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Ben Chananja · 1866-07-25 · 30 (25.7.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
30 (25.7.1866)
Date
1866-07-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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559 560 erhöhten Anspruch, gelernt, und verstanden zu werden; das nicht Gksungene kann in der Uebersetzung nachgelesen werden, oder mag hierbei der Unkundige leicht über seine Lesefehler hinwegstolpekn — wir können es nicht ändern! Aber soll die singende Gemeinde das Unverstandene und, weil nicht gelernt, in das Gotteshaus hineinschallcn lassen?" 3. ״Auch vie wichtigsten und schönsten Gebete, wenn sie jn denjenigen Gottesbienfirn oder GotteSdienstabtheilungen Vorkommen, welche nur einmal und spärlich besucht zu werden Pflegen, dürsten in diesem ersten Kursus keinen Platz finden: sie werden von Kindern der letzten Schicht nicht blos ziemlich umsonst gelernt, (denn im Ernste , was soll z. B. Tlohai Neschama, As Zaschir, NischmaS denen, welche dereinst unfehlbar doch erst »ach SchachariS kommen, nnd nicht daran denken, es nachzuholen, sonden, auch dem Erlernen der wichtigen Gebetstücke in den besser besuchten GotteSdicnstlheilcn die so karg zugemeffene Zeit rauben." Es würden daher einige Gebete der Festtage und selbst die aus dem Machsor z. B. die Hauptstclle des Tal und Geschem, der Hoschana, Hajom HaraS Olam, Wenislach, das PiSmon darkecha elohenu u. dgl. noch für diesen ersten Kursus am meisten berücksichtigt. Nach diesen beiden Grundsätzen sind denn auch von S. 13—42 die Vokabeln zu diesen Gebeien und ein Theil derselben selbst die sich incht in bim gewöhnliche» Gebclbuche befinden, aufgeführt. Ich gestehe, daß ich den Herrn Vers. zu nachgiebig in seinen gemachten Konzessionen an die, wie er selbst oft sagt, leider vorhandenen Verhältnisse, die wir nicht änderu können, finde. Warum sollen wir in der Schule wenigstens nicht auf deren Aenderung und Besserung zu wirken uns bestreben? Warum muß diese schon das Kind zu diesen Verhältnissen erziehen und hcranbilden? von den schönsten Gebeten würde» ihm in diesem Kursus, obgleich dieser der wichtigste ist, — da der Vers., wie er selbst sagt, wenig Aussicht hat, daß die Kinder die beiden andern besuchen, — nur sehr wenig beigebracht, dagegen viele der später in dem Machsor sich befindenden. Ist es zu verantworten, dem Kinde schon in der Schule anzudeuten, du brauchst litt Gottesdienste nur die wenigen Stücke, die im Chore gesungen wer« den. richtig lesen und verstehen zu können und hast du nicht nöthig beim Morgeugvltesdienste so zeitlich zu erscheinen, daß du das schöne, ja daS schönste Gebet NischmaS milbeten kannst? Wir wollen dieses an einzelnen Beispielen deutlicher machen. DaS Vokabularium beginnt mit den auSgehobenen Gebeten für Samstagabend, und zwar zuerst mit dein Lccha Dvdi. Wenn auch nur das Lecha Dodi selbst und Boi be-Schalom anfgenommen ist, so fragt eS sich doch, ob es zweckmäßig ist, mit diesem den hebräischen Unterricht zu be, ginnen. Wenn dieses auch das erste Gcbctstück des Freitagabends ist« so wäre eS praktischer gewesen, mit dem leichtern Schema Barechu auzufangen und daS Lecha Dobi erst später folgen zu lassen. (Schluß folgt.) Herrn ״Hi'.״, Korrespondenten des ״Beil Cliananja.