Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-08-01 · 31 (1.8.1866) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
31 (1.8.1866)
Date
1866-08-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543206--4915-2548958
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

573 574 der Neuheit der Schule unter den Juden unsrer Heimat. Sie wird ebcu täglich älter, weshalb auch der Kreis ihrer Freunde sich täglich erweitert. — Es sind mithin die Mittel noch zu eruiren, die unmittelbar dem Lehrerstande zu Gebote stehen, um seine Lage durch Selbsthilfe einigermaßen erträglicher zu machen. Ich gestehe offen, für die Lehrer als einzelne Individuen, sind derartige Mittel sehr bescheidener Natur; doch stehen recht wirksame Mittel der Gesammtheit der Lehrer, dem Lchrerstande, zu Gebote. ES muß sohin vor allem ein mit vereinter Kraft wirkender Lehrerstand» eö muß ein Lehrerverein gebildet werben. Diesem allein dürfte es gelingen, den jüdischen Lehrern jene Stellung k zu erringen, die denselben bisher in unverantwortlicher Weise vorenthalten ward. Um dieses Ziel jedoch zu erreichen, dürfte der Verein feine Thätigkeit nicht auf die Unterstützung von Lehrcrwaiscn und Witwen beschränken, eS wüßte derselbe sein Streben vielmehr dahin richten, daß die materiellen Verhältnisse der Lehrer eine günstige Gestaltung annehmen; die Unterstützung der Waisen und Witwen wäre dann minder dringend. Wie dies wol zu erreichen wäre? I. In einer Landeölehrerberufung, wobei die Gemeinden vertreten sein müßten, sollten folgende Punkte festgestellt werden: a) Mögen sämmtliche Lehrer nach zurückgclegtem Probetriennium in ihren Aemtern definitiv bestätigt werden, nachdem der im Schoße der jüdischen Gemeinden usuelle Lehrerwechsel unstreitig der gefährlichste Krebsschaden des jüdischen Schulwesens ist. b) Möge der Schulplan für jüdische Lehranstalten eS ermöglichen, die vierte Klasse in zwei Jahrgänge zu erweitern, nachdem die jüdische Bevölkerung anerkanntermaßen in religiöser Beziehung sowol, als in bürgerlicher eine höhere Stuke der Ausbildung erheischt, als die christliche Bevölkerung. Freilich bliebe es jedem einzelnen Schüler auch dann freigestellt, nach Beendigung des ersten Jahrganges der 4. Klasse eine Mittelschule frcquentiren zu dürfen. Zöglinge ,edoch, die nicht für das Studium bestimmt werden, wären verpflichtet, noch ein weiteres Jahr in der Gemeindeanstalt zu bleiben, um fürs praktische Leben recht tüchtig herangebildet zu werden. v) Möge eine aus bewährten Schulmännern, Rabbinern und gebildeten Laien zusammengesetzte Vertrauenskommission einberufen werden, um das Ausmaß der Unterrichtsobjekte für 2-, 3- und Massige Schulen mit Berücksichtigung etwaiger lokaler Verhältnisse gründlich zu berathen und das Verhältniß der Schule und Lehrer zur Gemeinde endgiltig zu normiren. ä) Mögen Minimälgchalte firirt werden für Lehrer an 2-, 3- und Massigen Schulen von 400. 500 und 600 fl. österr. Währung. Gemeinden, die sich hierzu Nicht verstehen wollen oder können , sollen in Zukunft keine Konzession zur Kreirung einer öffentlichen Anstalt ertaugen, damit deren Willkür oder Impotenz fürderhin keine unschuldigen Menschen zum Opfer fallen- Es wurde vielfach über Aufnöthigung von Schulen geklagt. Dieser Schulzwang höre auf — und die Gemeinden werden unter den annehmbarsten Modalitäten um die Bewilligung einer öffentlichen Schule petitioniren. Mit um so größerem Erfolge würden solche dann zur Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen angehalten werden können. Freilich dürfte Szikßü und Ada kaum nm eine ähnliche Gnade allsuche» — allein in diesen Gemeinden erwies sich auch der behördliche Schulzwang als vollends unwirksam. 