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Ben Chananja · 1866-07-25 · 30 (25.7.1866) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
30 (25.7.1866)
Date
1866-07-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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557 558 darum nicht von vier Klaffen auf zwei herabschrumpfen, weil dieselbe niemals vier Klassen besaß. So viel zur Berichtigung. Sonst habe ich »och zu melden, daß in unserer Schule fleißig Charpie gezupft wird, und daß sich die Juden an den zu Gunsten der Verwurrdeten eingeleitelen Sammlungen lebhaft bethciligen. ב״ק Fünfkirchen, im Juli. Durch die Kriegszciten muß auch die Schule leiden. Ein Erlaß der hohen kön. ung. Statthalterei Mo. 11. Juli, Z. 55.000 befiehlt, die Schulen alsogleich zu schleßen, die etwaigen Prüfungen zu unterbrechen und das laufende Schuljahr als beendet zu erklären, »veil, wie rS in deinselben heißt, ״kaum zu hoffen ist, daß die Zöglinge der Anstalten dem Unterrichte mit gehöriger Aufmerksamkeit anwohnen können, also anch kein Resultat ihrer Studien zu erwarten ist." Dies läßt sich vielleicht bei Gymnasial- und Real« schülcrn in Anwendung bringen, doch was habe» die kleinen Schüler der Volksschule mit der Politik gemein? Gott der Herr gebe uns bald glücklichere Zeiten und lasse das Schulwesen wieder so aufblühen, wie ehedem. — In derselben Zeit, wo das Schulivesen so darniederliegt beklagt es auch einen feiner größten Meister und es verdient »vol auch in diesen Blättern erwähnt zu »verden, daß der große Pädagoge, der Schöpfcr des neuen Schul- und Lehrwesens, der Vater der Lehrer, Adolf Diesterweg todt ist. Er starb im 75. Jahre seines thätigen Leben. Friede seiner Asche! Wohlthätigkeit und Wohlthätigkeitsanftalten London, im Juni. Das Testament des am 18. März d. I. verstorbenen Parlamentsmitgliedes für Sommerhill, Friedrich David Goldsmid, wurde am 3. Juni eröffnet. Dasselbe enthält unter Andern! folgende wohlthätige Legate: West-Londoner Synagoge der englischen Inden 5000 Fr., den jüdischen Schulen der Hauptstadt 2500 Fr., der jüdischen Frcischule 1000 Fr., eine gleiche Summe der jüdischen Schule, dem jüdischen Spital zu Norwood, dem Taubstummeninstitnle, sowie dem Spital der Universität. Die Summe, »velche der Verstorbene letzterer Anstalt bereits zukommen ließ, beträgt nahezu 50.000 Franks. Literatur. Szegeditt, 18. Juli. Herr Alb. Harkavy in St. Petcröburg hat dem wissenschastlich-talmndischen Vereine 52 fl. zu ge send et. Dazu spendeten: Herr Jos. GÜnzburgLRS; Herr Mos. Weinstein 10 Rs; Herr Alb. Harkavy 3 Rs.!!.Heidelberg, im Juni. (Forts.)Bluntschlis Vorlesungen sind, »vie noch mehrere sonstige Publikationen des gelehrten Mannes den Bestrebnngen, die Trennung zwischen Kirche und Etat zu vollziehen, gewidmet. Sie besprechen den Einfluß der religiösen Ideen der verschiedenen asiatischen Völkerschaften (Inder, Hebräer, Chinesen) auf ihre Statenbildunge» und ziehen den Schluß, daß ein gcweckteS Gottesbewußtsein keineswegs unumgängliche Bedingung des StalSlebenS sei. Unter den fünf Vorlesungen ist die vierte dem hebräischen Volke getvidmet. ״Mit den entsetzlichsten Leiben und einem furchtbar tragischen Schicksale, ״sagt Bluntschli von.demselben, ״mußte es die iveltgeschichtliche Ehre bezahlen, der Träger einer großen religiösen Mission geworden zu sein. Es »var genöthigt, auf seine wirthschaftliche und politische Bildung, auf Selbstständigkeit und AolkSfreiheit zu verzichten und alle nationale und Menschtiche Wohlfahrt hinzuopfern, um den hohen heiligen Glauben an Einen persönlichen Gott für die Welt zu bewahren. Wir können ihm unser Mitgefühl und dürfen ihm unscre Achtung nicht versagen, aber wir müssen zugleich uns von dem Vorurtheile unserer theologisch erzogenen Vorfahren gänzlich und für immer lossagen, im altjüdischen Gottesstat das Mnsterbtld des vollkommenen States zu