Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 31 (1.8.1866)
- Date
- 1866-08-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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567 568 wir der Meinung, daß die wolbegründete Scheu, welche gebildete Juden vor jedem Separatismus empfinden, innerhalb vernünftiger Grenzen bleibe», von einem richtigen Takte geleitet werden, und Eigenthümlichkelten in Ehren halten müsse, welchi den Juden heilsam sind nnd dem Judeuthume zum Ruhme gereichen. Hieher gehört jedenfalls das lebhafte, warme, Opferwilligkeit erzeugende Interesse selbst minder gebildeter jüdischer Eltern an dem Unterrichte und an der Erziehung ihrer Kinder; hieher die fromme Theilnahme, welche der Talmud dem aufblüheuden Kindergeschlechte widmet und weiht: eine Theilnahme , welche R. Jehnda II. im dritten Jahrhundert die Marime in den Mund legte, daß der Ingendunterricht auch zu Gunsten der Erbauung des jerusalemischen Tempels nicht unterbrochen werden dürfe (Sabb. 119, b). Den Geist, der solche Marimen erzeugte, lasset uns in den Herzen und Häusern, in den Gemeinden und ihren Führern, in den Schulen und ihren Lehrern pflegen, wach erhalten und wecken, wo er erst geweckt werden muß. Lasset uns aber nach dem Eintritte friedlicher und normaler Zeiten, die der Allmächtige bald herbeiführen möge, unablässig dahin streben, daß durch eine zweckentsprechende Organisation der jüdischen Schul» und Kultusangelegenheiten in Ungarn störenden und verwirrenden Mißverstänissen vorgebeugt werde. Luch eiu Wort Wer die Pesuchoth uui> Setumotlj ' ", dfs auch Ger die »euere'יי h. Schrift. Bon Professor M. S t ö s f 11. (Schluß. * *) .Aehnliches tritt hervor in Exod. Kap. 16 von 31 weiter. Hier sind offenbar wieder Zusätze aus späterer Zeit; der V. 34 sagt: Aaron legte die Flasche Manna לסני und V. 35 gar sagt, daß Israel 40 Jahre lang Manna gegessen habe: dasselbe ist auch ersichtlich aus Namen*), die erst in Mosis letzter Lebenszeit entstanden. Wir erklären uns dies auf folgende Weise: Moses hat bis ans Ende seines Lebens an der Thora gearbeitet, und wie der Verfasser eines lange Jahre in Anspruch nehmenden Werkes, die im Laufe der Abfassungszeit entstandenen Veränderungen sowol in historischeu und örtlichen Daten, als auch in manchen Geboten, theils durch Zusätze zu den Versen, theils durch Beifügungen zu den Kapiteln, theils aber auch durch manches neue Kapitel ausgenommen. Ein Beispiel von einem ganzen, später zugefügten Kapitel haben wir Exod. 13 von Vers 11—16, während nämlich bis dahin von der Weihe alles Erstgeborenen die Rede ist, wird von Vers 11 weiter von der Loskaufung gesprochen, was doch erst nach der Einsetzung der Leviten gesagt werden konnte. Es ist also später als das frühere Kapitel geschrieben uud demselben wegen der Gleichartigkeit des Inhaltes beigefügt worden. So ging es mit mehreren Dingen, die der Zeitfolge nach wol später waren, aber wegen Jnhaltsähnlichkeit an frühere angeschlossen wur¬ *) S. die vorige Nummer., *) Bei manchen Namen, die erst nach Mosis Tode entstanden, wie etwa der Name p Gen. 19, 14 und Deut. 34. 1 oder der Name גלגל in Deut. 11. 