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Ben Chananja · 1866-08-15 · 33 (15.8.1866) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
33 (15.8.1866)
Date
1866-08-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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605 606 hat, so soll auch die zu seines unsterblichen Namens Ehre zu errichtende deutsche Stiftung ein Denkmal der Dankbarkeit des gesammten deutichen Lehrerstandes sein und bleiben und bedrängten deutschen Kindern ohne Unterschied der Konfeffion zum Heil und Segen gereichen. Die Aussichten sind die besten. Don alle» Seiten Theilnahme und Begünstigung. Wir feiern hier den 11. Jan. Ab. mit Frauen, den 12. mit Männern. Eine Beschreibung Ihrer Feier nebst Rede rc. wird mir sehr willkommen sein. Empfangen Sie meinen herzlichen Gruß! Ihr Diesterweg." Und was Diestcrweg hier versprochen, hat die Stiftung auch treu und redlich erfüllt, sie läßt ihre Wohlthaten den Bedürftigen aller Konfcfsionen ohne Unterichied angedeiben; daher sei und bleibe das Andenken DicsterwegS auch im Kreise der Juden ein gesegnetes! Wohlthätigkeit und WohlthätigkeitsanstaLten LI. Pest, 8. August. Laut Beschluß unseres Vorstandes wird im Kultustempel jeden Montag und Donnerstag für die zu unserer Gemeindc gehörigen nnd durch den Krieg erwerbsunfähig gewordenen jüdischeu Soldaten gesammelt werden. Literatur. A. Frankfurt, 1. August. Soeben erschien von Geiger unter dem Titel: ״Die zweimalige Auflösung des jüdischen States״, eine am Sabbath des 17. ThammnS, d. i. den 30. Juni d. I. in der hiesigen Synagoge gehaltene Zeitpredigt. Geiger veröffentlicht dieselbe, wie er selbst sagt, ״wider seine Gewohnheit" und widmet den Ertrag zur Pflege der Verwundeten. Die Predigt fußt auf Jef. 42, 9 bespricht höchst geistreich die politische Lage der Gegenwart, schwingt sich stellenweise zu einem zünde,idcu Pathos auf, ist vom Anfang bis zum Ende von einem echt freiheitlichen Geiste durchweht und schließt mit den Worten: ״Es naht, cs naht die Zeit der edlen Selbstbeherrschung in Fürsten und Völkern, mit ihr der Friede, wie er wieder seine Segnungen ergießt über unsere Fluren, Geistesbildung und Demnth, Wohlwollen und gegenseitige Förderung, Einheit im großen weiten Vaterlande, veredelnder Wetteifer in allen seinen Gliedern, Wohlstand und Lcebe überall in seinem Gefolge! Sie wird kommen diese Zeit. Lasset uns dieses Saatkorn der Hoffnung tief in unsere Brust senken, daß es wol gewahrt bleibe und befruchtend wirke, das sei unser Gebet zum einig-einzigen Gotte, zum Vater der Liebe, seine Weisheit und Gnade führt allein zum wahren Heile. Amen!" L. Wien, 14. August. Dieser Tage erschien in Arnold HilbergS bekanntem Verlag ein interessantes Werk von Leo Herzberg Frankel. Dasselbe führt den Titel: ״Polnische Juden" und enthält Schilderungen und Bilder derselben im Kompert'schen Styl. Das Buch ist im wahren Sinne des Wortes prachtvoll auSgestattet. Der Preis ist 1 Thaler. Literarische Äiyeigen. מל^כת השיר כוללת לקוטים שונים מכתבי ירות הוציאם לאור אברהם בן יעקב נאיבוער (d. h. Die Dichtkunst, eine Sammlung verschiedener, aus Handschristcn genommener Stücke, herausgegeben von Abraham Neubauer, dem Sohne Jakob'S). Frankfurt am Main 1865. (H. L. Brönnerö Druckerei). — 65 SS. 8.) (S ch l u ß. *) Die zweite, anonyme Abhandlung umfaßt, obwol sie bedeutend kürzer ist, noch mehr Einzelheiten, als die erste, aber weniger gründlich klar und übersichtlich; dazu kommt, daß wir eS hier mit einem sehr ver¬ *) Sdie vorige Nummer. dorbenen Texte zu thun haben. Die beiden folgenden,Abschnitte sind aus der Nebersetzung von AlhaririS Makamen durch Alharizi genommen, während der fünfte, sehr lange, ein eigenes Produkt dieses DichterS ist. Es wäre verkehrt, den bedeutenden Geist, die Feinheit der Form, den frischen Witz an Alharizi verkennen zu wollen, aber begei - stern können wir nns für diesen Schriftsteller so wenig, wie für irgend einen andern der