erkennen und daher den heiligen Schriften der Juden anch eine politische Autorität beizulegen." (Forts, folgt.) Pest, 23. Juli. Von Jtzig Spitzig, dem witzigen Verfasser der Briefe aus der KünigSgasse, wird vor Rosch Ha-Schana ein Kalender (Luach) in ungarischer Sprache erscheinen, der den Freunden der Muse Spitzig's genußreiche Stunden verschaffen tvird. Nekrologie. K. Samstag, den 19. Mai d. J., am Vorabende des Wochenfestes, starb Dr. S«,l. Levy Stelnlietm., geb. in Altona, 6. August 1790, in Zürich, wo er, wie im vorigen Jahre, seinen Sömmeraufenthalt zu nehmen beabsichtigt hatte. Der Verstorbene war in seiner Heimat als kundiger Arzt und medizinischer Schriftsteller angesehen, hielt sich aber bereits seit 23 Jahren in Rom auf, woselbst er, ein beliebter Kunstfreund, in freier Müsse seinen Studien lebte. Das Judenthum betrauert in ihm einen tapfer!» Vorkämpfer der bürgerlichen Emanzipation; die jiidische Theologie kennt ihn als wackern Arbeiter auf dem verlassenen Felde der Dogmatik. (Das Verzeichniss seiner Werke s. Fürst, Biblioth. judaica III, 382.) Begraben wurde er auf dem nichtkonfessionellen Friedhofe zu Zürich*J. Friede seiner Asche! SS. Zombor, 16. Juli Unsere kleine Gemeinde hat einen grossen Verlust erlitten; sie betrauert den Tod eines ihrer thätigsten, würdigsten Mitglieder, des nicht nur bei Juden, sondern auch in christlichen Kreisen geachteten Gemeinderepräsentanten, Herrn JVE■ Xj. 3Touas. Zur Charakteristik dieses seltenen Mannes führe ich nur den eineu Umstand an, dass derselbe im Jahre 1864, als die Finanzen unserer Gemeinde durch den Bau der neuen Synagoge nicht sehr glänzend standen, den Kantordienst das ganze Jahr hindurch gratis versah und der Gemeinde hierdurch eine ziemliche materielle Erleichterung verschaffte. M. L. Jonas erlag gestern einem sechstägigen Leiden und wurde heute unter ausserordentlicher zahlreicher Theilnahme der jüdisehen und christlichen Bevölkerung zu Grabe getragen. Der hiesige und der Bezdaner Rabbiner hielten wahrhaft erschütternde Trauerreden. Exegetische Gemerlmug. ' Die Buchstabenversetzung נכלחך־ flcttt כנלתך (Jes. 33, 1.) (B. Hh. Nr. 28) ist »vegen des fehlenden כ S vor נכלתך , wodur ch das synonyme Berhältniß deS ParalelliömuS leidet, nicht stichhaltig. Der ehrwürdige Herr Dr-, der in den Werken der alten arabischeu Dichtern bewandert zu sein scheint, möge sich die Mühe geben, zu lesen in den Sentenzen vom frommen arabischen Dichter Ali Ebn Ab! Taleb 1. B. V. 28. תפאל בילהיי וצ-לח** (Prophezcihe dir Gutes — Schönes — du wirst es erreichen), »voraus erhellt, daß der Stamm נלה arabisch auch erreichen oder vollenden bedeutet, »vodurch die Trefflichkeit der Synonymen כהתיכך und כנלתך (ohne das נ in כ verwandeln zu Mttffen ככלחך) mit dem Vordersätze 11)2' und "1בוג parallel hervorgehoben wird. In (Job 23, 9) ist das )2עשה in der arabischen Bedeutung עשה — bedecken — zu nehmen. Das )2עשה steht zu ועטף, wie אהן j« אראה im synonymen WiederbolungSverhältnisse. — Bedeckt er sich links, nicht erschaue ich ihn, verhüllt er sich rechts, nicht;ehe ich ihn. **) Josef Goldberger. Literarische Äiyeigen. .ראשית הלמוד נ2 - מנחת זכרו;.(1 Besprochen von I. Kahn, Oberrabb.in Trier.. (Fortsetzung.***) 2) Berücksichtigt er bei dem ersten Kursus die hebräischen Stücke und Stückchen, »velche jetzt in den meisten Svnagogen durch Gesang hervorgehoben »verden, und selbst die unwichtigsteu derselben; ״diese haben *) In Zürich gibt es einen von der Stadt weit entfernten jüdischen und einen nahen, nichtkonfessionellen Friedhof. Wir wissen nicht, was die Witwe des Verstorbenen vermocht haben konnte, letzteren zur Begräbnisstätte ihres Mannes zu wählen. **) In diesem Sinne erklärt G. W. Mayer (Hermeneutik 1, B. S. 189) den Namen!עש — den Bedeckten, — den» er war ganz mit Haaren bedeckt. ***) S. die vorige Nummer.

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