“ Pest, 17. Juli. Mein Herr! Nummer 27. des ״B. Ch.a, die Ihre so wohlmeinenden Zeilen an meine Adresse enthält, ist mir erst gestern zugegangen; doch hätte ich Ihnen eine Woche früher nicht anders antworten können, als ich es in diesem Augenblicke thue, indem ich das Ergebniss Ihrer Auseinandersetzungen als eine Genugtuung für jene Richtung ansehe und mit Recht ansehen kann, in der Spitzig Itzig bis heute thätig war. Was Ihre Auffassung dieser eigentümlichen Figur anlangt, so glaube ich, dass Spitzig Itzig mehr gefunden als erfunden ist und es konnte nur die, wenn auch berechtigte, doch jedenfalls übertriebene Empfindlichkeit des Juden, zumal des ungarischen Juden, dessen bürgerliche Stellung gegenüber der seiner Brüder im Reiche und in anderen zivilisirteu Ländern eine ziemlieh untergeordnete ist — ich sage, es konnte nur diese spezifisch jüdische Feinfühligkeit des ungarischen Israeliten Anstoss an dieser Figur nehmen , die ihre mangelhafte Orthographie als einen Freibrief, oder wenn Sie wollen, als jene historische Schellenkappe betrachtet, unter deren schützenden Gipfeln 8p. I. viele Dinge sagen kann und darf, die sonst ungesagt bleiben müssten, oder wenn ausgesprochen, spurlos in Abrahams Schoos wandern würden, wo bereits so viele ״Zsidö Szözat“, Alarme und Appelle an die Grossmuth, an. den Rechtssinn der ungarischen Nation u. s. f., den Schlaf aller Müden schlafen. Gleichwol will ich Ihnen gerne einräumen, dass die ״Mauschelei“ des Sp. I. — wie Sie sich so unerbittlich ausdrückten — nicht dazu angethan ist, die jüdische Sache zu popularisieren, zu popularisiren in dem Sinne, wie es diese hochwichtige Frage erheischte Unbestreitbar aber hat diese grobkörnige Form den Vortheil, über die Stellung der ungarischen Israeliten der Kontroverse Nahrung zu geben. Ist dies auch nicht viel, so ist es doch etwas, und dass etwas immer besser ist, als nichts, wissen wir Juden sehr gut. Es erübrigte noch die Eindrücke zu silmmiren, die Sp. I. in beiden Lagern — bei Christ und Jud nämlich — hervorgebracht. Thäte ich es, Sie würden mich vielleicht eitel schelten; aber sie sind, darauf dürfen Sie sich verlassen, nicht die ungünstigBten. Vielleicht kommt eine Zeit, und sie ist wol nicht ferne, wo Sp. I., nachdem er Bresche geschossen, die Waffen dem kampfesmuthigen Sohne, dem ״Spiczönyi Ärpäd“, überantworten wird. Der Vater war, ist und bleibt Spitzig Itzig, in ewiger Fehde mit ungarischer Orthographie und ungarischer Befangenheit. Die neue freie Zeit wird den neuen, freien Sohn zeugen, dem es vorbehalten sein soll, in wohl geschliffenem Ungarisch das gute Recht seiner Glaubensgenossen — wofern sie noch eines Anwaltes be* dürfen sollten — zu vertheidigen. Diese heitere Perspektive, mein Herr, dürfte Ihre Herbheit mildern, und lassen Sie mich hoffen, dass ich in freundschädlicher Entgegnung die Hand des versöhnten und — bekehrten Widersachers drücke. Mit dem Ausdrucke aufrichtigster Werthschätzung Der Verfasser der ״Kiräly utcai levelek.“ 3Cj Bei HerMd & Sauer iu Wien erschienen soeben und sind durch alle Buchhandlungen zu beziehen: ak־ TYP Aflnlf Prediger der israelitische« Kul- Ult XLUUllj tusgemeinde in Wien. Prodigten. Dritter Theil, enthaltend 27 th-ils Festthrils Gelegenheitsreden, gr. 8. (22 Bogen) geh. 2 fl. Einleitung in die Thora. Fünf Reden, gr. 8. (4% Bogen) geheftet 70 kr. Diese Reden des in weitesten Kreisen berühmten und hochgeachteten Herrn Verfassers find — wie überall anerkannt — von größter Wichtigkeit für die religiösen Interessen im Allgemeinen, wie für die bürgerliche Stefluug der Juden; sie sich daher Predigern jeder Konfession, wie überhaupt Allen, welche die religiösen Bewegungen der Zeit kennen lernen wolle«, zu empfehlen- ' Szegedin, Zelbkvrrlag drr »edakttou. Leipzig, Lommisstous Verlag von Frau׳. Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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