Dichter, welche die auSgcartete arab. Dichtung in die Sprache des Alten Testamentes übertrugen. Wenn schon Alhariri seinen sprudelnden Witz, seine Herrschaft über die Schätze der arabischen Sprache, und sein bedeutendes Dichtertaleuk oft vergeblich aufbietet, um uns mit seiner Küuftelei und der vielfachen inneren Unwahrheit seiiier gelehrten Poesie zu versöhnen, so tritt das bei seinem Nachahmer, der mit einem weit weniger fügsamen Stoff arbeiten mußte, noch ganz anders hervor. Wir können die große Geschicklichkeit des Dichters bewundern, aber auf dte Dauer kann cS doch durchaus nicht befriedigen, moderne Witze aus den Worten der Profeten zuiammengesctzt nnd die großartige Einseitigkeit der alttestamentlichen Sprache zur Bildung ganz arabisch gedachter Pointen benutzt zu sehn. Man bedauert dann, daß ein Mann von solchem Talent nicht in seiner Muttersprache gedichtet hat, statt in einer tobten Sprache, die sich zu solchen Pvesieen noch viel weniger eignet, als etwa die lateinische. UebrigenS müssen wir gestehen, daß uns die beiden übersetzten Makamen besser gefallen, als die selbstgemachte, welche im Grunde nur eine Sammlung kleiner Gedichte ist, von denen nur wenige einen höher» Werth haben. . Daß zur Beurtheilung dieser Art Poesie eine Kenntniß der srü- Heren und gleichzeitigen arabischen unerläßlich ist. liegt auf der Hand. Die Neberschätzuug jener von Seiten jüdischer Gelehrten beruht gewiß oft darauf, daß ihnen unbekannt ist, wie sehr die hebräischen Dichter von der Nachahmung leben, so daß oft ihre schönsten Blumen arabischen Vorgängern entnommen sind. Man hat sich dies Verhältniß etwa zu denkcw, wie das des Horaz zu den griechischen Lyrikern, nur daß diese einer altern Epoche angchörten, während die jüdischen Dichter im Geschmack ihrer arabischen Zeitgenossen dichteten. WaS die Terte der hier gegebenen Stücke betrifft, so find sie zum Theil ziemlich rein, zum Theil bedürfen sie aber noch sehr der Verbesserung. Dies gilt, wir schon oben angedentet, namentlich von dem zweiten Abschnitt. Daß Jemand, der in der betreffenden Literatur eine größere Belesenheit hat, als ich, auch ohne handschriftliche HilfSmittel manche Stelle wird verbessern können, bezweifle ich durchaus nicht. Doch sehe auch ich mich im Stande, an vielen Stellen die hier gegebenen Lesarten mit völliger Sicherheit zu emcudiren. So ist z. B. die auf S. 23 und 24 von einem nachlässigen Schreiber außrordentlich entstestte Angabe der verschiedenen Metra durchgängig wieder ganz ins Reine zu bringen, da die Aufzählung der Versfüsse, die Muster- Verse nnd, im Anfang wenigstens, die metrischen Analysen der letzteren sich gegenseitig kontrolliren, wenn sie auch alle im Einzelnen verderbt sind. So ist gleich die Darstellung des ersten ״großen" Metrums, obgleich sie am allermeisten entstellt ist, durchaus wieder herzustellen. Man hat S 23 Zeile 9 (Z. 2 des Absatzes) nach dem zweiten Worte einzuschalten תנועות ן ויתד | רעזתי | תנועות l ושתי, in der folgenden Zeile vor dem schließenden -! die Analyse des ausgelassenen Wortes ה תנועה א1 תנועה מרים יתד und am Anfang der 12. Reihe zu lesen: ד־ תנועה הב תנועה: I» der 18. Reihe ist zu punktiren נענה היה ,מענה -, Zeile 4 von unten ist das zweite, dritte und vierte Wort zu streichen und in der folgenden אהיה zu lesen- Und so könnten wir dieses go»ze Kapitel im Einzelnen durchnehmen. Die Zahl der Stellen, die sich aus metrischen Gründen fehler- Haft erweisen, nnd schon allein mit den Mitteln geheilt weroen könne n, ׳welche das Buch selbst an die Hand gibt, ist zahlreicher, als man erwarten sollte. Natürlich verlangt sehr häufig der Sinn an solchen Stell en gleichfalls eine Aendernng. Wir wollen einige dieser Fälle aufzählen: S. 16. 3■ 5 lies מר für ניר; S. 31, 9. כחוק ohne ו davor; Z. 19 בער für 9 ,32 .3>;?!בער von unten מתיה l נמצאה; S. 36, 7 לך für 5 לב S. 39, 16 im zweiten Gliede את für אתה; S. 40 , 8

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