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Ben Chananja · 1866-08-01 · 31 (1.8.1866) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
31 (1.8.1866)
Date
1866-08-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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569 570 Ferner, wie viele Orthodoxen halten an dieser Kapiteleintheilung so fest, daß sie mit aller Entschiedenheit gegen diejenigen auftreten zu müssen glauben, die einen VerS aus einem früheren Kapitel zu dem folgenden ziehen wollen; ist eS nicht höchst komisch, orthodoreRabbinen für die gegen das Judenthum gekehrte Erfindung eines Franziskaners auftreten zu sehen, als wenn diese מסיני wäre? Wahrlich hier tritt der rabbinische Satz ולא ע״ה חסיד ganz in seine Kraft! Aeber die Vornahme von Trauungen in den Synagogen. Bon Dr. M. Zipser, Oberrabbiner in Rechnitz. Ein theologisches Gutachten. Obwol bereits in diesen geschätzten Blättern (8, 469.) dieser Gegenstand in erschöpfender Weise und mit quellenmäßiger Angabe aller betreffenden Stellen von Seite des gelehrten Redakteurs verhandelt und zugleich hingewiesen wurde, wie die Vertreter und Dertheidiger der Gaffen-Chupa, die den Trauhimmel im buchstäblichen Sinne als TraunngSPlatz unter freiem Himmel verstanden wissen wollen, den talmudischen Standpunkt verlassen und von der ursprünglichen Einrichtung dieses religiösen Aktes keine genaue Kenntniß mehr zu haben scheinen; so sehe ich mich dennoch zur Mittheilung eines von mir in dieser Angelegenheit bereits vor mehreren Jahren ertheilten Gutachtens schon aus dem Umstande veranlaßt , weil dieser bereits für geschlichtet gehaltene Gegenstand in unserem Vaterlande von neuem hie und da wieder auftaucht und unsere reaktionssüchtigen Kämpen, wie z. B. in Losoncz, diese so unwichtig scheinende Angelegenheit gerne zum LusnsbsIIi gegen die Bestrebungen der Neuzeit aufzustellen sich bemühen. Wir wollen einmal diesem Gespenste genau in die Augen schauen und all die Gründe erörtern, die dasselbe gegen die Einführung dieses heiligen Aktes in den Tempel als schweres Geschütz vorzubcingen vermag. Wie mir bekannt, sind es vier Beweisstellen, auf die sich die Gegner der Tempeltrauungen berufen. I. Ihre erste Stütze ist die bekannte Aeußerüng des Nema^(Ebenhaes. 61), welche lantet: Einige behaupten, daß man die Chupa unter freiem Himmel aufstelle, als gute Vorbedeutung, daß ihre Nachkommen (der Neuvermählten) wie die Sterne des Himmels sich vermehren. Die Quelle dieser, von R. Mos. Jfferls selbst in seinem ר״ם zum Tur gar nicht erwähnten Angabe ist unbekannt. Im Gegentheil hat man sich auf Jfferls eigenen Ausspruch ()"0, י״ור , שצא) berufen, aus dem hervorgeht, daß die Trauung zu seiner Zeit in der Synagoge stattsand und wollte man in neuerer Zeit sogar in Erfahrung gebracht haben, daß der Rema selbst zu Krakau in der Synagoge getraut haben sollte. Jndeß bringt schon R. Mos. Wintz, der schon ein Jahrhundert früher als Jfferls eristirte, diesen Gebrauch in seinen Rechtsgutachten Nr. 109. Die Stelle lautet dort: ״So pflegen wir bei einer Hochzeit (בנשואין) mehrere Gebräuche zu unternehmen, die als Vorzeichen des Glückes dienen sollen, wie z. B. unter dem freien Himmel, daß ihre Nachkommen wie die Sterne des Himmels seien." Es wird jedoch nicht deutlich angegeben, was man unter dem freien Himmel vorzunehmen habe, und scheint aus der zitirten Stelle hervorzugehen, daß es einerlei sei, welcher Art der hochzeitlichen Zeremoniertem Freien vorgenommen werden. Wie aus besagtem Gutachten hervorgeht. so schöpfte R. Mos. Mintz alle dort vorgebrachten TrauungS« gebräuche aus einem Werke צו״רבר (etwa? צאנה וראנה בנות ריינוס) genannt, das mir völlig unbekannt ist und das ich ir: keiner Bibliograghie gefunden; es wäre nicht uninteressant, wenn Jemand etwas über dieses Werk und dessen Inhalt in diesen Blättern mitzutheilen wüßte. Ist also in diesem Prognostikon zur Vermehrung, wie die Sterne, eine obligatorische Pflicht ausgesprochen, oder ist es nur als ein gleichsam Rath ertheilendes (0ימ בעלמא) Zeichen anzusehen? Es ist des kannt, daß zur Zeit des Talmud, wo noch die alte Einrichtung bestand, an jedem Montag Gericht zu halten, die Hochzeit einer Jungfrau wegen etwa entstehender Zwistigkeiten