Spenden verabreicht wurden, ohne nach Tauf- oder Geburtsschein zu fragen, dort dürfte, glauben wir, diese spaltende Unterscheidung nicht mehr am Platze sein. Wir theilcn daher auch Dr. Jellineks Ansicht nicht, die derselbe nnlängst in einem Wiener Blatte anssprach, für die Zwecke jenes Vereins eine Lanze brechend. Und wenn er schmerzvoll ansmft: Wo sind die Stiftungen und Vereine, die ihr zilm Besten der jüdischen Soldaten oder seiner Witwen nnd Waisen gemacht habt? so können wir nur wieder mit einer Frage ant- Worten: wo sind jene für Soldaten katholischer Religion? wo die für die Nichtilnirten, Evangelischen und Neformirten? Im gewöhnlichen Leben läßt man nns noch leider sehr stark fühlen, daß wir ein a n s g e w ä h l t e ö Volk sind und sehen wir nns auf jedem Schritt durch Schranken der Einrichtungen des Vorurtheils und der-Mißgunst in eine Sonderstellung gedrängt, von unseren Mitbürgern srenid gehalten nnd auf uns selbst angewiesen; daher unsere Wohlthätigkeitsvereine, unsere Schulen. Der Soldat ist der einzige, der auf gleiches Terrain mit seinem Nebenmann gestellt ist, und was ihn noch nnsererseits znrückhalten würde, daö haben Misere eigenen RcligionSgcsetze aufgehoben, indem sie den Krieger iu einen AnSnahmszustaud setzen. Jelliuek erkennt crstereö selbst an, wenn er gleich im Eingänge seines Artikels sagt: ״Der jüdische Soldat ist der eigentliche Pionuier der Rechtsgleichheit, der die Brücken geschlagen zwischen dem Rechte der Inden ltnd dem der übrigen Bevölkerung. Von dem Momente au, wo Kaiser Josef die Inden zum Militärdienst hcrbeizog, war der Grundstein der Zivilisatiorl gelegt und die größten Schranken gefallen." Nun, und warum denn wieder anfrichten die Schranken, die glücklich gefallen? Pardon! aber dies einemal konnte nns die Logik deö gefeierten Redners nicht überzeugen. W. Gran, 5. August. Auch die hiesige Gemeinde bctheiligte sich lebhaft au den ihr vom Krieg auferlegten Opfern. In baarem Gelde wurden für die verwundeten Krieger 150 fl. gesaimnelt. Kultus und Kultusgomeinde. H. Szegedin, 19. August. Gestern, als am Geburtstage Seiner Maiestät deö Kaisers, wurde in der hiesigen Synagoge ein besonders solenner Gottesdienst abgehalten. א״ת Pest, 15. Anglist. Der bereits in der vorigen Nummer des ״B. Eh." erwähnte Brief Frankels an den hiesigen Vorstand lautet wörtlich: ״An den wohllöbl. Vorstand der Pcstcr isr. Neligiouögcineinde. Ihre Zuschrift vom 3. Juli hat, hochzuverehreude Herren! mich mit tiefer Freude erfüllt, sie brachte mir die Bestätignng, daß Herr Dr. S. Kohn, wie ich es in meiner Anenipfehlmig aussprach, der Mann׳ für Ihre verehrte Gemeinde sei, nnd sic zeigte mir von der andern Seite, daß die Herren Vertreter der verehrten Pester Gemeinde ganz dazu geeignet seien, die geheiligten Interessen der Gemeinde zu vertreten nnd durchdrungen von ihrem .Berufe mit voller Hingebung für deren Wohl unausgesetzt thätig sind. Gestatten Sie mir, hochzuverehreude Herren! Ihnen offen zu sagen, daß nach dem traurigen Vorgänge mancher andern Genieinden diese von jeder Neben- und Sonderabsicht getroffene Wahl mich nicht nur freudig überrascht, sondern auch mit frommer Rührung erfüllt hat: so gibt es denn noch große Gemeinden, in denen wahrhafte Pietät, wie sic nnsern Altvordern nachgerühmt wird, verwaltet, nnd man bei Anstellung des Rabbiners und Predigers mir das Gute und den Guten im Auge hat. — Wenn min Ihre geehrte Zuschrift »!ich mit hoher Achtung erfüllte, so will ich mein freudiges Gefühl nicht miterdrücken, daß cs dem hiesigen Seminar beschiedeu war, einen Mann heranznbilden, der würdig befunden wurde, eine solche Stelle anszufüllen. Aber nicht das Seminar allein hat gewirkt; Herr Dr. Kohn hat die schönstcu Tugenden deö Geistes und des Herzens mitgcbracht; hat durch seine ungemeine Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit, die er trotz der Fülle des Wissens, die ihn ziert, stets unversehrt erhalten, sich die Achtling seiner Lehrer und Kollegen erworben, lind gewiß werden diese Tilgenden, verbunden mit seiner wahrhaften Frömmigkeit, ihn allen ׳Parteien, nnd Schattirmigen der Gcmcindc Werth machen, ilud wird er unter dem Segen des Höchsten zn deren Heil wirken. Genehmigen Sic die Zeichen der Hochachtung, mit der ich verharre Ew. Wohlgcboren ergebener Dr. Z. Frankel. Breslau, 20. Juli 1866." Pr. Pest, 19. Anglist. Wir finden in der vorletzten Nummer dieser Zeitschrift eine Korrespondenz ans Arad, worin mit Bezug auf eine im ״Pesti Naplü" enthaltene Notiz bemerkt wird, daß nicht die Pester, sondem die Araber Gcmeinve es gewesen, die zuerst die Idee der ungarischen. Predigt anfgegriffc» und verwirklicht hat. Dies ist allerdings ein irnlcugbares Faktum, nnd der Arader Gcnicinde, die mit dem Zcitgeiste stets fortschreitend, von jeher einen ehrenvollen Platz unter den Gcmeindeu nnsercS VaterlandcS eingenommen,׳ gönnen wir gerne das Verdienst der Priorität auch in dieser Beziehung. Ja, Misere Gemeinde nimmt chronologisch, nicht, einmal die zweite Stufe im Range ein , nachdem mau schon in Pripa, Szcgedin und Veßprim früher ungarisch gepredigt hat, als hier. Während jedoch in letzteren Gemeinden die nngarische Predigt mir sporadisch und bei besonderen Anlässen hervortritt und sie selbst iu Arad gleichsam nur im Pnnzipe anerkannt wurde, bleibt es das Verdienst unserer Gemcinde, den nngarischen Kanzelvortrag als nnvcrrückbaren Bestaudtheil der Liturgie festgestellt zu haben, insoserne nämlich allmonatlich wenigstens eine ungarische Predigt abgehalten wird. Ferner wird auch bciDoppe. fest tagen an einem derselben, wie auch bei offiziellen Feierlichkeiten nugarisch gepredigt. Letzteres hätte auch bei der gestern stattgcsnndcnen Feier des Gebnrtöfestcö Sr. Majestät geschehen sollen. Sonderbarer Weise hatte.man jedoch die ungarische Predigt auf den Freitag Abend verdrängt, während der Festtag selbst mit einer deutschen Predigt begangen wurde. Sollte dies etwa ans Rücksicht für Herrn Obcrrabbiner Meiscl geschehen sein/ so ist cs nicht genug zn beklagen, daß in unserer Gemeinde persönliche Rücksichten den Sieg über Prinzipienfragen davontragen können. Hf. Pest, im August. Herr Dr. Meisel, während dessen Abwesenheit Dr. Kohlt sämuitliche rabbinische Fnnktionen versah. ist vorige Woche von seiner Badereise wieder heimgekehrt. Hf. Pest, 19. Angitst. Vorgestern Abends versammelte die ungasche Rede Dr. Kohnö zum Geburtstage Sr. Majestät eine zahlreiche Znhörermenge, unter welcher wir auch mehrere Mitglieder der Hoheit Septemviraltafcl, des protestantischen Konventes, deir Herrn Vizebürgermeister und- Obernotär, wie auch mehrere Damen der Aristokratie bemerkten. S- A. Ajhely, 17. August. Die auch in diesen Blättern bercits erwähnte Nntersnchung gegen unsere Ehaßidäer ist im vollen Zuge. Bereits wurden die Vorsteher der Ehaßidäergemeinde und verschiedene Zeugen.