6) ES mögen iu Zukunft nur jene Lehramtskandidaten zur Bekleidung eines Lehramtes an einer jüdischen Schule zugelassen werden, welche sich über entsprechendes jüdisches Wissen auSweiscn können, oder an einer jüdischen Präparandie herangebildet haben, und dies aus einem zweifachen Grunde: 1) Weil der Religionsunterricht, welchen die an katholischen Präparandien sich heranbildenden Kandidaten von den betreffenden׳ OrlSrabbinen erhalten, wol für Schüler der Mittelschulen ausreicht, für werdende jüdische Zugendbildner aber ei» viel zu lückenhafter und dürftiger ist. 2) Weil bei etwaiger Erweiterung der 4. Hauptschalkloffe in 2 Jahrgänge, auch der Lehrkursus an der jüdischen Präparandie eine entsprechende Erweiterung erhalten müßte. ■ (Schluß folgt.) G. Pest.. Freitag, am, 13. d. M. fand in der Lehranstalt Stern (Eck Götter und Zrinyigaffe) in Pest die Jahresprüfung statt. Herr Schulendirektor v. Kciegler gab seine, volle Zufriedenheit mit den bewiesenen Leistungen der Schule sowol in den Sprachlehre», als in den Realien vor den Gästen zu erkennen und lobte dabei den Fleiß des ZnstitutvorsteherS und die Mitwirkung der bei der Anstalt verwendeten Lehrkräfte. Vormittags wurde aus den uugarischen und deutschen und Nachmittags aus den hebräischen Gegenständen geprüft. Arad, 26. Juli. Die hiesige Gemeinde ist dem ungar.-israel. Landeslehrervereine als gründendes Mitglied beigetreten und läßt ihre Mitglieder auch zum Beitritte als unterstützende Mitglieder ausfordern. Mögen recht viele vaterländische Gemeinden diesem Beispiele folgen. Die Lehrer unserer Haupt-, Unterreal- und Mädchenschule werden als ordentliche Mitglieder beitreten und so dürfte die Araber Gemeinde, trotzdem sie eben im Begriffe ist, ein eigenes Pensions-Institut für ihre Beamten und Diener zu gründen , dem projektirten LandeSinstitute nicht unbeträchtliche Beiträge leisten. K. NtagyrKäll», 29. Juli. Inmitten der kriegerischen Zeit hat unsere Gemeinde gestern ein vielvcrheißendeS Friedenswerk begonnen: eS wurde der Grundstein zu einem neuen Schulgebäude gelegt, bei welcher Feierlichkeit der Obergespan, Gr. Daniel Vay, Schulkommissions- Präses Dr. Nikolaus Bleuer, welcher KonutatS-PhyfikuS ist, und Herr Isidor Mandel treffliche, mit Begeisterung aufgenommene Reden hielten. Die Baukosten, 4000 fl. , werden aus dem Legate des gottsel. Sam. NoschofSki bestritten werden. Wohlthätigkeit und WohllhätrgkeiLsanstalten. N. Wien, 24 Juli. Trotz der schwierigen Umstände, unter denen wir leben, trotz der großen Opfer, die dem Patrioten gegen - wärtig auferlcgt werden, findet auch das ״Hilfskomitö für lsr. Soldaten" allenthalben Unterstützung. Bis heute sind bei demselben circa 1000 fl. in Geld und massenhafte Wäsche eingegangcn und schon wurden 26 Soldaten und eine Soldatenfrau unterstützt und betheilt. ׳=: Dörvsväv, bei Ofen, 20. Juli. Die hiesige jüdische Gemeinde hat ein namenloses Unglück getroffen. Synagoge und Gemeinde- Haus sind in Asche gelegt; das bewegliche und unbewegliche Vermögen der meisten Gemeindegtieder ist ebenfalls ein Raub der Flammen ge - Wörden. Die Gemeinde ist genöthigt, zu wohlthätigen und barmherzigen Brüdern ihre Zuflucht zu nehmen. (Herr Bezirksrabbiner Koppstein un d Herr Vorsteher Hußerl haben sich auch an uns gewendet, und sind wir gerne bereit, die uns zukommenden Spenden an den Ort ihrer Bestimmung gelangen zu lassen. Red.). LiterSrische ÄnMen. .ראשית הלמוד (2 - מנחת זכרון(1 Besprochen von I. Kahn, Oberrabb.in Trier. . (S ch l u ß *) Für den Freitagabend sind nun folgende 10 Nummern aufgeführt: 1) Lecha Doi. 2) Barchu, 3) Baruch hu ubaruch schemo-omen, 4) schma Zisrael (der erste Vers) 5) Mi chomocho, 6) Weschomeru, 7) Omen jehe schmeh, 8) die drei ersten stillen Benediktionen mit ihren Einschaltungen (diese letzteren bestehen in dem Sochrenu und. Av ha- Nachamim für die Bußetage, ohne diese weitere Bezeichnung, was doch hätte geschehen soflen), 9) Waanachnu Modim und 10) Kaddisch der Waisen. Sonach sind die wichtigsten.und schönsten Gebete des Maarib ausgelassen, dagegen aber wird das Kind mit dem Kaddischlernen schon so früh, bevor es kaum etwas hebräisch versteht, gemartert. Ebenso verhält es sich mit der Auswahl der Gebctstücke für die andern Festtag e* *) S. die vorige Nummer.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.