stets Sonntag gefeiert wurde. Doch spricht sich der Talmud (Kelhubot p. 3) selber aus, daß, sollte eine Zeit kommen, wo gerichtliche Sitzungen täglich stattsinden würden, eine derartige Hochzeit auch an jedem Tage vor sich gehen könnte. Nun stellen die Toßaphoth die Frage auf: Warum man nicht den Abend zwischen Donnerstag und Freitag zur Schließung einer Hochzeit bestimmt, da an diesem letztern Tage der Segen für die Vermehrung des Menschengeschlechtes (פ״ור) enheilt worden ist. Die Antwort lautet: Weil man wegen dieses Zeichens allein (משוס ברכה להודה) keine Einrichtung treffen wollte- Ramban spricht sich wie folgt aus: Zener Gebrauch bei uns, am Freitag eine Hochzeit zu feiern, ist ein thörichttr Gebrauch (מנהג בורות), nur wollte man es nicht wehren. Man sieht also, wie wenig Gewicht unsere ersten talmudischen Heroen auf obiges Prognostikon gesetzt Ueberhaupt sehen wir nicht ein, wie obiges Prognostikon auf das Aufstellen der Chupa unter freiem Himmel paßt, da doch in der ganzen Trauungs-Agende auch nicht die geringste Anspielung ans eine eheliche Fruchtbarkeit vorkömmt, und warum man nicht eher diese Anordnung bei der Zeremonie des sogenannten ״Bedeckens" eingeführt, wo der Segen: Du unsere Schwester werde zu tausenden Myriaden, der Braut crtbeilt wird? Wäre obige Einrichtung nicht eben hier, etwa bei der Hingeleirung der Braut zum Tempel, eine viel passendere, wenn schon unsere Strenggläubigen etwas unter freiem Himmel Vornehmen׳ wollen? Wir sind neugierig, was letztere nns auf diese Frage zu ant- Worten hätten, da, wie wir oben nachgewiesen, R. Mos. Mintz, die eigentliche Quelle dieses Gebrauches, nur im Allgemeinen sagt, daß etwas unter freiem Himmel geschehe. II. Der zweite Beweis ist folgende Stelle (Kidnschin p. 54, b) , wo der Talmud die Frage aufwirft: יאשה בע?רה כעין Da dies jedoch im Widerspruche mit andern Stellep zu sein scheint, aus denen hervorgeht, daß die Betretung der Asara den Frauen nicht verboten war, so erklären die Toßaphot den Sinn dieser Stelle dahin: wie kömmt ein Frauenzimmer sich in der Asara traue» zu lassen, va vies eine Her - abwürdigung für diese heilige Stätte sei. Nun werden unsere Syna- ‘flogen hinsichtlich ihrer Heiligkeit der Asara gleichgestellt und daraus deduzirt, daß auch sie durch die Vornähme einer Traunng in ihren Hallen entweiht werden. Nun sieht jeder aber das gezwungene Wesen dieser Erklärung ein, da der Talmud gewiß nicht mit dem Wort e להתקרש , worauf hier der Hauptpoknt gelegt werden muß, zu karg gewesen wäre. Allein obige Erklärung ist auch nicht nolhwendig, wie aus folgender Stelle zu ersehen : מעולם לא נראה אשה כעורה תוספתא פ״ב דעירכין) אלא י בשעת קרבנה בלבר). Es leidet keinen Zweifel, daß obige Frage: |V)D אשרי ׳בעזרה darauf sich bezieht, mithin fällt auch die ganze Beweisführung von selbst weg. (S ch l u ß f o l g t.) Äorre spunden;. Emanzipation und bürgerliche Verhältnisse. Wien, 27. Juli. Zur Ausrüstung eines ungarischen Freikorps hat der Grundbesitzer und Banquier Philipp Ritter v. Sch ey zwei- 'י taufen Gulden ö. W. gespendet. Pest, 27. Juli. Der hiesige israelitische Fra uenv er-' ein entwickelt, obschon er seinen Bestand nur noch nach Wochen zählt, ein musterhaftes Wirken./ Unter die Verwundeten wurden bis zum 25. d. M. folgende Gaben vertheilt: Den im Orczy'schen Garten ün-" tergebrachten Verwundeten wurden gegeben öO Pfund feine und 18 Ptd / ordinäre Charpie, 60 Bandagen, 50 neue und 65 benützte Hem den / 60 neue und 60 benützte Unterhosen. 113 Fatschen, 42 halbe Leintücher, 24 Brustbinden, 18 ganze Leintücher, 12 gehäkelte Hauben (für Invaliden mit Kopfwunden), 400 Stück Zigarren, 250 Pomeranzen, 200 Zitronen, 1 Eimer rothen Wein, 14 Flaschen Wein, 25 Pfd. gedörrrte Zwetschken, 25 P. Zwieback und 20 Gulden in baarem Gelbe. Den'im isr. Spitale gepflegten Verwundeten 10 Pfv. Charpie ,14 Unterhosen, 18 Hemden, 26 Handtücher, 25 Fatschen, 25 Bandagen, 3 neue Leintücher, 3 Polsterdecken. Außer der Vorsteherin, der Frau Mari t Gotteömann, wirken auch die AuSschnßmitglieder, die Frauen Ba r-, nai, Ullmann, Stein, Munk'und Mayer mit unermüdlichem Eifer. GS ist denselben gelungen, vom Eigenthümer des Ofner Raitzrn-

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