30, glaube ich, tbun wir der Autorität der Thora gar feinen Abbruch, wenn wir annehmen, baß sie in späterer Zeit zur besseren Olicutiiung für den Leser hinzugefügt worden sind. den und hierauf gründet sich der Satz: אין מוקדם ומאוהר בחורה Da ferner manches wegen Jnhaltsähnlichkeit re. an verschiedene Kapitel anzuschließen geeignet war: so geschah dieses wirklich, und hierauf beruhen die so häufigen Wieder- Holungen. Aus all dem Gesagten ergibt sich Folgendes: a) Die meisten Pesuchoth und Sethumoth sind von dem Verfasser selbst angebracht, nnd haben die Pesuchoth den Zweck, theils. etwas ganz Neues zu beginnen, theils auch manches erst später angeschlossene Kapitel von den früher« zu trennen; die Sethumoth hingegen, wie die Paragraphe eines Gesetzartikels, die Verschiedenheit in dem allgemein Gleichartigen auseinander zu halten. d) Manche Pesuchah und Setumah ist jedoch nicht von des Verfassers Hand, sondern erst später entstanden und zwar theils, um hierdurch irgend einen Gedanken anbeu- . tungsweise auszudrücken, theils durch die festgewordenen*) Abschlüsse des drei- und einjährigen CykluS und endlich durch irrthümliche Verwechslung der einen mit der andern Absatzform. Auch bezüglich der neuern Kapiteleintheilung habe ich manches zu bemerken. Herr Dr. H. meint, sie stamme von Hieronymus ab. Hierin werden ihm wol die Gelehrten nicht beistimmen. Siehe Löw's Hamafteach 40 und Grätz 8 B. S. 160—161. Daraus geht hervor, daß die Kapiteleintheilung erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts von einem Franziskaner Namens Arlottus gemacht und erst gegen die Mitte drs 15. Jahrhunderts war R. Jizchak Nathan der erste Jude, der sich in seiner Konkordanz derselben bediente. Sicher ist, daß selbst die jüngsten Midraschim, sogar der Jaltut der Kapiteleintheilung sich noch nicht bedienten. Daß die Kapiteleintheilung oft aus Mißverständniß, oft aber auch aus Absichtlichkeit gegen das Judenthum unrichtig gemacht wurden, hat Herr Dr. H. schon nachgewiesen. Ich will in letzterer Beziehung noch manches hinzufügen. In der psychologisch richtigen Voraussetzung, daß der Schlnßeindruck der bleibendste ist, bestrebte sich der Erfinder der Kapiteleintheilung, wo es nur möglich war, die Kapitel mit eilM für Israel ungünstigen Satze zu schließen. So z. B. schließt 2 M. Kap. 4 absichtlich am Unrechten Orte, um mit dem alten Vorwurfe, daß Jsr. unrechtmäßiger Weise die Kostbarkeiten Egyptens sich ungeeignet habe, schließen zu können. Kap. 6 desselben Buches schließt wieder absichtlich am Unrechten Platze, um Moses selbst als einen Mann von allzugeringem Gottvertranen hinstellen zn können. Besonders tritt diese Absichtlichkeit hervor im II. Jesaias. Viele Kapitel werden nur darum unrichtig geschlossen, um die Idee, daß Israel auf ewig verflucht sei, in den Herzen sich tief einwurzeln zu machen. So z. B. 42, 43. 48 und 57. Ebenso bei anderen Profeten z. B. Jeremias 31. fängt mit einem Verse an, der zum vergangenen Kapitel gehört; aber durch diese absichtliche Abtrennung gelang es, Israel wieder als eine verfluchte Race hinzustellen. Die Rabbiner!^ welche die Haftorah für Rosch-Haschana mit dem 2. Verse dieses Kapitels beginnen, haben offenbar eine andere und richtigere Abtheilung gehabt. Ich kann den Aufsatz nicht schließen, ohne noch folgende Bemerkung zu machen. Ist es nicht höchst merkwürdig, daß die Rabbinen eine, gegen ihre alte Gewohnheit, ja oft dem Judenthume feindlich entgegentretende Kapiteleiutheilung annahmen, nur aus dem Grunde, weil die Vortheile derselben alle etwaigen Nachtheile übertrafen? Also galt der Grundsatz: wir lernen das Gute selbst von unfern Feinden!! Daß die Abschlüsse besonders des dreijährigen CykluS lauae, nock nicht konstant und überall gleichförmig waren. beweist die Stelle in Wajikra rabba 3. R. Chaniua fand in einem Orte beim Verse והגוחרח מן הממחה!entweder V. 4.׳oder 10 des Kap. Lj רש םדדא 4 945914356029